Bayerischer Landtag

Wettstreit um die besten Argumente – Landesfinale von „Jugend debattiert" im Maximilianeum

Die Landessieger mit 1. Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet (re.) und Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich (3.v.l.). | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Montag, 20. April 2015

„Sollen an weiterführenden Schulen alle Schülerinnen und Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe verpflichtet werden, im Rahmen einer Schülerfahrt die ehemalige innerdeutsche Grenze zu besuchen?“ Und: „Soll in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt werden?“ Zu diesen beiden Fragen lieferten sich am 20. April 2015 im Maximilianeum die Finalisten des Landeswettbewerbs von „Jugend debattiert“ Wortgefechte auf hohem Niveau. Franziska Köstler vom Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt und Florian Sabath vom Gymnasium Friedberg gingen als Landessieger bei dem Schülerwettbewerb hervor. Nur wer seine Materie beherrsche, könne sie auch überzeugend vermitteln, hatte zuvor der 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet in einem Podiumsgespräch der Partner und Förderer betont.

Franziska Köstler vom Christoph-Scheiner-Gymnasium in Ingolstadt überzeugte in der Altersgruppe der 8. bis 9./10. Jahrgangsstufe die Jury durch ihre rhetorischen Fähigkeiten. Die 15-Jährige argumentierte eindrucksvoll für verpflichtende Schülerfahrten an Orte des Gedenkens entlang der ehemals innerdeutschen Mauer. Der 16-jährige Florian Sabath vom Gymnasium Friedberg konnte bei der Frage punkten, ob in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt werden soll. Er trat überzeugend für die Speicherung der Metadaten durch den Staat ein und konnte so den Landeswettbewerb in der Altersgruppe 10./11. bis 13. Jahrgangsstufe für sich entscheiden.

Vom 25. bis 27. Juni ist Bundesfinale in Berlin

Die beiden Landessieger sowie die jeweils Zweitplatzierten – Leonie Schömig vom Matthias-Grünewald-Gymnasium in Würzburg und Julian Prechtl vom Erasmus-Gymnasium in Amberg – vertreten Bayern nun demnächst beim Wettbewerb auf Bundesebene in Berlin: Vom 25. bis 27. Juni werden sich dort die besten Debattanten aus ganz Deutschland im Bundesfinale gegenüberstehen. Zuvor dürfen die vier Sieger im bayerischen Landesfinale ein fünftägiges, professionelles Rhetorik-Training absolvieren, das sie auf den Bundeswettbewerb vorbereitet. An dem Seminar auf der Burg Rothenfels am Main nehmen auch die Gewinner der anderen Bundesländer teil.

Diskussionsrunde der Förderer mit 1. Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet (re.) und Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich (2.v.re.) | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Zum Auftakt des Landeswettbewerbs im Maximilianeum hatte der 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet wichtige Erfolgsfaktoren in einer Debatte genannt: „Nichts ist überzeugender als ein klar formulierter Gedanke, von dessen Richtigkeit man überzeugt ist“, erklärte er. Aus der Sicht des 1. Landtagsvizepräsidenten ist der faire Austausch von guten Argumenten die solideste Grundlage für eine objektive Meinungsbildung.


Auch Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich würdigte die Bedeutung des Wettbewerbs: „In einer demokratischen Gesellschaft ist es wichtig, sich über unterschiedlichste Themen eine fundierte Meinung zu bilden und diese mit guten Argumenten überzeugend darstellen zu können. Bei ‚Jugend debattiert’ lernen die Schülerinnen und Schüler, sich mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinanderzusetzen und für ihre Meinung einzutreten.“

Rund 29.000 Schülerinnen und Schüler an 110 Schulen haben sich in diesem Schuljahr in Bayern bei „Jugend debattiert“ beteiligt. Wettbewerbe fanden zuvor bereits auf Schul- und Regionalebene statt. Die Vorbereitung der Jugendlichen auf den Wettbewerb erfolgt an den Schulen im Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften oder in Debattierclubs. Dabei spielen die Förderung rhetorischer Fähigkeiten, die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen und aktuellen Streitfragen sowie die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit eine wichtige Rolle. Bei ihrer Bewertung achtet die Jury auf die Sachkenntnis, das Ausdrucksvermögen, die Gesprächsfähigkeit sowie die Überzeugungskraft der Debattanten. /kh


Die Finalisten im Landeswettbewerb „Jugend debattiert“ in Bayern 2015:

Debatte Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 9/10):
1. Platz: Franziska Köstler, Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt 
2. Platz: Leonie Schömig, Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg
3. Platz: Daniela Engelmayr, A.B. von Stettensches Institut Augsburg
4. Platz: Mario Siegle, Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt 

Debatte Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 10/11 bis 13):
1. Platz: Florian Sabath, Gymnasium Friedberg
2. Platz: Julian Prechtl, Erasmus-Gymnasium Amberg
3. Platz: Noah Schöppl, Gymnasium bei St. Anna Augsburg
4. Platz: Fabienne Brauckhoff, Burkhart-Gymnasium Mallersdorf-Pfaffenberg

Der Landeswettbewerb in Bayern wird von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Bayerischen Landtag getragen und steht unter der Schirmherrschaft der Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, und des bayerischen Kultusministers, Dr. Ludwig Spaenle. Initiator und Schirmherr von „Jugend debattiert“ auf Bundesebene ist der Bundespräsident.

Weitere Informationen unter www.jugend-debattiert.de


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