Bayerischer Landtag

22.08.2013 - „Wahl-O-Mat“ für die Landtagswahl geht online

Bild: Für den Wahl-O-Mat hat eine Redaktion aus jungen Erwachsenen 38 Thesen entwickelt und eingespeist. | Foto: Rolf Poss
Für den Wahl-O-Mat hat eine Redaktion aus jungen Erwachsenen 38 Thesen entwickelt und eingespeist. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

– Von Katja Helmö –

„Willst Du mit mir wählen gehen?“ und „Du hast die Wahl!“ – mit diesen Slogans auf T-Shirts und Plakaten in leuchtendem Orange haben Jungredakteure im Alter zwischen 18 und 26 Jahren heute im Bayerischen Landtag für den „Wahl-O-Mat“ geworben. 38 Thesen, die das Redaktionsteam zusammen mit Experten für die Internetanwendung entwickelt hat, zeigen die Positionen der Parteien zu landespolitischen Fragestellungen auf. „Das interaktive Wahltool bietet eine wichtige Chance für die politische Bildungsarbeit in einem Zeitalter, in dem mehr als drei Viertel aller Bürger das Internet aktiv nutzen“, waren sich Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Kultusminister Ludwig Spaenle und Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings, bei der Präsentation im Maximilianeum einig. Gemeinsam schalteten sie den Wahl-O-Mat für die Landtagswahl 2013 in Bayern frei.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Gespräch mit jungen Erwachsenen bei der Vorstellung des Wahl-O-Mats im Maximilianeum. | Foto: Rolf Poss
Bei der Präsentation auf der Bühne (v.l.): Kultusminister Ludwig Spaenle, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm möchte mit der neuen Anwendung im Netz das Interesse junger Menschen für politische Themen wecken. | Foto: Rolf Poss

Per Mausklick Parteiprogramme kennenlernen

Den „Wahl-O-Mat“ entwickelte die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in Kooperation mit dem Bayerischen Jugendring und der Bundeszentrale für politische Bildung im Vorfeld der Landtagswahl, die am 15. September 2013 stattfindet. Es handelt sich dabei um eine Internet-Anwendung, die sich vor allem an Jungwählerinnen und -wähler richtet. Sie sollen schnell und einfach – quasi per Mausklick – herausfinden, welche Partei der eigenen politischen Position am nächsten kommt. Die Themenfelder sind dabei breit gestreut und reichen von Familie, Arbeitswelt und Wirtschaft zu Bildung und Integration.

„Es ist inzwischen aus vielen Äußerungen bekannt, dass ich kein großer Internet-Fan bin. Aber ich weiß natürlich, dass gerade junge Wählerinnen und Wähler elektronische Medien intensiv nutzen, um sich zu informieren“, erklärte Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Vorstellung des „Wahl-O-Mat“ im Steinernen Saal. Die Anwendung im Netz wertete sie als gute Möglichkeit, das Interesse junger Menschen für politische Themen zu wecken. „Die Zahl der Nicht-Wähler ist ohnehin viel zu hoch“, stellte Stamm fest.

„Das Wahlrecht ist ein Bürgerrecht“, unterstrich Ludwig Spaenle in seinem Grußwort. So gesehen eröffne der „Wahl-O-Mat“, ein Bürgerrecht. Spaenle lud alle Bürgerinnen und Bürger – „digitale Eingeborene“ ebenso wie „digitale Einwanderer“ – dazu ein, den „Wahl-O-Mat“ zu nutzen.

Dass der Wahl-O-Mat vor genau zehn Jahren erstmals nach Bayern geholt worden war – daran erinnerte Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jungendrings. Die Anwendung sei populär, weil sie – kurz und knapp – Wahlprogramme im Überblick vorstelle.

Spaß beim Surfen auf der „Wahl-O-Mat“-Plattform

Martin Hetterich, Online-Redakteur der Bundeszentrale für politische Bildung und bundesweiter Projektleiter für den „Wahl-O-Mat“, stellte Umfragezahlen vor, wonach drei von vier Nutzern erklärten, die Unterschiede zwischen den Parteien besser kennengelernt zu haben. 86 Prozent der Nutzer hätten festgestellt, dass das Surfen auf der „Wahl-O-Mat“-Plattform richtig Spaß macht. Getestet haben dies, gleich im Anschluss, die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen im Landtag, die hier ihre Eindrücke widergeben:

Bild: Gruppenbild mit den jugendpolitischen Sprechern der Fraktionen. | Foto: Rolf Poss
Gruppenbild mit den jugendpolitischen Sprechern der Fraktionen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Josef Zellmeier (CSU) : „Der Wahl-O-Mat ist für Jungwähler eine gute Geschichte. Insbesondere vor der ersten Wahl sind junge Erwachsene oft ja noch in der Überlegungsphase und haben sich noch nicht so intensiv mit Politik beschäftigt.“

Linus Förster (SPD) : „Der Wahl-O-Mat ist eine gute Entscheidungshilfe. Die Anwendung motiviert, sich inhaltlich mit den Programmpunkten der Parteien auseinanderzusetzen. Man überlegt, wie man zu bestimmten Themen steht.“

Thorsten Glauber (FREIE WÄHLER) : „Wo stehe ich politisch?“ – Dazu kriege ich über den Wahl-O-Mat ein fundiertes Feedback. Dieses Online-Angebot bietet zudem eine wichtige Chance für politische Bildung, auch im außerschulischen Bereich.“

Ludwig Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) : „Ich freue mich, dass die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und der Bayerische Jugendring zur diesjährigen Landtagswahl wieder einen Wahl-O-Maten veröffentlichen konnten, nachdem dies vor fünf Jahren leider durch die ÖDP gerichtlich verhindert wurde. Gerade für Erstwähler*innen ist dieses interaktive Webangebot eine wichtige Hilfe bei der eigenen Wahlentscheidung. Aus meinem Bekanntenkreis ist mir jedoch bekannt, dass auch viele ältere Wähler*innen den Wahl-O-Maten als Orientierungshilfe verwenden.“

Julika Sandt (FDP) : „Wahlprogramme sind mitunter trocken und langweilig durchzulesen. Wer ohne Klischees und Vorurteile im Wahl-O-Mat Positionen vergleicht, ist vielleicht überrascht.“

Weiterführende Links

Wahl-O-Mat Bayern 2013

Seitenanfang