Bayerischer Landtag
Die Landtagspräsidentin forderte die Jugendlichen auf, die Chancen auf ein neues Leben in Deutschland zu nutzen.| © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Erstmals besuchte eine Gruppe unbegleiteter Flüchtlinge den Landtag. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Die Landtagspräsidentin und der Integrationsbeauftragte antworteten auf die Fragen der Jugendlichen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Unbegleitete Flüchtlinge zu Gast im Landtag

Dienstag, 24. Februar 2015

Wieso gibt es eine Fraktion in Bayerns Parlament, die sich nach einer Farbe benennt? Wie funktioniert das mit der Krankenversicherung? Und: Was ist der Schlüssel, um in Deutschland am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können? Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die mit dem Integrationsbeauftragten Martin Neumeyer im Bayerischen Landtag zu Besuch waren, hatten unterschiedlichste Fragen. Und darüber freute sich die Gastgeberin, Landtagspräsidentin Barbara Stamm. „Ihre Fragen können auch eine Anregung sein, welche Themen wir im Plenum zu besprechen haben“, hatte Barbara Stamm die jungen Flüchtlinge ermuntert, Fragen zu stellen.

Erstmals waren jugendliche Flüchtlinge zu einem Dialog im Landtag, und die Landtagspräsidentin hieß alle ausdrücklich herzlich willkommen im Freistaat: „Nach allem Schrecklichen, was sie durchgemacht haben, sind Sie jetzt in einem schönen, friedlichen und demokratischen Land. Nutzen Sie die Chance, die sich Ihnen allen hier bietet. Lernen Sie die Sprache, das ist das Tor zu neuen Möglichkeiten. Schulisch und beruflich.“

Martin Neumeyer bekräftigte das in einer engagierten Ansprache. „Der Schlüssel für den Erfolg ist die Sprache. Das ist die Basis – aber dazu kommt die Bildung. Es ist der einzige Weg am Leben hier teilzunehmen, es gibt keine andere Möglichkeit“, betonte Neumeyer und gestand ein, dass es in der Flüchtlingsfrage viele Herausforderungen gibt. „Ich sehe das als Beginn eines Dialogs und ich weiß, dass viele Furchtbares hinter sich haben. Wenn man in die Augen von Menschen blickt, die den Krieg erlebt haben, dann sieht man viele Diskussionen um die Flüchtlingspolitik ein bisschen anders“, sagte Neumeyer und wies darauf hin, dass Deutschland eines der Länder sei, das am meisten Flüchtlinge aufnehme. Viele der Flüchtlinge wandten sich mit ihren individuellen Anliegen an Neumeyer und der versprach zu helfen, wo immer er könne. Ein junger Libyer bedankte sich formvollendet und verkündete: „Es ist eine Ehre, in dieses Haus eingeladen worden zu sein.“ /zg

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