Bayerischer Landtag

19.12.2011 - Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet empfängt Abgeordnete des Europa-Parlaments

Bild: Im Gespräch: Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (Mitte) mit den Europaabgeordneten Liisa Jaakonsaari und Lajos Bokros. | Foto: Rolf Poss
Im Gespräch: Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (Mitte) mit den Europaabgeordneten Liisa Jaakonsaari und Lajos Bokros. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Einblicke in die bayerische Politik und Geschichte hat Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet zwei Mitgliedern des Europa-Parlaments gegeben: Liisa Jaakonsaari, Europaabgeordnete aus Finnland, und Lajos Bokros, Europaabgeordneter aus Ungarn, besuchten am 19. Dezember im Rahmen ihres Deutschkurses in München den Bayerischen Landtag. „Mitglieder des Europäischen Parlaments sollen bei diesem speziellen Sprachkurs nicht nur ihre Deutschkenntnisse vertiefen, sondern auch Hintergründe zu Politik, Gesellschaft und Kultur erfahren“, berichtete Margit Pfänder vom Goethe Institut in Brüssel, die die Begegnung im Maximilianeum vermittelt hatte.

Reinhold Bocklet, der von 1979 bis 1993 ebenfalls Mitglied des Europäischen Parlaments, und später Landwirtschaftsminister sowie Europaminister war, stellte den Europaparlamentariern im Überblick Bayerns Entwicklung vom Agrar- zum heute prosperierenden Hightech-Land vor. Bayern, so der Landtagsvizepräsident, sei im System des bundesdeutschen Finanzausgleichs das einzige Bundesland, das sich dank einer erfolgreichen Wirtschafts- und Industriepolitik aus eigener Kraft von einem Nehmer- zu einem Geberland entwickelt habe. Jährlich zahle der Freistaat rund 3,8 Milliarden Euro in den horizontalen Finanzausgleich ein und sei damit größter Nettozahler in der Bundesrepublik. Mit Blick auf Bayerns Erfolgsgeschichte stimmten die Gesprächspartner darin überein, dass es notwendig sei, in den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union mehr Anreize für aktive Strukturpolitik sowie konsequenten Schuldenabbau zu setzen. „Bayern lehnt eine Vergemeinschaftung von Schulden auf europäischer Ebene ab“, unterstrich Bocklet.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, die Situation der Nebenerwerbslandwirte in Bayern, aber auch Landesgeschichte und ein Vergleich der Flaggen bildeten weitere Themenschwerpunkte. Finnlands Fahne setzt sich wie die bayerische aus den Farben Weiß und Blau zusammen – eine Referenz an Schnee und Wasser, wie die finnische Europaabgeordnete Liisa Jaakonsaari ausführte. Sie und ihr ungarischer Kollege Lajos Bokros versicherten zum Abschied: „Mit uns sitzen zwei große Freunde Bayerns im Europäischen Parlament.“ /kh

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