Bayerischer Landtag

26.11.2010 - Präsidium des Bayerischen Landtags auf Informationsreise in Nordschwaben

Unter dem Motto „Die Volksvertretung kommt zum Volk“ hat das Präsidium des Bayerischen Landtags am 26. November den direkten Kontakt mit den Menschen im nördlichen Teil Schwabens gesucht. Landtagspräsidentin Barbara Stamm eröffnete mit einem Satz von Goethe – „Lasst uns nach Schwaben entfliehen, es findet sich süße Speise da und alles Guten in Fülle . . .“ – den Abendempfang des Bayerischen Landtags in Burgau (Landkreis Günzburg) für verdiente Bürgerinnen und Bürger aus der Region. Mit dem Empfang endete der eintägige Besuchs- und Informationstag durch die Landkreise Donau-Ries, Dillingen und Günzburg.

Abendempfang in Burgau, Landkreis Günzburg

Landtagspräsidentin Barbara Stamm (Mitte) während ihrer Begrüßungsrede beim Abendempfang in Burgau mit (v.l.): Christine Kamm, Georg Schmid, Sylvia Stierstorfer, Reinhold Bocklet, Jörg Rohde, Brigitte Meyer, Ulrike Müller und Prof. Dr. Georg Barfuß. | Foto: Bernhard Weizenegger
Landtagspräsidentin Barbara Stamm (Mitte) während ihrer Begrüßungsrede beim Abendempfang in Burgau mit (v.l.): Christine Kamm, Georg Schmid, Sylvia Stierstorfer, Reinhold Bocklet, Jörg Rohde, Brigitte Meyer, Ulrike Müller und Prof. Dr. Georg Barfuß. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Bild: Landtagspräsidentin Barbara Stamm (3.v.r.) und Georg Schmid (2.v.r.) im Gespräch mit Vertretern der Schule sowie Landrat Stefan Rößle (rechts) und Armin Neudert, Oberbürgermeister von Donauwörth (links). | Foto: Landtagsamt
Landtagspräsidentin Barbara Stamm (3.v.r.) und Georg Schmid (2.v.r.) im Gespräch mit Vertretern der Schule sowie Landrat Stefan Rößle (rechts) und Armin Neudert, Oberbürgermeister von Donauwörth (links). | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Landtagspräsidentin Stamm besuchte mit den Vizepräsidenten und den Präsidiumsmitgliedern Reserl Sem und Sylvia Stierstorfer sowie örtlichen Abgeordneten zunächst die Ludwig-Auer-Mittelschule in Donauwörth. Rektor Werner Freißler begrüßte zusammen mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften die Gäste in der Aula und stellte das neue Modell der Mittelschule am Beispiel seiner Schule vor. Großer Wert wird dabei auf die Berufsorientierung gelegt, aber auch auf Tugenden wie Pünktlichkeit und Höflichkeit. Musikalisch gestaltete die Ludwig-Auer-Band zusammen mit einer Tanzgruppe das Rahmenprogramm. Danach erlebten die Abgeordneten eine Deutschstunde der Klasse 10bM mit, die Klassleiter Otto Mayr leitete. Eine Schülerin hielt ein Referat über die Firma Eurocopter, den größten Arbeitgeber von Donauwörth. Dabei erfuhren die Abgeordneten, dass alle Schülerinnen und Schüler der 10bM schon einen Ausbildungsvertrag haben – davon allein fünf bei Eurocopter – bzw. auf dem besten Weg dorthin sind. Am Ende des Besuchs trugen sich die Präsidiumsmitglieder in das Gästebuch der Schule ein.

Bild: Die Parlamentarier des Bayerischen Landtags in den Produktionshallen der Eurocopter GmbH. | Foto: Eurocopter GmbH
Die Parlamentarier des Bayerischen Landtags in den Produktionshallen der Eurocopter GmbH. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Danach stand eine Werksbesichtigung bei dem Hubschrauberhersteller Eurocopter GmbH auf dem Programm. Dr. Wolfgang Schoder, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Eurocopter Deutschland GmbH, präsentierte sein Unternehmen, das zu den Weltmarktführern gehört. Jugendliche, die bei Eurocopter einen Ausbildungsvertrag erhalten, bekommen damit gleichzeitig eine Übernahmegarantie. Erstaunen rief der Hinweis hervor, dass Eurocopter den Kampfhubschrauber „Tiger“ „auf Halde stapeln“ muss, weil das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) personell nicht in der Lage ist, das Modell abzunehmen, während die französischen Truppen in Afghanistan nicht mehr angegriffen wurden, seit sie den „Tiger“ einsetzen.

Bild: Am Rande des Arbeitsessens in Höchstädt: Die Mitglieder des Präsidiums mit Repräsentanten der Region. Neben der Präsidentin: Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (li.), Bürgermeisterin Hildegard Wanner (re.) und Landrat Leo Schrell (2. Reihe). | Foto: Landtagsamt
Am Rande des Arbeitsessens in Höchstädt: Die Mitglieder des Präsidiums mit Repräsentanten der Region. Neben der Präsidentin: Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (li.), Bürgermeisterin Hildegard Wanner (re.) und Landrat Leo Schrell (2. Reihe). | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Als nächster Punkt stand ein Arbeitsessen im Gasthof „Zur Glocke“ in Höchstädt auf dem Programm. Die Abgeordneten sprachen u. a. mit Regierungspräsident Karl Michael Scheufele, Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, dem Landrat von Dillingen Leo Schrell, der 1. Bürgermeisterin von Höchstädt Hildegard Wanner, dem Bezirksvorstand des Bayerischen Hausärzteverbands Dr. Jakob Berger, dem Chefarzt des Klinikums Augsburg Prof. Dr. Edgar Mayr und dem Bezirksgeschäftsführers VdK Schwaben Herbert Lochbrunner über die demographische Entwicklung in der Region und ihre Auswirkungen. Dabei standen sozialpolitische Fragen im Vordergrund.

Bild: Begegnung der Parlamentarier mit Vertretern der Regens-Wagner-Stiftung in Dillingen. | Foto: Landtagsamt
Begegnung der Parlamentarier mit Vertretern der Regens-Wagner-Stiftung in Dillingen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Am Nachmittag folgte ein Besuch bei der Regens-Wagner-Stiftung in Dillingen. Der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Monsignore Hans Appel, begrüßte die Gäste in der Regens-Wagner-Krypta. Ähnlich wie schon an den vorherigen Stationen stellte auch er die Stärken der Stiftung in den Mittelpunkt und bezeichnete Regens Wagner als einen Menschen „mit Wagemut und Gottvertrauen“. Heute gibt es bayernweit 14 Zentren der Regens-Wagner-Stiftung mit insgesamt rund 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich um Menschen mit Behinderungen kümmern. Die Abgeordneten machten danach einen Rundgang durch ein kürzlich saniertes Wohngebäude, in dem Kinder und Jugendliche, geistig behinderte Senioren sowie Gehörlose in verschiedenen Wohngruppen leben. Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen haben hier außerdem auf einer Etage die Möglichkeit, in eigenen Appartements ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Jede der Gruppen empfing die Politikerinnen und Politiker mit großer Freude und Neugier und bewirtete sie mit Getränken und Kuchen.

Den Abend rundete ein Empfang im Forum der Firma Roma in Burgau ab: „Wenn ein Parlament eine wirkliche Volksvertretung sein will, dann muss es die Begegnung und das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen, wo und wann immer es möglich ist. Nur so bleibt eine Demokratie lebendig“, sagte Landtagspräsidentin Stamm bei der Begrüßung von rund 200 Gästen aus ganz Nordschwaben, darunter vor allem Ehrenamtliche, die sich für die Allgemeinheit einsetzen. Beeindruckt zeigte sich Barbara Stamm in ihrer Rede von der Wirtschaftskraft der Region: „Unser heutiger Besuch hat mir und meinen Kolleginnen und Kollegen gezeigt, wie optimistisch und nach vorne gewandt die Schwaben sind. Und sie haben allen Grund dazu“, sagte die Präsidentin mit Blick auf die Arbeitslosenquote und die Situation am Ausbildungsmarkt in Nordschwaben.

Als ebenso wichtig bezeichnete sie das lebendige, bürgerschaftliche Engagement in der Region. Namentlich begrüßte sie die Vertreter des „Familientalers Günzburg“, einem Projekt zur Stärkung der Elternbildung, das sich kürzlich in der Kinderkommission des Bayerischen Landtags präsentieren konnte. „Auch dies ist ein Beispiel dafür, dass man den Schwaben mit Recht nachsagt, dass sie fleißig und erfinderisch sind. Aber sie übernehmen auch Verantwortung für sich selbst und für ihre Mitmenschen. Und dafür danke ich Ihnen sehr herzlich“, sagte die Landtagspräsidentin.

Im Gespräch mit den anwesenden Abgeordneten spürten die Bürgerinnen und Bürger, dass die Parlamentarier ihre Sorgen und Anliegen ernst nehmen. Und weil das gemeinsame Feiern einen festen Platz in der schwäbischen Lebensart hat, kam an diesem Abend, der musikalisch vom Jazztrio „Amuse Oreilles“ umrahmt wurde, auch die Geselligkeit nicht zu kurz./hk

Eindrücke des Tages 

Sorgte beim Abendempfang in Burgau für musikalischen Schwung: das Jazztrio Amuse Oreilles. | Foto: Bernhard Weizenegger
Mitglieder der Feuerwehr beim Abendempfang in Burgau: Vor allem Ehrenamtliche, die sich für die Allgemeinheit einsetzen, waren eingeladen. | Foto: Bernhard Weizenegger
Gedankenaustausch in Burgau: Landtagspräsidentin Barbara Stamm (2.v.l.) und Georg Winter (rechts) im Dialog mit den Gästen. Rechts neben der Landtagspräsidentin: Regierungspräsident Karl Michael Scheufele. | Foto: Bernhard Weizenegger
In Burgau im Gespräch: Landtagsdirektor Peter Worm (rechts) mit (v.l.) Regionalbischof Michael Grabow und Werner Freißler, Rektor der Ludwig-Auer-Mittelschule in Donauwörth. | Foto: Bernhard Weizenegger
Eintrag ins Gästebuch bei Eurocopter: Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit Jörg Rohde (links) und Peter Meyer (rechts). Im Hintergrund: Ulrike Müller und Franz Maget. | Foto: Eurocopter GmbH
Werksbesichtigung: Die Mitglieder des Präsidiums beim Hubschrauberhersteller Eurocopter in Donauwörth. | Foto: Eurocopter GmbH
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