Bayerischer Landtag

4000 Architekturbegeisterte erleben das Maximilianeum bei Nacht

Kalte Wintersnacht: illuminierte Westfassade des Maximilianeums | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Freitag, 20. Januar 2017

Bei der „Langen Nacht der Architektur“ stand wieder, wie schon im vorletzten Jahr, das Maximilianeum für architekturbegeisterte Nachtschwärmer offen: Rund 4000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, das Parlamentsgebäude außerhalb des politischen Alltags von seiner beeindruckenden architektonischen Seite kennenzulernen.

Auch Außentemperaturen im zweistelligen Minusbereich hielten das architekturbegeisterte Publikum nicht davon ab, bei dem alle zwei Jahre stattfindenden Event der Baumesse München mitzumachen: „Wir wohnen in München und gehen täglich am Maximilianeum vorbei. Heute haben wir die tolle Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen dieses Bauwerks zu werfen – darauf freuen wir uns sehr“, erzählten die Besucherinnen Ulrike Michel und Andrea Götsch.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm kam mit den Gästen im Plenarsaal ins Gespräch. Rechts: Landtagsdirektor Peter Worm. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Besucherandrang im Plenarsaal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Landtagsdirektor Peter Worm (li) und Hanspeter Beißer, Vorstand der Stiftung Maximilianeum | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Aufmerksame Zuhörer im Senatssaal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Der Journalist und Autor Dieter Wieland (Mitte) stellte Friedrich Bürklein, den Architekten des Maximilianeums, näher vor. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Das Maximilianeum als Modell im Steinernen Saal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Vorträge am laufenden Band im Plenarsaal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Anschauungsobjekt: der Grundstein des Maximilianeums von 1857 im Steinernen Saal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Büste von Platon im Treppenhaus als Fotomotiv | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Erweiterungsbau Nord: das Maximilianeum von seiner modernen Seite | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Stiftung Maximilianeum: Stiftungsvorstand Hanspeter Beißer und Stipendiaten informierten im Konferenzzimmer | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Viele interessierte Gäste auch in der Friedrich Bürklein Halle| © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Im Plenarsaal und im Senatssaal konnten die Teilnehmer der „Langen Nacht der Architektur“ – darunter auffallend viele junge Leute – Fachvorträge wie „Die Herzkammer des bayerischen Parlaments“ und „Die Baugeschichte des Maximilianeums“ mitverfolgen. Im Steinernen Saal genossen sie das historische Ambiente und die Gemälde, vor allem aber auch den atemberaubenden Blick hinunter auf München bei Nacht: „Ich bin total beeindruckt von der Erhabenheit dieses Gebäudes. Das hier ist gelebte Geschichte“, schwärmte zum Beispiel Andreas Nendel, der zusammen mit zwei Freunden auf nächtliche Entdeckertour gegangen ist. Für Diskussion sorgen bei ihnen die mächtigen Kronleuchter im Saal: „Sind die nicht eigentlich viel zu modern“, fragt einer. „Nein, das passt genau“, zeigen sich die anderen überzeugt.

Im historischen Konferenzzimmer informierten die Stipendiatinnen und Stipendiaten über ihre Studienstiftung Maximilianeum, die Eigentümerin des Maximilianeums ist. 1949 mietete sich der Bayerische Landtag bei der Stiftung ein und baute das im Zweiten Weltkrieg teilweise stark zerstörte Gebäude wieder auf und zu einem Parlamentsgebäude um. Seitdem sind die Studienstiftung Maximilianeum und das bayerische Parlament unter demselben Dach beheimatet.

Dicht umringt von Besuchern, stellte nebenan der Journalist und Autor Dieter Wieland den Architekten des Maximilianeums, Friedrich Bürklein, näher vor: Zu Lebzeiten verkannt, habe dieser Architekt im 19. Jahrhundert mit dem Maximilianeum ein großartiges Werk geschaffen, dessen elegante Leichtigkeit und Heiterkeit auch nach 150 Jahren zu den städtebaulichen Highlights der Landeshauptstadt zählt.

Architektonischer Brückenschlag ins 21. Jahrhundert

Den architektonischen Brückenschlag ins 21. Jahrhundert konnten die Besucher im Erweiterungsbau Nord vollziehen: Das Verwaltungsgebäude wurde von 2010 bis 2012 nach den Plänen des Berliner Architekturbüros Léon Wohlhage Wernik im Passivhausstandard errichtet und entspricht technisch und energetisch modernsten Standards: „Alt und Neu gehen im Maximiliaenum eine spannende Verbindung ein“, analysierten Cao Zulne, Yin Shi und Xiao Ling, drei Architektur-Studenten der TU München, die gebürtig aus dem Großraum Hongkong stammen. „Wir studieren hier den Maximiliansstil und dessen Neugotik, der sich so harmonisch mit anderen Epochen verbindet.“ So etwas, berichteten sie, gebe es nur in Bayern, in China derzeit – noch – nicht.    /kh

Das Maximilianeum – Impressionen

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