Bayerischer Landtag

16.11.2011 - Vizepräsident Reinhold Bocklet empfängt Ministerin für internationale Beziehungen aus der Partnerregion Québec

Bild: Landtagsdirektor Peter Worm, Charles Villiers, Generaldelegierter der Vertretung der Regierung von Québec, Monique Gagnon-Tremblay, Ministerin für internationale Beziehungen in Québec und Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet. | Foto: Rolf Poss
Landtagsdirektor Peter Worm, Charles Villiers, Generaldelegierter der Vertretung der Regierung von Québec, Monique Gagnon-Tremblay, Ministerin für internationale Beziehungen in Québec und Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Im Rahmen ihrer Deutschland-Reise besuchte Monique Gagnon-Tremblay, Ministerin für internationale Beziehungen in der kanadischen Provinz Québec, den Bayerischen Landtag in München – zum ersten Mal in ihrer langen Laufbahn als Politikerin. Deswegen ließ sie sich trotz eines engen Terminplans von Vizepräsident Reinhold Bocklet das Maxmilianeum zeigen und erkundigte sich nach der Geschichte des bayerischen Parlaments. Bayern hat für die Politik in Québec einen besonderen Stellenwert, schließlich sind Bayern und Québec bereits seit 1989 Partnerregionen. „Auch wenn wir räumlich getrennt sind, haben wir doch viele Gemeinsamkeiten“, sagte Bocklet. Auf wissenschaftlichem, kulturellem und nicht zuletzt wirtschaftlichem Gebiet habe sich die Partnerschaft sehr ergiebig entwickelt.

Rund 1200 bayerische Firmen pflegen mittlerweile geschäftliche Beziehungen nach Kanada, sagte Bocklet und verwies auf rund 450 Kooperationsprojekte, die im Laufe der Jahre angeschoben worden seien. Insbesondere in Fragen der Außen-Darstellung des Parlaments, der Integration und der Energiepolitik hätten sich viele fruchtbare Gespräche ergeben, stellte Bocklet fest. In einem lebhaften Gespräch tauschten sich Gagnon-Tremblay und Bocklet über Unterschiede im parlamentarischen Betrieb, das Parteiensystem und den Föderalismus aus. „In Deutschland haben wir das Problem, dass nur drei Länder in den Länderfinanzausgleich einzahlen und 13 Empfängerstaaten sind“, erklärte Bocklet. Das wäre nun mal das Prinzip des föderalen Systems, meinte Gagnon-Tremblay und wies darauf hin, dass auch Québec im Moment von Ausgleichszahlungen des Bundes profitieren würde. Allerdings strebe man mit dem ehrgeizigen „Plan Nord“ zur effizienteren Rohstoffgewinnung an, die Region finanziell unabhängiger zu machen.

Sorgen machten Gagnon-Tremblay und Bocklet die Entwicklungen auf dem Wahrungssektor. Deutschland halte an dem Euro fest, betonte Bocklet, forderte aber eine Reform der Rahmenbedingungen. „Wenn ein Staat pleite ist, muss er Insolvenz anmelden können. Das hält eine Währung aus.“, so Bocklet. Gagnon-Tremblay beklagte die stetige Abwertung des US-Dollar, der mittlerweile auf dem Niveau des kanadischen Dollar liege. Für die kanadische Export-Wirtschaft ein Problem, dem Québec mit der Intensivierung der Handelsbeziehungen zu Europa beikommen möchte. Nächstes Jahr werden die Gespräche zwischen bayerischen und québecischen Politikern fortgesetzt. Mit etwas Glück im September, „dann können wir ihnen unser Oktoberfest zeigen“, sagte Bocklet zum Abschluss der Gespräche und überraschte die Klassikliebhaberin Gagnon-Tremblay mit einem besonderen Geschenk: den besten Aufnahmen des Bayerischen Rundfunkorchesters aus den letzten sechs Jahrzehnten. / zg

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