Bayerischer Landtag

15.07.2010 - Erfolgreiche Bettenaktion beim Ökumenischen Kirchentag: Landtagspräsidentin dankte mit Empfang im Maximilianeum

Bild: In den Arkaden des Maximilianeums: Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Gespräch mit einem Gastgeber. | Foto: Rolf Poss
In den Arkaden des Maximilianeums: Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Gespräch mit einem Gastgeber. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Rund 4000 private Gastgeber in München und im Umland haben Mitte Mai 2010 über 7300 Besucherinnen und Besuchern des Ökumenischen Kirchentages ein Bett oder ein Sofa in ihrer Wohnung zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden fast 3000 Schlafplätze in Schulen und Turnhallen organisiert. „Das ist eine großartige Leistung, für die ich Ihnen sehr danke. Sie sind leuchtende Vorbilder in unserer Gesellschaft“, lobte Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die Schirmfrau der Privatquartierkampagne. Als Anerkennung für die erfolgreiche Aktion hatte sie Gastgeber und Quartiersucher am 15. Juli 2010 zu einem Empfang ins Maximilianeum eingeladen.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm stellte die Gastfreundschaft in den Mittelpunkt ihrer Rede. Menschen aus München und Umgebung nahmen während des Ökumenischen Kirchentages Fremde auf, gaben ihnen ein Bett und ein Frühstück. Beide Seiten gewannen dabei wertvolle Erfahrungen, ist Barbara Stamm überzeugt. Gute Gespräche fanden statt, Informationen wurden ausgetauscht, in manchen Fällen Freundschaften angebahnt. „Gastfreundschaft macht die christliche Gemeinde zum Lebensraum anstatt zum Veranstaltungskalender“, stellte die Parlamentspräsidentin fest, die zwei Monate lang die Quartiersuche unterstützt hatte und auch bei Kolleginnen und Kollegen im Bayerischen Landtag erfolgreich war.

Anne Borucki, stellvertretende Geschäftsführerin des 2. Ökumenischen Kirchentages, bezeichnete Barbara Stamm als „Motivationsspritze.“ Ihre Rückendeckung habe wesentlich zum Gelingen beigetragen. Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik, die als Fremde gekommen waren, hätten in München das Geschenk der Gastfreundschaft erfahren. „Sie haben ein großes Herz für die Teilnehmer gezeigt“, wandte sich Anne Borucki an die Gastgeber: „Ohne Sie wäre der Ökumenische Kirchentag nicht zu dem geworden, was letzten Endes daraus entstanden ist – auch ein Zeichen der Ökumene hier vor Ort.“

Rosemarie Tylack vom Organisationsstab des Ökumenischen Kirchentages blendete noch einmal auf die Vorbereitungszeit zurück: „Vier Tage vor dem Kirchentag hatten wir alle Quartiersuchenden untergebracht. Das war schon auch Nervensache!“ Der ÖKT wirke auch jetzt noch nach. „Die Veranstaltung hat gezeigt, was möglich ist, wenn alle zusammenhelfen und anpacken.“

Ein herrlicher Sommerabend belohnte die Gastgeber und die Organisatoren beim Empfang im Landtag. Von den Arkaden aus genossen sie den Blick hinunter auf die Stadt – für viele war es der erste Besuch im Maximilianeum. Unter den Gästen von Landtagspräsidentin Barbara Stamm befand sich auch Corina Gilio aus der evangelischen Gemeinde St. Mathäus am Sendlinger Torplatz. Sie hatte zusammen mit Gleichgesinnten aus den vier katholischen Nachbargemeinden Betten in Schulen und Turnhallen organisiert, gemeinsam hatten sie in der Schulküche gekocht. „Wir haben eine unheimlich tolle Zusammenarbeit erlebt“, schwärmte Corina Gilio, alleinerziehende Mutter von drei Kindern, die jeden Werktag für 470 Buben und Mädchen in Kinderbetreuungseinrichtungen kocht. Die Mehrarbeit hat sie gerne auf sich genommen. Ihr Wunsch: „Was während des Ökumenischen Kirchentages entstanden ist, wirkt hoffentlich in vielen Projekten nach.“/hw

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