Bayerischer Landtag

22.12.2010 - Ein Friedenslicht aus Oberösterreich für Bayern - Barbara Stamm: "Brauch erinnert an Sinn des Weihnachtsfestes"

Eine Delegation aus Oberösterreich hat das Friedenslicht nach Bayern gebracht. Landtagspräsident Friedrich Bernhofer übergab es am Mittwochabend, 22. Dezember 2010, zusammen mit dem zehnjährigen Stefan Ivatovic in einer feierlichen Zeremonie in der Andreaskapelle in Passau an seine bayerische Kollegin Barbara Stamm.

Bei der Übergabe des Friedenslichts (v.l.): Oberösterreichs Landtagspräsident Friedrich Bernhofer, Franz Meyer, Landrat des Landkreises Passau, Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit dem zehnjährigen Stefan Ivatovic, der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Günther Hartl vom ORF Linz. | © Monika Zieringer
Bei der Übergabe des Friedenslichts (v.l.): Oberösterreichs Landtagspräsident Friedrich Bernhofer, Franz Meyer, Landrat des Landkreises Passau, Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit dem zehnjährigen Stefan Ivatovic, der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Günther Hartl vom ORF Linz. | © Monika Zieringer

„Dieser schöne Brauch erinnert uns auf anrührende Weise an den eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes. Weihnachten ist das Fest der Liebe und des Lichtes. Wir alle können unseren Teil zu einem friedlichen Miteinander beitragen“, wandte sich Barbara Stamm an die Zuhörerinnen und Zuhörer. Vor 25 Jahren hat der Österreichische Rundfunk (ORF) die Aktion Friedenslicht ins Leben gerufen, die inzwischen in über 30 Ländern in ganz Europa lebendig ist. Landtagspräsidentin Barbara Stamm will die Übergabe des Lichtes vom Oberösterreichischen an den Bayerischen Landtag in Passau zur Tradition machen: Sie regte an, dass sich die Delegationen dafür künftig jedes Jahr kurz vor Weihnachten treffen. Friedrich Bernhofer, ihr Kollege aus dem Nachbarland, und der Passauer Landrat Franz Meyer nahmen die Idee begeistert auf.

Heuer hatte der ORF den zehnjährigen Stefan Ivatovic als Friedenslicht-Kind ausgewählt. Seine Eltern waren während des Bürgerkrieges im ehemaligen Jugoslawien aus Kroatien nach Oberösterreich geflüchtet, wo sie eine neue Heimat fanden und eine Familie gründeten. Stefan war schon in Bethlehem dabei, als das Licht in der Geburtsgrotte entzündet wurde. Nach Passau kam es zum ersten Mal auf dem Schiff – auf der Donau, dem Strom, der die beiden Länder verbindet. „Wir möchten damit den bayerischen Nachbarn für die langjährige gute Zusammenarbeit über Grenzen hinweg danken. Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger haben davon großen Nutzen. Gute Nachbarschaft ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte der oberösterreichische Landtagspräsident Friedrich Bernhofer in seinem Grußwort.

Professor Otto Mochti und Marianus Hauseder, der Abt des Stifts Engelszell, gestalteten die Feier in der Andreaskapelle des Passauer Doms St. Stephan. Hauseder erinnerte dabei an die gemeinsame Vergangenheit: Der Passauer Bischof Bernhard von Prambach hatte 1293 das einzige Trappistenkloster in Österreich gegründet. „Gute Taten werden gerne angenommen“, betonte der Abt. Domdekan Otti Mochti würdigte den Weihnachtsbrauch, den der ORF begründet hat: „So wie der Liebe wohnt dem Licht die Kraft inne, sich zu vermehren, wenn man es weitergibt!“ Stefan Ivatovic zündete an diesem Abend viele kleine Friedenslichter an.

„Grüße deine Familie“, bat Barbara Stamm den Buben. „Ihr Kinder seid unser höchstes Gut. Es lohnt sich, Euch in der ganzen Welt eine gute Zukunft zu geben, damit Ihr einmal sagt: Frieden und Freiheit sind das, was wir weitertragen wollen“, lautete die Botschaft der Landtagspräsidentin.

Die Bläsergruppe und die Engelhartszeller Liedertafel stimmten die Gäste auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Goldhaubenfrauen aus dem Passauer Land und aus Oberösterreich verliehen der Feier zusätzlichen Glanz. Günther Hartl vom ORF Linz war hoch zufrieden: „Wir sind glücklich, dass wir einen Brauch geschaffen haben, der dem Sinn von Weihnachten entspricht. Das Friedenslicht leuchtet in Passau als Zeichen der Völkerverständigung.“/hw

Eindrücke von der Übergabe des Friedenslichts in Passau

Der zehnjährige Stefan Ivatovic holte das Friedenslicht aus Bethlehem. Die Eltern des Buben flüchteten während des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien nach Oberösterreich, wo sie eine neue Heimat fanden. | Foto: Heidi Wolf
Professor Otto Mochti (li.) und Marianus Hauseder, Abt des Stifts Engelszell, gestalteten die Feier in der Andreaskapelle des Passauer Doms. | Foto: Heidi Wolf
Landtagspräsidentin Barbara Stamm möchte die Übergabe des Lichtes vom Oberösterreichischen an den Bayerischen Landtag in Passau zur Tradition machen. | Foto: Heidi Wolf
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