Bayerischer Landtag

23.04.2012 - Wettstreit um die besten Argumente: Landesfinale von "Jugend debattiert" im Maximilianeum

Bild: Teilnehmer des Eröffnungsgesprächs (v.r.): Reinhold Bocklet, I. Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Bernd Sibler, Staatssekretär im Kultusministerium, Dr. Horst Nasko, Heinz Nixdorf Stiftung und Philipp Grammes, Bayern 2 | Foto: LTA
Teilnehmer des Eröffnungsgesprächs (v.r.): Reinhold Bocklet, I. Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Bernd Sibler, Staatssekretär im Kultusministerium, Dr. Horst Nasko, Heinz Nixdorf Stiftung und Philipp Grammes, Bayern 2 | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

„Sollen Sportvereine für das Fehlverhalten ihrer Fans nur bei Heimspielen bestraft werden?“ Und: „Soll in Bayern bei Landtagswahlen die Fünf-Prozent-Hürde auf drei Prozent gesenkt werden?“ – Zu diesen beiden Fragen lieferten sich am 23. April 2012 im Maximilianeums die Finalisten des Landeswettbewerbs „Jugend debattiert“ Wortgefechte auf hohem Niveau.

Debattiert wurde nach klaren Regeln: Pro Debatte vier Schüler, eine Streitfrage, 24 Minuten Dauer. Der 15-jährige Noah Schöppl vom Gymnasium bei St. Anna in Augsburg überzeugte bei der Frage „Sollen Sportvereine für das Fehlverhalten ihrer Fans nur bei Heimspielen bestraft werden?“, dem Thema für die Klassen 8 bis 9/10. Er argumentierte eindrucksvoll dafür. Der 20-jährige Simon Kapfer von der Hans-Leipelt-Fachoberschule in Donauwörth konnte bei der Frage „Soll in Bayern bei Landtagswahlen die Fünf-Prozent-Hürde auf drei Prozent gesenkt werden?“ den Landeswettbewerb der Jahrgangsstufen 10/11 bis 13 für sich entscheiden. Er trat überzeugend für eine Senkung ein.

Mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler an 100 Schulen in Bayern haben sich im Laufe dieses Schuljahres am Wettbewerb „Jugend debattiert“ beteiligt. Die beiden Debattensieger und die jeweils Zweitplatzierten Felix Boxler vom Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium, Lauf, und Stefan Schwaiger von der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule in Weilheim vertreten Bayern nun beim Bundeswettbewerb von „Jugend debattiert“ in Berlin. Eine fachkundige Jury bewertete die Debatten öffentlich nach Sachkenntnis, Ausdrucks­ver­mögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

Als Preis für ihren Erfolg beim Landesfinale erhalten alle vier Sieger ein fünftägiges professionelles Rhetorik-Training, das sie gemeinsam mit den Siegern der anderen Länder auf die Bundesebene vorbereitet. Beim Bundesfinale am 23. Juni 2012 werden sich dann die besten Debattanten aus ganz Deutschland gegenüberstehen.

Reinhold Bocklet, I. Vizepräsident des Bayerischen Landtags, betonte: „Lebendige und konstruktive Debatten führen uns zu tragfähigen Entscheidungen in der Politik. Debatten sind vor allem dann gut, wenn Pro und Kontra mit Sachverstand diskutiert und abgewogen werden. Diese Fähigkeiten trainieren Schüler bei „Jugend debattiert“ und eignen sich dadurch wichtige Schlüsselkompetenzen für sich selbst und für den Umgang miteinander in unserer Gesellschaft an.“

„Jugend debattiert“ leistet in Bayern einen wertvollen Beitrag für die Erziehung zu demokratischem Denken und Handeln. „Hier lernen unsere Schülerinnen und Schüler, ihre eigene Meinung zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen fundiert darzustellen und sich mit konträren Positionen auseinanderzusetzen“, erläuterte Kultusstaatssekretär Bernd Sibler einen wesentlichen Aspekt von „Jugend debattiert“. „Der Wettbewerb ist eine gelungene Möglichkeit, Demokratie in der Schule lebendig werden zu lassen.“

„Mit „Jugend debattiert“ wollen wir Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte zu demokratischem Handeln motivieren. Dabei kommt es uns auf das individuelle, selbstverantwortliche Lernen ebenso an, wie auf die Bildung der Gemeinschaft, in der das Lernen geschieht. Das Debattieren verstehen wir als Modell – für kompetenzorientiertes Lernen, fairen Wettbewerb, politische Willensbildung und die Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen“, sind sich die beteiligten Stiftungen einig.

Die Finalisten im Landeswettbewerb Jugend debattiert in Bayern 2012

Debatte Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 10):

1. Platz: Noah Schöppl, 15 Jahre Gymnasium bei St. Anna, Augsburg

2. Platz: Felix Boxler, 14 Jahre, Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium, Lauf

3. Platz: Marc Bullach, 15 Jahre, Justus-von-Liebig-Gymnasium, Neusäß

4. Platz: Hannah Endres, 14 Jahre, Gymnasium St. Anna, Augsburg

Debatte Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 11 bis 13):

1. Platz: Simon Kapfer, 20 Jahre, Hans-Leipelt-Fachoberschule, Donauwörth

2. Platz: Stefan Schwaiger, 17 Jahre, Staatliche Fach- und Berufsoberschule, Weilheim

3. Platz: Tim Barz, 17 Jahre, Friedrich-Alexander-Gymnasium, Neustadt an der Aisch

4. Platz: Christian Emmel, 17 Jahre, Max-Reger-Gymnasium, Amberg

Weiterführende Links

Jugend debattiert - Homepage

Seit über 10 Jahren erfolgreiches Debattentraining

Seit 2001 fördert „Jugend debattiert“ sprachliche und politische Bildung sowie Meinungs- und Persönlichkeitsbildung durch Fortbildungen für Lehrkräfte und Unterrichtsreihen an Schulen. Bundesweit beteiligen sich derzeit über 135.000 Schüler/innen und ca. 5500 Lehrkräfte an über 800 Schulen.

In einer Debatte bei „Jugend debattiert“ äußern sich jeweils vier Jugendliche zu aktuellen politischen und schulischen Streitfragen. Jeder erhält zunächst zwei Minuten ungestörte Redezeit, in der er seine Position – Pro oder Kontra – darlegt. Es folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für ein Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine Minute zur Verfügung.

Der Landeswettbewerb in Bayern wird von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus getragen und steht unter der Schirmherrschaft der Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, und des bayerischen Kultusministers, Dr. Ludwig Spaenle. Die beteiligten Stiftungen haben seit 2001 rund 15 Millionen Euro für „Jugend debattiert“ zur Verfügung gestellt. Das Kultusministerium fördert den Wettbewerb durch die Bereitstellung personeller und finanzieller Ressourcen. Initiator und Schirmherr von „Jugend debattiert“ ist der Bundespräsident.

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