Bayerischer Landtag

21.11.2012 - Bayerischer Club zeichnet herausragende Seminararbeiten aus

Von den bayerischen Seen bis zur Globalisierung: Sieben Abiturientinnen aus allen Regierungsbezirken für hervorragende Seminararbeiten zu Bayern ausgezeichnet.

Bild: Alle Siegerin im Plenarsaal des Bayerischen Landtags mit Kulturstaatssekretär Bernd Sibler (l.), Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Prof. Albert Scharf vom Bayerischen Club. | Foto: Rolf Poss
Alle Siegerin im Plenarsaal des Bayerischen Landtags mit Kulturstaatssekretär Bernd Sibler (l.), Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Prof. Albert Scharf vom Bayerischen Club. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

- Von Heidi Wolf und Kathrin Gallwitz -

Sieben bayerische Abiturientinnen aus allen Regierungsbezirken erhielten am 21. November 2012 aus den Händen von Prof. Albert Scharf, Sprecher des Bayerischen Clubs zur Förderung der bayerischen Kultur, eine Auszeichnung für ihre hervorragenden Seminararbeiten zu Themen der bayerischen Geschichte und Gegenwart. "Bayern muss auf der Agenda bleiben, wie man heute so sagt. Und zwar nicht aus Verklärung, sondern zum Verständnis. Heimat kann eine Verankerung sein in den Strömungen des Lebens", sagte Scharf. Das Preisgeld von insgesamt 6.000 Euro teilten in diesem Jahr nur junge Frauen unter sich auf: Sie hatten mit ihren Arbeiten zu historischen, geographischen, physikalischen, gesellschaftlichen und biologischen Themen mit Bezug zu Bayern beeindruckt. Aus dem Kreis der sieben Bezirkssiegerinnen wurde die Regensburgerin Evamaria Meier mit dem Landespreis ausgezeichnet. Die Schülerin hatte die Jury mit ihrer Arbeit zur Jugend der Schriftstellerin Marieluise Fleißer besonders überzeugt.

Der Preis weckt das Interesse an der eigenen Heimat

„Die Preisträgerinnen haben sich in beeindruckender Weise und auf hohem Niveau mit der bayerischen Geschichte und Kultur auseinandergesetzt“, gratulierte Kultusstaatssekretär Bernd Sibler. Ausdrücklich dankte er dem Bayerischen Club für sein Engagement für junge Menschen in Bayern. „Der Preis des Bayerischen Clubs fördert das Interesse junger Menschen an ihrer Herkunft“, betonte Kultusstaatssekretär Bernd Sibler in seinem Grußwort anlässlich der Feierstunde. „Und diese Auseinandersetzung ist für junge Menschen von hohem Wert. Denn nur wer seine Wurzeln kennt, kann die eigene Identität ausbilden“, so der Kultusstaatssekretär. Gemeinsam mit dem Bayerischen Club hatte das Kultusministerium die aus allen Regierungsbezirken Bayerns stammenden Preisträgerinnen ausgewählt. Bei den Preisträgern handelt es sich von jeher um Abiturientinnen und Abiturienten, die aufgrund ihrer herausragenden schulischen Leistungen zur Begabtenprüfung zugelassen worden sind.

Die Schülerinnen beleuchteten in ihren Seminararbeiten unterschiedlichste Aspekte Bayerns

In ihren Arbeiten hatten sich die Schülerinnen mit sehr unterschiedlichen Aspekten ihrer bayerischen Heimat befasst. So untersuchte eine Abiturientin die regionalen Auswirkungen der Globalisierung auf den Arbeitsmarkt vor Ort. Andere Schülerinnen setzten sich mit ihrer Heimat als „Schauplatz tektonischer Ereignisse mit ihren Auswirkungen bis in die heutige Zeit“ oder als Ort der Beziehung zwischen Ludwig Liebl und Adolf Hitler während der „Kampfzeit“ auseinander. Die Siegerinnen auf Bezirksebene erhielten für ihre Arbeit jeweils 750 Euro als Preisgeld. Die Leistung der Landessiegerin wurde mit 1500 Euro belohnt.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm freute sich über die besondere Frauenquote unter den Preisträgern: 100 Prozent

Die Verleihung der Preise fand traditionsgemäß im Maximilianeum statt, das König Maximilian II. zur Förderung der begabtesten jungen Menschen Bayerns erbauen ließ. Landtagspräsidentin Barbara Stamm freute sich über die bemerkenswerte Frauenquote von stolzen 100 Prozent, denn die preisgekrönten Arbeiten stammten alle von jungen Frauen. „Nicht, dass Frauen heutzutage noch beweisen müssten, wie gut sie sind – aber ein schönes Signal ist die 100-Prozent-Quote schon“, merkte Stamm in ihrer Begrüßungsrede an. Darin betonte sie auch, warum es dem Bayerischen Landtag gemeinsam mit dem Bayerischen Club so wichtig ist, Arbeiten über Bayern zu würdigen. „Heimat braucht Menschen, die sie kennen, die sie mögen, und die sie gestalten. Und Sie, liebe Preisträgerinnen, haben sich in Ihren Seminararbeiten intensiv mit Dingen befasst, die Ihre nahe Umgebung betreffen. Es ist nun mal die Welt vor unserer Haustür, die wir unmittelbar mitgestalten können. Und dazu haben Sie mit Ihren Seminararbeiten einen ersten Schritt getan."

Der Preis des Bayerischen Clubs zur Förderung der bayerischen Kultur wurde im Jahr 2000 zum ersten Mal verliehen. Seitdem schafft der Bayerische Club alljährlich für Abiturienten und Abiturientinnen einen besonderen Anreiz, sich in ihren Seminararbeiten mit ihrer bayerischen Heimat zu beschäftigen.

Folgende Schülerinnen wurden ausgezeichnet:
Landessiegerin: Evamaria Meier, Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg: „Die Jugendbiographie der Marieluise Fleißer“ (Geschichte)
• Julia Fleischmann, Wirsberg-Gymnasium Würzburg: „Sukzession eines Sees – Vorstellung verschiedener Stadien und ihrer charakteristischen Arten mit einer Fotodokumentation“ (Biologie)
• Juliane Gutsmiedl, Gymnasium Freyung: „Weltweit agierende Firmen – Arbeitsplätze vor Ort? Eine Analyse der regionalen Auswirkungen der Globalisierung“ (Sozialkunde)
• Nicole Hopfner, Apian-Gymnasium Ingolstadt: „Ludwig Liebl und Adolf Hitler – Ingolstadt als Schauplatz ihrer Beziehung während der ‚Kampfzeit’“ (Geschichte)
• Ioanna Kopasaki, Melanchthon-Gymnasium Nürnberg: „Entrechtung des Rechtsstandes am Beispiel der Nürnberger Familie Berlin“ (Geschichte)
• Stefanie Kranz, Gymnasium Wertingen: „Buttenwiesen – energieaktive Zukunftsgemeinde“ (Physik)
• Carolin Künzel, Walter-Gropius-Gymnasium Selb: „Euregio Egrensis – Unsere Heimat als Schauplatz tektonischer Ereignisse mit ihren Auswirkungen bis in die heutige Zeit“ (Geographie)

Prof. Albert Scharf, Julia Fleischmann aus Würzburg, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Kulturstaatssekretär Bernd Sibler. | Foto: Rolf Poss
Prof. Albert Scharf, Juliane Gutsmiedl aus Freyung, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Kulturstaatssekretär Bernd Sibler. | Foto: Rolf Poss
Prof. Albert Scharf, Nicole Hopfner aus Ingolstadt, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Kulturstaatssekretär Bernd Sibler. | Foto: Rolf Poss
Prof. Albert Scharf, Ioanna Kopasaki aus Nürnberg, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Kulturstaatssekretär Bernd Sibler. | Foto: Rolf Poss
Prof. Albert Scharf, Stefanie Kranz aus Wertingen, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Kulturstaatssekretär Bernd Sibler. | Foto: Rolf Poss
Prof. Albert Scharf, Carolin Künzel aus Selb, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Kulturstaatssekretär Bernd Sibler. | Foto: Rolf Poss
Prof. Albert Scharf, Landessiegerin Evamaria Meier aus Regensburg, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Kulturstaatssekretär Bernd Sibler. | Foto: Rolf Poss
Für den musikalischen Rahmen sorgte die Lozzi Big Band vom Pestalozzi Gymnasium in München. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm sprach das Grußwort. | Foto: Rolf Poss
Seitenanfang