Bayerischer Landtag

21.02.2011 - "Der Landtag sind wir!" - Bayerischer Landtag veranstaltet Großplanspiel

„Der Landtag gehört heute Euch!“ – Mit diesen Worten hat Landtagspräsidentin Barbara Stamm am 21. Februar rund 120 Schülerinnen und Schüler zum großen Planspiel im Maximilianeum willkommen geheißen. Einen Tag lang übernahmen die Jugendlichen die Rolle der Abgeordneten. Dabei erlebten sie praxisnah, wie der Prozess der Meinungsbildung in den parlamentarischen Gremien – vom Gesetzentwurf bis zur Verabschiedung in der Vollversammlung – abläuft.

Bild: Abstimmung im Plenum per Handzeichen - wie im wirklichen politischen Leben. | Foto: Dr. Doerthe Winter-Berke
Abstimmung im Plenum per Handzeichen - wie im wirklichen politischen Leben. | © CAP

Seit 2007 veranstaltet der Bayerische Landtag jährlich rund 70 Planspiele an Schulen in ganz Bayern. Einmal im Jahr findet ein Großplanspiel mit Teilnehmern aus fünf bayerischen Schulen im Maximilianeum statt. Schülerinnen und Schüler haben dabei die Möglichkeit, direkt im Landtag die Organisation und Arbeitsweise des bayerischen Parlaments aus eigener Anschauung kennenzulernen. „Ziel muss es sein, am Ende einer kontroversen Debatte zu einem tragfähigen Konsens und einer gemeinsamen Vorgehensweise zu finden. Das gehört zum Wesen der parlamentarischen Demokratie“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Begrüßung der Jugendlichen im Senatssaal.

Diskussionen über die Themen „Schulreform“ und „Jugendkriminalität“

„Schulreform“ und „Jugendkriminalität“ hießen die beiden Themenschwerpunkte, die dieses Mal als fiktive Gesetzesinitiative für das Planspiel „Der Landtag sind wir!“ von den Fachkräften des Centrums für angewandte Politikforschung (CAP) vorgegeben worden waren. Wie im richtigen Parlamentsbetrieb erarbeiteten die Jugendlichen dazu als Angehörige einer Fraktion und als Mitglieder von Ausschüssen Gesetzentwürfe, debattierten darüber und verabschiedeten im Plenum Gesetze.

„Es macht Spaß, zu erleben, wie die parlamentarische Arbeit funktioniert. In der Praxis ist Politik aber gar nicht so einfach, wie ich zunächst dachte“, beschreibt etwa Laura Piehler ihre ersten Eindrücke. Zusammen mit Sozialkundelehrerin Sabine Lauterbach hatten sich Laura Piehler und ihre Schulkameradinnen vom Gymnasium des Max-Josef-Stifts München bereits im Vorfeld intensiv auf das Planspiel im Landtag vorbereitet – unter anderem durch Recherchen auf der Landtagshomepage. „Dort haben wir alle relevanten Informationen rund um die Abläufe im Parlament schnell und einfach gefunden“, betont Sabine Lauterbach. „Das Planspiel ist nun eine hervorragende Ergänzung zur Theorie im Unterricht.“

Neben Schülerinnen und Schülern aus München nahmen an dem Großplanspiel außerdem Jugendliche des Humboldt-Gymnasiums Vaterstetten, des Hildegardis-Gymnasiums Kempten, des Gymnasiums Fürstenried und der Maria-Ward-Mädchenrealschule Eichstätt teil. Die bildungspolitischen Sprecher der fünf Landtagsfraktionen hatten diese Schulen vorgeschlagen.

Dialog mit den bildungspolitischen Sprechern

Für alle Fragen, die nach dem Spiel noch offen waren, standen die Bildungspolitiker des Landtags dann in der Abschlussrunde Rede und Antwort: „Brauchen die politischen Parteien eine Frauenquote?“, „Wie sinnvoll sind Erziehungscamps?“ oder: „Soll das Sitzenbleiben abgeschafft werden?“, wollten die Jugendlichen zum Beispiel wissen. Georg Eisenreich (CSU), Florian Ritter (SPD), Eva Gottstein (Freie Wähler), Thomas Gehring (Bündnis 90/Grüne) und Renate Will (FDP) stellten dazu ihre politischen Positionen vor und diskutierten mit den Jugendlichen./kh

Jugendliche auf den Plätzen der Abgeordneten im Plenarsaal. | Foto: Dr. Doerthe Winter-Berke
´Es lohnt sich, sich für die Demokratie einzusetzen´ sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Begrüßung zu den Jugendlichen. | Foto: Dr. Doerthe Winter-Berke
Rund 120 Jugendliche nahmen am Großplanspiel im Landtag teil. | Foto: Dr. Doerthe Winter-Berke
Verfolgten aufmerksam die Debatte: Mädchen auf den Rängen der FW-Fraktion. | Foto: Dr. Doerthe Winter-Berke
Teilnehmer des Planspiels auf den Plätzen der SPD-Fraktion. | Foto: Dr. Doerthe Winter-Berke
Jugendliche aus fünf bayerischen Schulen kamen am 21. Februar ins Maximilianeum zum Planspiel. | Foto: Dr. Doerthe Winter-Berke
Seitenanfang