Bayerischer Landtag

15.04.2013 - Wettstreit um die besten Argumente - Landesfinale von „Jugend debattiert" im Maximilianeum

Bild: Podiumsgespräch der Partner und Förderer (v.l.): Dr. Horst Nasko (Heinz Nixdorf-Stiftung), Sylvia Gürtner (Kultusministerium), I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet und Dr. Wolfgang Poeppel, Landesbeauftragter des Wettbewerbs. | Foto: Landtagsamt
Podiumsgespräch der Partner und Förderer (v.l.): Dr. Horst Nasko (Heinz Nixdorf-Stiftung), Sylvia Gürtner (Kultusministerium), I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet und Dr. Wolfgang Poeppel, Landesbeauftragter des Wettbewerbs. | © Landtagsamt

„Sollen Politiker auch zu Wahlkampfzwecken in Schulen auftreten dürfen?“ Und: „Soll in Deutschland Erdgas-Fracking erlaubt werden?“ Zu diesen beiden Fragen lieferten sich am 15. April 2013 im Maximilianeum die Finalisten des Landeswettbewerbs von „Jugend debattiert“ Wortgefechte auf hohem Niveau. Der 15jährige Jonas Antor vom Deutschhaus-Gymnasium in Würzburg und der 15jährige Konstantin Adrianowytsch vom Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß gingen als Landessieger bei dem Rhetorik-Schülerwettbewerb hervor. „Nur wer die Materie beherrscht, kann sie auch überzeugend vermitteln", hatte zuvor I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet in einem Podiumsgespräch der Partner und Förderer betont.

Bild: Die Finalisten der Altersgruppe 1 (v.l.) Konstantin Adrianowytsch, Lea Lenhard, Annalena Oblinger und Clara Fidorra. | Foto: Landtagsamt
Die Finalisten der Altersgruppe 1 (v.l.) Konstantin Adrianowytsch, Lea Lenhard, Annalena Oblinger und Clara Fidorra. | © Landtagsamt

Der 15jährige Jonas Antor vom Deutschhaus-Gymnasium in Würzburg überzeugte in der Altersgruppe der Jahrgangsstufen 10/11 bis 13 die Jury durch seine rhetorischen Fähigkeiten. Er argumentierte eindrucksvoll gegen die Erlaubnis von Erdgas-Fracking in Deutschland. Der 15jährige Konstantin Adrianowytsch vom Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß konnte bei der Frage, ob Politiker auch zu Wahlkampfzwecken in Schulen auftreten dürfen, den Landeswettbewerb der Jahrgangsstufen 8 bis 9/10 für sich entscheiden. Er trat überzeugend für Politikerauftritte zu Wahlkampfzwecken in Schulen ein.

Rund 24.700 Schüler in 107 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr in Bayern im Rahmen einer Unterrichtsreihe an „Jugend debattiert“ beteiligt. Wettbewerbe fanden zuvor bereits auf Schul- und Regionalebene statt.

Sieger vertreten Bayern beim Bundesfinale in Berlin

Die beiden Debattensieger und die jeweils Zweitplatzierten Maximilian Körner, 18 Jahre, von der Staatlichen Berufsoberschule in Landshut und Clara Fidorra, 14 Jahre, vom Katharinen-Gymnasium in Ingolstadt vertreten Bayern zunächst bei der Qualifikation zur Bundesebene in Berlin. Dort werden sich vom 13. bis 15. Juni 2013 dann den acht besten Debattanten aus ganz Deutschland im Bundesfinale gegenüberstehen. Als Preis für ihren Erfolg erhalten alle vier Sieger im bayerischen Landesfinale ein fünftägiges professionelles Rhetorik-Training, das sie gemeinsam mit den Siegern der anderen Länder auf die Bundesebene des Wettbewerbs vorbereitet.

Zum Auftakt des Finales hatten die Partner und Förderer die Vorteile und den Nutzen des Wettbewerbs hervorgehoben. Für den Bayerischen Landtag erklärte 1. Vizepräsident Reinhold Bocklet: „Die qualifizierte sprachliche Auseinandersetzung um eine Sache und das Bestreben mit den besseren Argumenten andere zu überzeugen, haben das Parlament und „Jugend debattiert“ gemeinsam. Da liegt es nahe, dass sich der Bayerische Landtag auch bei „Jugend debattiert“ besonders engagiert. Das umso mehr als es gerade darauf ankommt, die jungen Menschen mit den Regeln und Verfahren des Parlamentsbetriebs vertraut zu machen. Wichtigste Voraussetzung für einen guten Debattanten ist, dass er weiß, wovon er redet. Nur wer die Materie beherrscht, kann sie auch überzeugend vermitteln..“

Bayerns Kultusstaatssekretär Bernd Sibler betonte, dass der Wettbewerb ‚Jugend debattiert’ einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zur Persönlichkeitsentwicklung leistet: „Im Rahmen von ‚Jugend debattiert’ lernen die jungen Menschen im Unterricht und bei den Wettbewerben, wie wichtig es in einer Demokratie ist, Stellung zu beziehen und eine Meinung in einer Streitfrage sachlich fundiert und sprachlich überzeugend darstellen zu können. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinander und bauen ihre kommunikativen Fähigkeiten beim Debattieren darüber aus.“

Mit „Jugend debattiert“ wollen die beteiligten Stiftungen, das bayerische Kultusministerium und der Bayerische Landtag, Schüler ermutigen, an der eigenen Sprache und den passenden Argumenten zu feilen. Die Themen der Debatten führen die Schüler an Politik heran und motivieren sie zum demokratischen Handeln. Debattieren kann man lernen, es ist ein ausgezeichneter Weg zur Persönlichkeitsbildung, wie der Wettbewerb zeigt.

Die Finalisten im Landeswettbewerb „Jugend debattiert“ in Bayern 2013:

Debatte Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 9/10):
1. Platz: Konstantin Adrianowytsch, 15 Jahre, Justus-von-Liebig-Gymnasium, Neusäß
2. Platz: Clara Fidorra, 14 Jahre, Katharinen-Gymnasium, Ingolstadt
3. Platz: Lea Lenhard, 14 Jahre, Olympia-Morata-Gymnasium, Schweinfurt
4. Platz: Annalena Oblinger, 15 Jahre, Katharinen-Gymnasium, Ingolstadt

Debatte Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 10/11 bis 13):
1. Platz: Jonas Antor, 15 Jahre, Deutschhaus-Gymnasium, Würzburg
2. Platz: Maximilian Körner, 18 Jahre, Staatliche Berufsoberschule, Landshut
3. Platz: Gero Roser, 18 Jahre, Clavius-Gymnasium, Bamberg
4. Platz: Hanna Rehwinkel, 16 Jahre, Jahre Maria-Ward-Gymnasium, Augsburg

„Jugend debattiert“ im Internet:

Homepage

Der Landeswettbewerb in Bayern wird von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Bayerischen Landtag getragen und steht unter der Schirmherrschaft der Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, und des bayerischen Kultusministers, Dr. Ludwig Spaenle. Initiator und Schirmherr von „Jugend debattiert“ ist der Bundespräsident.

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