Bayerischer Landtag

23.06.2010 - Landtagsfraktionen im Gespräch mit den Bundespräsidentenkandidaten

Im Vorfeld der Bundespräsidenten-Wahl treffen die Fraktionen des Bayerischen Landtags zu Informationsgesprächen mit den Kandidaten zusammen: Joachim Gauck, der rot-grüne Bundespräsidenten-Kandidat, stellte sich am 23. Juni im Maximilianeum vor und warb um Unterstützung. Unionskandidat Christian Wulff wird sich am kommenden Samstag in Nürnberg und Heroldsberg mit den Fraktionsmitgliedern von CSU, FDP sowie Freien Wählern in jeweils eigenen Veranstaltungen austauschen.

Joachim Gauck im Bayerischen Landtag

Andrang der Medienvertreter: Joachim Gauck stellte sich im Lesesaal des Bayerischen Landtags den Fragen der vielen Journalisten. | Foto: Rolf Poss
Andrang der Medienvertreter: Joachim Gauck stellte sich im Lesesaal des Bayerischen Landtags den Fragen der vielen Journalisten. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Bild: Joachim Gauck bei seiner Rede im Plenarsaal | Foto: Rolf Poss
Joachim Gauck bei seiner Rede im Plenarsaal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

– Von Katja Helmö –

„Perspektiven eröffnen, ohne die eine Gesellschaft keine Zukunft hat“ – das war ein zentrales Anliegen von Joachim Gauck bei seinem Besuch im Maximilianeum. Im vollbesetzten Plenarsaal sprach er von den Hoffnungen und Sehnsüchten der Bevölkerung: „Die Menschen möchten Vertrauen in die Institutionen und Personen der Demokratie setzen.“ Dies, so Gauck, sei eine notwendige Voraussetzung, damit sich die Bürgerinnen und Bürger in ihrem Land wohlfühlten. Gauck plädierte dafür, die Demokratie zu stärken, den Parteienstaat durch bürgerschaftliches Engagement zu ergänzen und den Einzelnen zu ermutigen: „Wir brauchen eine Gesellschaft, die sich nicht fürchtet, sondern die handlungsfähig ist.“

Bild: Erntete großen Applaus: Bundespräsidentenkandidat Joachim Gauck. | Foto: Rolf Poss
Erntete großen Applaus: Bundespräsidentenkandidat Joachim Gauck. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Neben Abgeordneten und Fraktionsmitarbeitern von SPD und Bündnis 90/Die Grünen nutzten auch Parlamentarier der Regierungsfraktionen und der FW-Fraktion die Möglichkeit, den früheren DDR-Bürgerrechtler persönlich zu hören – „ein Beitrag zur politischen Kultur in diesem Haus“, wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher anerkennend feststellte. SPD und Bündnis 90/Die Grünen werden am 30. Juni gemeinsam 30 Wahlfrauen und -männer von Bayern aus nach Berlin schicken.

Treffen mit Christian Wulff in Nürnberg und Heroldsberg

Die Freien Wähler, die mit Joachim Gauck im Maximilianeum einen eigenen Termin hatten, werden am kommenden Samstag zusätzlich den Gedankenaustausch mit dem Unionskandidaten Christian Wulff in Nürnberg suchen, um ihren Meinungsbildungsprozess abzurunden. Die Freien Wähler beteiligen sich mit zehn Delegierten an der Wahl zum Bundespräsidenten. „Bei uns gibt es keinen Fraktionszwang. Alle unsere Delegierten sind aufgefordert, nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden“, betonte FW-Fraktionsvorsitzender Hubert Aiwanger, der sich den Medienvertretern gegenüber als „überzeugter Wähler von Gauck“ zu erkennen gab.

Die CSU trifft sich am kommenden Wochenende zum Kleinen Parteitag in Nürnberg. Dort findet eine Begegnung mit dem Unionskandidaten Christian Wulff statt. Die CSU stellt bei der Wahl des Bundespräsidenten insgesamt 47 Delegierte. Die FDP-Fraktion hat ebenfalls am Samstag ein Treffen mit Wulff. Dieses findet am Nachmittag im mittelfränkischen Heroldsberg statt. Die Liberalen stellen in Berlin acht Wahlleute.

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