Bayerischer Landtag

18.12.2011 - Friedenslicht leuchtet in Oberösterreich und in Bayern

Gemeinsam die Botschaft vom Frieden weitertragen!

- Von Heidi Wolf –

Das Friedenslicht aus Bethlehem leuchtet in Oberösterreich und in Bayern. Die elfjährige Sarah Schinwald aus Munderfing im Innviertel hat das Licht heuer aus der Geburtsgrotte geholt und überreichte es am 4. Adventssonntag im Dom St. Stephan in Passau an Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Ihr oberösterreichischer Kollege Friedrich Bernhofer hatte heuer zum zweiten Mal zu dieser Aktion eingeladen, die in der Stiftskirche in Engelszell begann. „Das Licht spiegelt die Sehnsucht der Menschen nach Frieden wieder. Mit dem Brauch, den der ORF vor 25 Jahren begründet hat, trafen die Initiatoren das Gefühl der Menschen“, wandte sich Abt Marianus Hauseder an die Besucherinnen und Besucher in der prächtigen Rokokokirche des Trappistenklosters. „Mir kommt die Übergabe des Friedenslichtes schon wie eine Tradition vor. Traditionen geben uns Halt“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Ihre Bitte: „Gemeinsam wollen wir die Botschaft vom Frieden weitertragen.“

Vor 25 Jahren hat der Österreichische Rundfunk (ORF) die Aktion Friedenslicht ins Leben gerufen. Der Weihnachtsbrauch, den Günther Hartl initiiert hat, geht inzwischen um die Welt, ist in 30 Ländern in ganz Europa lebendig. Als Friedenskind 2011 wurde die elfjährige Sarah Schinwald ausgewählt, die sich in ihrer Heimatgemeinde Munderfing als Ministrantin und Mitglied der Jugendfeuerwehr engagiert. Seit Wochen ist das Mädchen unterwegs, um das Licht aus Bethlehm weiterzutragen. „Wenn man den Frieden aus der Geburtsgrotte holen will, muss man sich bücken. Deshalb heißt der Eingang auch „Tor zur Demut“, erinnerte Dr. Walter Aichinger, Präsident des Roten Kreuzes und Abgeordneter im Landtag von Oberösterreich. Landtagspräsident Friedrich Bernhofer zitierte einen dänischen Spruch: „Du verlierst nichts, wenn du mit deiner Kerze die eines anderen anzündest.“

Die festlich geschmückte „Regina Danubia“ brachte das Friedenslicht dann nach Passau. Das Schiff fuhr auf der Donau, dem Strom, der die beiden Länder Oberösterreich und Bayern verbindet. An der Anlegestelle wartete eine Delegation aus Stadt und Landkreis Passau, um Landtagspräsidentin Barbara Stamm und die Abordnung aus Oberösterreich willkommen zu heißen, an der Spitze die Landtagsabgeordneten Bernhard Roos (SPD) und Walter Taubeneder (CSU), Landrat Franz Meyer, Altlandrat Hanns Dorfner, Bürgermeister Urban Mangold sowie Vertreter des Stadtrates und des Kreistages.

Bei der ersten Übergabe des Friedenslichtes im vergangenen Jahr hatte die Andreaskirche noch ausgereicht – diesmal fand die Feier im Dom St. Stephan statt, wurde musikalisch gestaltetet von der Liedertafel Engelhartszell und der Bläsergruppe der Kreismusikschule Passau. Domdekan Michael Bär erinnerte an die uralten Beziehungen zwischen Österreich und Passau, der Nahtstelle zwischen den beiden Ländern. „Das Licht verbindet auch heute die Völker untereinander“, betonte Bär. Der oberösterreichische Landtagspräsident Friedrich Bernhofer wertete die Aktion ebenfalls als Akt der Sympathie und guten Nachbarschaft. „Wir nehmen das Friedenslicht dieses Jahr besonders gern entgegen. Es zeigt uns, dass wir Freunde in der Welt haben, die mit uns gemeinsam die Herauforderungen angehen. Und es erinnert uns daran, dass wir noch vieles zu tun haben, um die Welt ein wenig heller zu machen“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Friedenskind Sarah zündete an diesem Abend im Passauer Dom viele kleine Friedenslichter an, die den Menschen auf ihrem Weg nach Hause leuchteten.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm, ihr oberösterreichischer Kollege Friedrich Bernhofer (links), Günther Hartl vom ORF (rechts) mit Friedenskind Sarah Schinwald bei der Übergabe des Friedenslichtes im Dom St. Stephan in Passau | Foto: Heidi Wolf
Viele kleine Laternen waren vorbereitet, um das Licht aus Bethlehem in den 4. Adventssonntag hinauszutragen | Foto: Heidi Wolf
Feuerwehrmänner aus Stadt und Landkreis Passau, die sich seit vielen Jahren an der Aktion Friedenslicht beteiligen, halfen tatkräftig mit | Foto: Heidi Wolf
Das Friedenslicht auf dem Weg vom Stift Engelszell zum Schiff ´Regina Danubia´, das es auf der Donau nach Passau brachte | Foto: Heidi Wolf
Diese drei Männer hatten im vergangenen Jahr die 4 500 Kilometer lange Strecke von Oberösterreich nach Jerusalem zu Fuß zurückgelegt: Johannes Aschauer, Otto Klär und David Zwilling. Rechts im Bild Abt Marianus Hauseder vom Stift Engelszell, dem einzigen Trappistenkloster in Österreich | Foto: Heidi Wolf
 
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