Bayerischer Landtag

Antrittsbesuch des türkischen Botschafters

Als Gastgeschenk brachte Botschafter Aydin ein Moccaservice mit. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

20. Februar 2018

MÜNCHEN.      „Ich wollte meinen ersten Antrittsbesuch in Bayern machen – ich habe schließlich in Nürnberg gelebt“.  Ali Kemal Aydin, neuer Botschafter der Türkei in Deutschland, legte bei seinem Antrittsbesuch im Bayerischen Landtag Wert auf die Tatsache, dass der Freistaat die erste Station seiner Vorstellungsreise in Deutschland ist. Über 220 000 Menschen mit türkischen Wurzeln leben in Bayern und Landtagspräsidentin Barbara Stamm betonte, diese Menschen seien in ihrer neuen Heimat angekommen und würden einen wichtigen Beitrag in diesem Land leisten. Im Großen und Ganzen gebe es aktuell wenig Anlass über die Situation der Türken in Bayern zu klagen, darin waren sich Stamm und Aydin einig. Dennoch brachte Aydin einige Anliegen mit. Die Bildung der Türken in Deutschland etwa war ihm ein Anliegen. „Bildung ist der Schlüssel zur Integration und wir wollen Bayern bei allem unterstützen, was dazu beiträgt, die Ausbildung zu verbessern.“ Die Türkei werde ein Nachhilfeangebot für türkische Kinder an deutschen Schulen organisieren. Auch der türkische Sprachunterricht an Schulen sei wichtig, betonte Aydin. Mancherorts sei es schwierig dafür Räume von den Schulen zur Verfügung gestellt zu bekommen, beispielsweise in München.

"Wir müssen im Dialog bleiben"

Daneben seien die Visumsfrage und die Sargpflicht Themen, bei denen man hoffe, zu einer Lösung kommen zu können. Deutschland sei für die Türkei wichtig, erklärte Aydin, das Handelsvolumen betrage fünf Milliarden Euro. „Aber ich sehe da noch ein viel größeres Potenzial.“ Man müsse das aus deutscher Sicht auch strategisch betrachten. In der Türkei leben über 80 Millionen oft sehr junge Menschen, da stecke viel Möglichkeit zur Entwicklung. „Aber wir brauchen Investitionen und Maschinen“, sagte Aydin.

Zur eher wechselvollen Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei in der jüngsten Vergangenheit bemerkte Aydin, es lägen schwierige Zeiten zwischen beiden Ländern, aber er sehe einen Trend zur Normalisierung. „Der Prozess geht weiter in diese Richtung, wir haben ein besseres Jahr vor uns“, zeigte sich Aydin überzeugt. Barbara Stamm bekräftigte, dass es immer wichtig sei im Dialog zu bleiben. „Wir müssen aufeinander zugehen und uns den Themen stellen, für die wir Lösungen brauchen“, betonte Stamm. Aydin verwies auf den guten Willen der Türkei. Man sehe Deutschland als guten Freund. „Es gibt gute Gründe ein besseres Verhältnis zu haben. Wir sind offen für das Gespräch und auch für Kritik“, sagte Aydin. / zg

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