Bayerischer Landtag

24.01.2011 - Stephanie Freifrau zu Guttenberg übernimmt Schirmherrschaft der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Bayern

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) hat mit Stephanie Freifrau zu Guttenberg eine neue „Botschafterin“: Die Autorin und Gattin des Bundesverteidigungsministers übernahm bei einem Festakt im Bayerischen Landtag am 24. Januar die Schirmherrschaft des Landesverbandes Bayern. Damit tritt sie in die Fußstapfen der Europaabgeordneten und früheren bayerischen Kultusministerin Monika Hohlmeier, die das Amt seit 1984 ausgeübt hatte.

Bei der Pressekonferenz v.l.: Dr. Monika Himmighoffen (Vorstandsvorsitzende DMSG LV Bayern e.V.), Schirmherrin Stephanie zu Guttenberg, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Monika Hohlmeier (Schirmherrin 1984 bis 2011) | Foto: Reiner Pohl
Bei der Pressekonferenz v.l.: Dr. Monika Himmighoffen (Vorstandsvorsitzende DMSG LV Bayern e.V.), Schirmherrin Stephanie zu Guttenberg, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Monika Hohlmeier (Schirmherrin 1984 bis 2011) | © DMSG Landesverband Bayern e.V.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm setzt sich seit vielen Jahren für die Belange von Menschen ein, die von Multipler Sklerose (MS) betroffen sind. Stamm präsentierte bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des Festakts im Maximilianeum zusammen mit Dr. Monika Himmighoffen, Vorstandsvorsitzende der DMSG Landesverband Bayern e.V., und DMSG-Geschäftsführer Christian Wrba die scheidende und die neue Schirmherrin: „Wir können auf diese Frauenpower stolz sein“, unterstrich die Landtagspräsidentin. Selbsthilfe und ehrenamtliches Engagement setzten wichtige Akzente und bereicherten die Gesellschaft. Gerade der Landesverband Bayern der DMSG mit seinen rund 750 Ehrenamtlichen sei dafür ein leuchtendes Beispiel: „Wenn es die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft nicht gäbe, müsste man sie erfinden“, sagte Barbara Stamm.

Multiple Sklerose – „Krankheit der tausend Gesichter“

Seit 50 Jahren betreut der Landesverband MS-Erkrankte in Bayern. MS, eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, wird oft auch als „Krankheit der tausend Gesichter“ bezeichnet, weil sie sich bei jedem Betroffenen anders äußert und unterschiedliche Verläufe nimmt. Die Krankheit tritt meist im jungen Erwachsenenalter auf in der Regel im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Schätzungsweise 15.000 Personen sind alleine im Freistaat von MS betroffen. Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch dank medizinischer Fortschritte immer besser therapierbar. Als einziger der 16 DMSG Landesverbände unterhält die DMSG Bayern zusammen mit der Landeshauptstadt München, dem Bezirk Oberbayern und dem Münchner Altenwohnstift e.V. mit der Marianne-Strauß-Klinik eine Fachklinik für MS-Kranke.

„Ich gebe die Schirmherrschaft mit einem weinenden Auge ab“, versicherte Monika Hohlmeier bei der offiziellen Übergabe im Maximilianeum. Nach dem Tod ihrer Mutter Marianne Strauß hatte sie das Amt vor 26 Jahren übernommen. Seit ihrem Wechsel als Abgeordnete in das Europäische Parlament vor eineinhalb Jahren ließen sich die Termine der DMSG immer schwerer mit ihren neuen Verpflichtungen in Straßburg, Brüssel sowie in ihrem oberfränkischen Wahlkreis koordinieren. Deshalb habe sie sich entschlossen, die Aufgabe abzugeben. Dass die Gesellschaft mit Stephanie Freifrau zu Guttenberg eine so prominente Nachfolgerin gefunden hat, freut Monika Hohlmeier: „Stefanie ist die perfekte Nachfolgerin“, betonte die Europapolitikerin, die das Amt damit weiterhin in engagierten Händen weiß. Hohlmeier verwies auch auf die hohe Popularität der Baronin. Öffentlichkeit sei sehr wichtig, um Fördergelder zu akquirieren und Netzwerke weiter auszubauen.

„Ich freue mich darauf, mich als Schirmherrin der Deutschen MS-Gesellschaft Bayern an die Seite von MS-Betroffenen, ihren Familien, Kindern und Angehörigen zu stellen und die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren“, sagte Stephanie Freifrau zu Guttenberg. Sie versprach, ihr Bestes zu tun und sich mit ganzem Herzen für verbesserte Lebensbedingungen von MS-Kranken einzusetzen. Die DMSG bietet dazu den Betroffenen vielfältige Programme an, die über medizinische und fachliche Beratungen, Seminare und Fortbildungsveranstaltungen bis hin zu Mobilitätsangeboten, wie etwa eigenen DMSG-Fahrdiensten, reichen.

Bei einem Festakt mit rund 400 Gästen feierten die Freunde der Gesellschaft die Übergabe der Schirmherrschaft. „Wir sind begeistert, dass Sie uns in Zukunft als Schirmherrin begleiten“, betonte Patientenbeirätin Ellen Galle im Namen aller MS-Patienten. Renata von Frankenberg stellte den MS-Basar vor, der vor 40 Jahren ins Leben gerufen worden war und heute der größte ehrenamtliche Wohlfahrtsbasar Bayerns ist. Bestseller-Autor Maximilian Dorner, selber MS-betroffen und Mitglied des Verbandes, warf während des Festakts literarische Schlaglichter auf das Leben mit der Krankheit. Mit einem Augenzwinkern, mit Humor, aber auch mit Tiefgang und Nachdenklichkeit erzählte er von seinem Leben als Behinderter und seinen Begegnungen mit Menschen ohne Behinderung. Für musikalischen Schwung während der Veranstaltung sorgte die MS-Selbsthilfegruppe „Probealarm“. Die acht Mitglieder hatten ihre Instrumente nicht mehr gespielt, als sie mit der Diagnose MS konfrontiert worden waren. Heute sind die Proben für die Band ein fester Termin in der Woche./ kh

Seitenanfang