Bayerischer Landtag

15.06.2012 - Delegation aus Bayerns Partnerregion Guangdong zu Besuch im Landtag

Bild: Von links: Luo Weidong, Direktor der Legislativen Kommission des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses Guangdong, Vizepräsident Franz Maget, Vizepräsident Reinhold Bocklet, Jin Zhengija, Stv. Generalsekretär des Ständigen Ausschusses des Volkskongress | Foto: Rolf Poss
Von links: Luo Weidong, Direktor der Legislativen Kommission des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses Guangdong, Vizepräsident Franz Maget, Vizepräsident Reinhold Bocklet, Jin Zhengija, Stv. Generalsekretär des Ständigen Ausschusses des Volkskongress | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Auf ihrer Informationsreise durch Mitteleuropa nahm sich die chinesische Delegation aus Guangdong eigens einen Tag Zeit, um den Bayerischen Landtag zu besuchen. Erst Anfang Mai hatte das Präsidium des Landtags der bayerischen Partnerregion Guangdong einen Besuch abgestattet. Jin Zhengija, stellvertretender Generalsekretär des ständigen Ausschusses des Volkskongresses von Guangdong, bedankte sich für das Interesse Bayerns an der Provinz Guangdong und bezeichnete die Partnerschaft zwischen Guangdong und Bayern als „beste, die meine Provinz mit einer anderen Region pflegt“. Besonderes Interesse hatte die chinesische Delegation an den deutschen Sozialversicherungssystem und den Kompetenzen der Länder bei deren Ausgestaltung. Für Guangdong, einer der Wirtschaftsmotoren Chinas, gewinnt insbesondere die Frage der Arbeitsnehmerrechte große Bedeutung. Das Interesse insbesondere an der Arbeitslosenversicherung erklärt sich aus der einfachen Tatsache, dass es in China offiziell über neun Millionen Arbeitslose gibt, für die keinerlei soziales Sicherungsystem vorgesehen ist. Bislang verließ man sich immer auf die Unterstützung durch die Familie. Aber in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche ist dies kein belastbares Konzept mehr. Zudem geraden auch Menschen mit Arbeit oft in finanzielle Schwierigkeiten, wie Jin Zhengija ausführte. Es gebe in China immer öfter Firmen, die wegen der Auftragslage über Monate keine Gehälter auszahlen. „Das ist in Deutschland vollkommen unvorstellbar“, erklärte Landtagspräsidentin Barbara Stamm den sichtlich erstaunten Kollegen aus China. „Von Deutschland können wir viel lernen“, erklärte Jin Zhengija und lud das Präsidium herzlich dazu ein, die erste Guangdonger Kooperationswoche im November zu besuchen. In der Provinzhauptstadt Guangzhou soll eine Plattform für multilaterale Kontakte entstehen. Guangdong war die erste chinesische Region, in der marktwirtschaftliches Handlen erlaubt wurde. Mit über 100 Millionen Einwohnern ist Guangdong die bevölkerungsreichste Provinz Chinas und gleichzeitig die wirtschaftlich stärkste. Bayern und Guangdong pflegen seit 2004 eine offizielle Regionalpartnerschaft. /zg

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