Bayerischer Landtag

18.12.2013 - Bayerischer Club zeichnet Abiturienten für herausragende Seminararbeiten aus

Der Bayerische Club hat es sich zur Aufgabe gemacht, bayerisches Selbstverständnis, bayerische Kultur und bayerische Traditionen zu pflegen und zu fördern: Seit dem Jahr 2000 prämiert er Abiturienten, die sich in ihren Facharbeiten vertieft mit Themen der Heimat beschäftigen. In diesem Jahr wurden acht Abiturientinnen und Abiturienten aus allen Landesteilen ausgezeichnet. Die Verleihung der Preise am 18. Dezember 2013 fand traditionsgemäß im Maximilianeum statt, das König Maximilian II. für die klügsten jungen Menschen seiner Zeit erbauen hatte lassen. Prof. Albert Scharf, Präsident des Clubs, überreichte zusammen mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm die mit je 750 Euro dotierten Preise.

Die Preisträger arbeiteten in den Fächern Geschichte, Sozialkunde, Deutsch und Musik an vielfältigen interessanten Themen. Die Bandbreite reichte von der Auseinandersetzung mit dem Bointnerischen, einem Dialekt zwischen der Oberpfalz und Niederbayern, über die Darstellung der Migration im Ostallgäu bis hin zu einer Erklärung der hagiographischen Symbolik im Bärenwunder der Vita Corbiniani. 

Aus der Riege der Regionalsieger wurden in diesem Jahr zwei Abiturienten für ihre besondere Leistung mit einem Landespreis geehrt: Franziska Trommer vom Jean-Paul-Gymnasium Hof überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit über eine Komposition zu Ehren Jean Pauls. Florian Piehler vom Augustinus-Gymnasium Weiden näherte sich einer Biographie von Johann Rödl, einem Teilnehmer am Ersten Weltkrieg, an. 

Landtagspräsidentin Barbara Stamm machte bei der Preisverleihung den besonderen Stellenwert deutlich, den die Auseinandersetzung mit der eigenen Heimat für den Einzelnen hat: „Menschen benötigen einen überschaubaren Bereich, der für sie begreifbar ist. In ihm können sie Wurzeln schlagen und heimisch werden. Und wer einen festen Anker hat, besitzt das nötige Selbstvertrauen, um auch Fremdem aufgeschlossen zu begegnen. Heimatverbundenheit bedeutet eben nicht Selbstbezogenheit, sondern fördert die Offenheit für Neues.“

Heimatbewusstsein in einer globalen Welt

Auch Vorsitzender Prof. Albert Scharf unterstrich diesen Grundgedanken: Gerade in einer globalen Welt brauche man Heimat. Es sei wichtig zu wissen, woher man kommt. Der Bayerische Club verfolge deshalb auch das Ziel, dass in den Lehrplänen der Schulen bayerische Bezüge immer wieder hergestellt würden.

Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich, der wegen einer Erkrankung bei der Preisverleihung persönlich nicht anwesend sein konnte und von Ministerialdirigent Walter Gremm aus dem Kultusministerium vertreten wurde, würdigte im Vorfeld der Veranstaltung die Leistung der Abiturientinnen und Abiturienten: „Die Preisträger haben mit viel Energie und Selbstdisziplin spannende Themen auf hohem Niveau erforscht und beeindruckende Arbeiten verfasst. Sie haben dabei wertvolle Erfahrungen gewonnen und ihre Kompetenzen im wissenschaftlichen Arbeiten ausgebaut. Davon werden sie im Studium und in der Arbeitswelt profitieren.“

Gemeinsam mit dem Bayerischen Club hatte das Kultusministerium die aus allen Regierungsbezirken Bayerns stammenden Preisträger ausgewählt. Die Jury achtete dabei besonders auf die Fachkompetenz der Autoren, eine intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema, eine klare, sprachlich gewandte Darstellung sowie eine ansprechende äußere Form und korrekte Dokumentation.

 

Auszeichnungen haben folgende Schülerinnen und Schüler erhalten:

Franziska Trommer, Jean-Paul-Gymnasium Hof: Traum und Natur – eine Komposition zu Ehren Jean Pauls (Musik)

Florian Piehler, Augustinus-Gymnasium Weiden: „Der große Würfel ist gefallen“ – Annäherung an die Biographie von Johann Rödl (Geschichte)

Ramona Zemanek, Gymnasium Füssen: Migration im Wandel – Zu- und Abwanderung im Ostallgäu (Sozialkunde)

Jonas Edlhuber, Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen: Dialektförderung zur allgemeinen Sprachförderung bei Kindern (Deutsch)

Monika Hierhager, Oskar-Maria-Graf-Gymnasium Neufahrn b. Freising: Die hagiografische Symbolik in dem Bärenwunder der Vita Corbiniani (Geschichte)

Andreas Öser, Donau-Gymnasium Kelheim: Bointnerisch – Eine Sprache zwischen zwei Stühlen (Deutsch)

Julian Schwarz, Neues Gymnasium Nürnberg: Die Eingliederung von Jugendlichen in das NS-System unter Bezugnahme auf den Zeitzeugen Karl Riegel (Geschichte)

Magdalene Oscar, Wirsberg-Gymnasium Würzburg: Das Mozartfest nach dem Zweiten Weltkrieg (Geschichte)

Die Feierstunde im Lesesaal des Maximilianeums wurde musikalisch umrahmt vom Kammermusikensemble des Jean-Paul-Gymnasiums Hof in Zusammenarbeit mit der Musikschule der Hofer Symphoniker.

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