Bayerischer Landtag

15.11.2011 - Preis des Bayerischen Clubs zur Förderung bayerischer Kultur 2011

Abiturienten lieferten bemerkenswerte Arbeiten ab

Landespreisträger G9 ist Micha Schoemann aus Nürnberg, Mittelfranken (Mitte). Albert Scharf, Präsident des Bayerischen Clubs und Landtagspräsidentin Barbara Stamm gratulieren. | Foto: Rolf Poss
Landespreisträger 2011 G8 ist Maximilian Neumann aus Weiden, Oberpfalz. (Mitte). Thema seiner Facharbeit war die Geschichte des ehemaligen Franziskanerklosters in Kemnath-Stadt. | Foto: Rolf Poss
Das musikalische Programm übernahmen Schülerinnen des Max-Joseph-Stifts. | Foto: Rolf Poss
Albert Scharf, Präsident des Bayerischen Clubs zur Förderung bayerischer Kultur, bei seiner Ansprache im Senatssaal. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm begrüßt die Preisträger des Bayerischen Clubs 2011 | Foto: Rolf Poss
Bernd Sibler, Staatssekretär des Kultusministeriums | Foto: Rolf Poss

- Von Heidi Wolf -

15 Abiturientinnen und Abiturienten aus ganz Bayern haben bemerkenswerte Fach- und Seminararbeiten abgeliefert. Dafür belohnte sie der Bayerische Club, ein Verein zur Förderung bayerischer Kultur, am 15. November mit den Jahrespreisen 2011. Die Auszeichnung wurde heuer wegen des doppelten Abiturjahrgangs zweifach vergeben: für den letzten G9- und den ersten G8-Jahrgang. Landtagspräsidentin Barbara Stamm hieß die Preisträger, ihre Eltern und Lehrer sowie eine Reihe geladener Gäste im Senatssaal des Maximilianeums willkommen. Die Feier an diesem Ort hat Tradition: König Max II. ließ das Gebäude für die klügsten jungen Menschen seiner Zeit erbauen. Die erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten von 2011 waren also am richtigen Ort, um ihre Auszeichnungen entgegen zu nehmen. Landtagspräsidentin Barbara Stamm war beeindruckt von der Bandbreite der Themen, mit denen sich die jungen Menschen beschäftigt haben. Diese spiegelten die Vielfältigkeit Bayern wider, sagte Stamm und lobte: „Ihre Arbeiten tragen dazu bei, dass diese Vielfalt erhalten und im Gedächtnis bleibt. Das ist nicht nur dem Bayerischen Club, sondern auch unserer Verfassung ein Anliegen.“ In der Bayerischen Verfassung heiße es: Die Schüler seien in der Liebe zur bayerischen Heimat zu erziehen. „Bei Ihnen scheint das den Lehrerinnen und Lehrern ganz gut gelungen zu sein, denn zumindest haben Sie sich intensiv mit der bayerischen Heimat auseinandergesetzt“, wandte sich die Landtagspräsidentin an die Abiturientinnen und Abiturienten.

Kultusstaatssekretär Bernd Sibler gratulierte den Preisträgern ebenfalls und dankte dem Bayerischen Club für sein Engagement. „Für einen Kultusstaatssekretär gibt es nicht Schöneres, als motivierte, leistungsbereite junge Leute auszuzeichnen“, erklärte der Politiker. Der Preis des Bayerischen Clubs fördere die Auseinandersetzung junger Menschen mit der bayerischen Kultur, denn nur wer um seine eigenen Wurzeln wisse, könne Identität gewinnen. Das Kulturministerium hatte gemeinsam mit dem Bayerischen Club die Preisträger aus allen Regierungsbezirken Bayerns ausgewählt. Es handelt sich dabei um Abiturientinnen und Abiturienten, die zugleich aufgrund ihrer herausragenden schulischen Leistungen zur Begabtenprüfung zugelassen worden sind.

Die prämierten Arbeiten handeln "Von der Pflanze in den Tank - Fermentation von Zuckerhirse zu Bioethanol", von den Münchner Unternehmen Alois Dallmayr und Ludwig Beck als Beispiele unternehmerischer Erfolgsgeschichten, von regionalen Verflechtungen des Getränkeproduzenten Bionade, von Bibern im Fichtelgebirge und von Nasen, einer gefährdeten Fischart, die im Teichwirtschaftlichen Lehr- und Beispielbetrieb Maidbronn in Unterfranken nachgezüchtet wird. Eine Abiturientin aus Oberbayern hat am Beispiel des Brandner Kaspers das Motiv "Tod" in der bayerischen Literatur untersucht. Die Sieger auf Bezirksebene erhalten für ihre Arbeit jeweils 750 Euro als Preisgeld. Die Landessieger – jeweils ein Abiturient aus dem Kreis der Bezirkssieger -werden mit jeweils 1 500 Euro belohnt. Die Siegerarbeit für das G9 lieferte Micha Schoemann vom Städtischen Sigena-Gymnasium in Nürnberg ab. Er schrieb im Fach Geographie über das Thema „Streuobst im Nürnberger Land – allgemeine und exemplarische Darstellung.“ Landessieger des G8 wurde Maximilian Neumann vom Kepler-Gymnasium Weiden. Er setzte sich im Fach Katholische Religionslehrer mit der Geschichte des ehemaligen Franziskanerklosters in Kemnath-Stadt unter besonderer Berücksichtigung der Säkularisierung auseinander. „Diese Arbeit überzeugt durch großen fachlichen Kenntnisstand. Sie weist einen hohen Grad an Eigenständigkeit und Wissenschaftlichkeit auf“, lobte Professor Albert Scharf.

Die Preisträger und ihre Themen im einzelnen:

Für das G9:

- Philipp Höß vom Gymnasium Lindenberg; Chemie: "Der Einfluss von Torfmoosen auf den pH-Wert von Oberflächenwasser"
- Sophie Treudler vom Christoph-Probst-Gymnasium Gilching; Wirtschaft und Recht: "Familienorientierte Personalpolitik Münchner Großbetriebe"
- Katharina Rehbach vom Max-Josef-Stift München; Wirtschaft und Recht: "Vom Hoflieferanten zum traditionsbewussten modernen Unternehmen - Alois Dallmayr und Ludwig Beck als Beispiele unternehmerischer Erfolgsgeschichten"
- Kerstin Kerscher vom Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium Cham; Geschichte: "Roding nach dem Ende des 2. Weltkriegs"
- Simone Kistler vom Gabelsberger-Gymnasium Mainburg; Geschichte: "Integration und Aufbauleistungen der Heimatvertriebenen in Mainburg nach dem 2. Weltkrieg"
- Constanze Lörner vom Jean-Paul-Gymnasium Hof; Deutsch: "'Mehr dumm als böse?' – Helfrechts „Shakal' als Produkt der literarischen Auseinandersetzung mit Jean Paul"
- Janina Klug vom Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen; Geographie: "Regionale Verflechtungen des Getränkegroßproduzenten Bionade"

Die Preisträger des G8 und ihre Themen:

Matthias Oberfrank vom Wernher-von-Braun-Gymnasium Friedberg; Kunst: "Architektonische Analyse der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Friedberg (inkl. Modellbau)"
- Annika Treyer vom Klenze-Gymnasium München; Biologie: "Fledermausvorkommen in München am Beispiel Süd- und Gerhardpark"
- Lena Albersdörfer vom Gymnasium Dorfen; Deutsch: "Der Brandner Kasper und der Tod. Das Motiv „Tod' in der bayerischen Literatur anhand des Beispiels „Die Gschicht vom Brandner Kasper' von Franz Kobell"
- Elisa Osterode vom Veit-Höser-Gymnasium Bogen; Chemie: "Von der Pflanze in den Tank - Fermentation von Zuckerhirse zu Bioethanol"
- Judith Bundscherer vom Gymnasium Christian-Ernestinum Bayreuth; Biologie: "Der Biber im Fichtelgebirge"
- Nadine Zbiegly vom Städt. Mozart- und Schönborn-Gymnasium Würzburg; Biologie: "Die Nase (Chondrostoma nasus). Nachzucht einer gefährdeten Fischart im Teichwirtschaftlichen Lehr- und Beispielsbetrieb Maidbronn."

Landtagspräsidentin Barbara Stamm interessiert sich vor allem für die Arbeit von Sophie Treudler vom Christoph-Probst-Gymnasium Gilching. Die junge Frau hat die Angebote von zwei Münchner Großbetrieben zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf erforscht – ein Thema, das Stamm sehr am Herzen liegt.

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