Bayerischer Landtag

Innenminister Joachim Herrmann und Frankreichs Notenbank-Gouverneur François Villeroy de Galhau erhalten Montgelas-Preis

Verleihung des Montgelas-Preises im Senatssaal des Maximilianeums. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet bei seiner Begrüßungsrede. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Preisträger Innenminister Joachim Herrmann mit Pierre Wolff, Vorstandsvorsitzender der Montgelas Gesellschaft und seinem Laudator Luc Chatel, Mitglied der französischen Nationalversammlung und ehemaliger Staatsminister. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Der französische Preisträger François Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France mit Laudator Erwin Huber, MdL, und Pierre Wolff von der Montgelas Gesellschaft. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet mit Philippe Gustin (li), Luc Chatel (2. v. re) und Erwin Huber (re). | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
 

Dienstag, 13. September 2016

Maximilian Graf von Montgelas war ein mutiger Reformer mit Weitblick. Als späterer Minister unter König Maximilian I. hatte er Ende des 18. Jahrhunderts die Missstände im damaligen Kurfürstentum Baiern gegeißelt und für die einzelnen Politikbereiche eine grundlegende Neugestaltung vorgeschlagen. Damit schuf er eine Struktur, die in ihren Grundzügen bis heute überdauert hat und den Freistaat Bayern noch immer prägt.
Über 200 Jahre sind seither vergangen. Heutige Politiker sehen sich anderen Herausforderungen gegenüber. Doch auch heute müssen sie flexibel auf Veränderungen reagieren, Weitblick und Verantwortungsbereitschaft zeigen und den Mut haben, neue Wege zu gehen.
Nach Überzeugung der Montgelas-Gesellschaft haben das der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann und der Gouverneur der französischen Notenbank François Villeroy de Galhau in besonderer Weise bewiesen. Die Gesellschaft vergibt jedes Jahr einen Preis an zwei Persönlichkeiten, die sich um das geistige Erbe Montgelas‘ oder die Förderung der bayerisch-französischen Zusammenarbeit verdient gemacht haben.

I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet unterstrich in seiner Begrüßung, dass der Landtag mit dem Maximilianeum einen angemessenen Ort für die Verleihung des Montgelas-Preises bieten könne. Die Preisverleihung mache einmal mehr deutlich, wie gut die Beziehungen zwischen Bayern und Frankreich seien. Bocklet als ehemaligem Staatsminister, langjährigem Europaabgeordneten und Mitglied des Ausschusses der Regionen der EU und heutigem Landtagsvizepräsidenten waren die Beziehungen zu Frankreich stets ein besonderes Anliegen. Im Juli 2016 verlieh ihm Frankreichs Präsident François Hollande den Orden eines Ritters der Ehrenlegion.

Für Pierre Wolff, den Vorstandsvorsitzenden der Montgelas-Gesellschaft ist die Preisverleihung „ein bayerisch- französischer Gedankenaustausch auf höchster Ebene, aber in lockerer Atmosphäre“. Ein besonderes Anliegen der Auszeichnungen, die traditionell an einen Bayern und einen Franzosen gehen, sei es, einen Blick auf das Nachbarland zu werfen und die bewährt guten Beziehungen zu pflegen. Zur lockeren Atmosphäre der Verleihungs-Zeremonie gehöre auch der so genannte „gekreuzte Blick“: Die Laudatio auf den bayerischen Preisträger hält ein französischer Laudator und umgekehrt.

So würdigte Luc Chatel, Mitglied der französischen Nationalversammlung, ehemaliger Staatsminister und derzeit Vorsitzender der Republikaner, seinen bayerischen Kollegen Joachim Herrmann: Er sei eine personnalité forte – eine starke Persönlichkeit – die mit professionellem Vorgehen und Kompetenz für Bayern eine in Europa vorbildliche Politik der inneren Sicherheit verantworte. Bei der Bewältigung der Terrorakte des Sommers in Würzburg und Ansbach und des Amoklaufs in München sei er an vorderster Front gewesen. Zudem bemühe sich Herrmann auch sehr um die Kontakte zu Frankreich: In seiner Verantwortung liege die Beziehung zum französischen Generalkonsulat in München, in seinem Stimmkreis Erlangen setze er sich für die Förderung des Französischunterrichts in den Schulen ein und zum 250. Geburtstag Montgelas‘ habe Herrmann eine öffentliche Feierstunde im Innenministerium organisiert.
Herrmann fühlte sich geehrt – von der Laudatio und der Auszeichnung. Als Nachfolger Montgelas‘ im Amt des Bayerischen Innenministers fühle er sich aber auch besonders verpflichtet, dessen Andenken und geistiges Erbe zu wahren. Die Porzellan-Büste Montgelas werde ihn daran erinnern. „In meinem Büro fehlte bislang dringend eine solche Büste“, sagte Herrmann bei seiner Dankesrede.

Die Laudatio auf den französischen Preisträger François Villeroy de Galhau hielt Erwin Huber, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, ehemaliger CSU-Vorsitzender und langjähriger Staatsminister: Die Ehrung von François Villeroy de Galhau durch die Montgelas-Gesellschaft nannte er eine kluge Entscheidung. François Villeroy de Galhau trage in seiner Funktion als Gouverneur der französischen Notenbank Banque de France Verantwortung für die Stabilität des Euro und sei darüber hinaus ein überzeugter Europäer. Das bringe er in seinem neuesten Buch zum Ausdruck, von dem Huber sagte, es sei eine „Pflichtlektüre für alle hadernden Europäer“.
François Villeroy de Galhau, dessen Familie noch Anteile an Villeroy und Boch besitzt, zeigte sich hoch erfreut über die Auszeichnung und betonte, wie stolz alle Europäer auf ihre gemeinsame Währung sein könnten. Seiner Meinung nach brauche Europa nicht weniger Währungsunion, sondern mehr Wirtschaftsreform. Er vermutete, dass Montgelas als Gast an diesem Abend wohl gesagt hätte „ Jetzt ist es Zeit.“

Bei der Verleihung des Montgelas-Preises waren unter den weiteren Gästen: Max Josef Graf von Montgelas, der Ur-Ur-Urenkel des berühmten Ministers Graf von Montgelas und der Generalkonsul Frankreichs in Bayern, Jean-Claude Brunet.

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