Bayerischer Landtag

27.03.2012 - Runder Tisch für das Glasmuseum Frauenau: Zukunftsfähige Lösung auf den Weg gebracht

Bild: Die Teilnehmer des Runden Tisches während ihrem Gespräch zur Zukunft des Glasmuseums Frauenau | Foto: Rolf Poss
Die Teilnehmer des Runden Tisches während ihrem Gespräch zur Zukunft des Glasmuseums Frauenau | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

- Von Heidi Wolf -

München. Für das Glasmuseum Frauenau im Bayerischen Wald zeichnet sich eine zukunftsfähige Lösung ab. Das Bayerische Umweltministerium stellt für eine Übergangszeit von einem Jahr 30 000 Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld soll eine Halbtagskraft aus der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald bezahlt werden, die sich professionell um das Marketing kümmert, damit die Besucherzahlen wieder steigen. Das ist ein Ergebnis des runden Tisches, der am Dienstag, 27. März 2012, auf Initiative von Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Maximilianeum in München stattfand.

Das Wissenschaftsministerium und der Bezirk Niederbayern gewähren Zuschüsse für die Projekte und Ausstellungen, die heuer geplant sind. Um das Glasmuseum auf Dauer abzusichern, soll es in den Kulturplan für Bayern aufgenommen werden, an dem Staatskanzleichef Thomas Kreuzer derzeit arbeitet. Der Staat werde sich dann mit einem möglichst hohen Anteil an den Kosten beteiligen, so dass die Gemeinde Frauenau, der Landkreis Regen und der Bezirk Niederbayern gemeinsam den Restbetrag schultern können. „Wenn sich der Staat in einem nennenswerten Maß engagiert, dann traue ich mir zu, dass ich auch im Kreistag eine Lösung erreiche“, kommentierte Landrat Michael Adam das Signal.

An dem runden Tisch nahmen die Minister Thomas Kreuzer (CSU), Dr. Wolfgang Heubisch (FDP), Dr. Marcel Huber und Helmut Brunner (beide CSU) teil, außerdem die Landtagsabgeordneten Reinhold Perlak (SPD), Alexander Muthmann (FREIE WÄHLER) und Eike Hallitzky (Bündnis 90/Die Grünen), der Regener Landrat Michael Adam, Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein, der Frauenauer Bürgermeister Herbert Schreiner und Nationalparkchef Dr. Franz Leibl. Landtagspräsidentin Barbara Stamm drängte wiederholt auf eine Lösung. „Es stecken so viele Steuergelder drin, dass wir den Durchbruch einfach schaffen müssen“, gab sie die Leitlinie vor. Stamm erinnerte daran, dass der Oberste Rechnungshof dem Bayerischen Landtag 2007 aufgetragen habe, ein tragfähiges Konzept für das Glasmuseum zu entwickeln, weil die Gemeinde Frauenau mit der alleinigen Trägerschaft völlig überfordert sei. Der Landtag habe einen entsprechenden Beschluss gefasst und jetzt müssten endgültig Taten folgen. „Da brauchen wir natürlich die Staatsregierung“, betonte die Landtagspräsidentin. Jetzt sind die vier beteiligten Minister am Zug. Dr. Michel Henker, Leiter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, wird in Abstimmung mit ihnen ein Konzept für ein neues Trägerschaftsmodell ab 2013 entwickeln. Im Doppelhaushalt 2013/14 soll das Glasmuseum Frauenau dann fest verankert werden, gaben die Teilnehmer des runden Tisches als Ziel vor. Einen Präzedenzfall befürchte man nicht, denn bei dem Glasmuseum Frauenau handle es sich um eine in ganz Europa einmalige Einrichtung, waren sich die Teilnehmer einig.

Derzeit befindet sich das Ausstellungshaus in einem Teufelskreis: Die Gemeinde Frauenau ist mit der Trägerschaft überfordert, hat kein Geld für Werbung und eine attraktive Museumsführung. Die Konsequenz daraus sind viel zu geringe Besucherzahlen. Sie liegen derzeit bei 25 000, berichtete der Frauenauer Bürgermeister Herbert Schreiner. In den Anfangsjahren waren es 80 000 bis 90 000. Die Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Bayerischer Wald, der überaus erfolgreich im Umkreis von wenigen Kilometern eine Reihe von Besuchereinrichtungen betriebt, soll neue Impulse bringen. Deshalb sagte auch Umweltminister Marcel Huber – der Nationalpark gehört zum Umweltministerium - die Unterstützung für ein Jahr zu.

Das Präsidium des Bayerischen Landtags hatte im Mai 2010 den Regierungsbezirk Niederbayern besucht und war dabei auch mit den Problemen des Glasmuseums Frauenau konfrontiert worden. 8,4 Millionen Euro hatten der Freistaat Bayern und eine Reihe anderer Zuschussgeber in den Bau dieser in Europa einmaligen Einrichtung investiert. Der Betrieb wurde aber dann der strukturschwachen Gemeinde Frauenau überlassen, die mit dieser Aufgabe völlig überfordert ist. Deshalb habe auch der Oberste Rechnungshof den Bayerischen Landtag beauftragt, eine andere Form der Betriebsträgerschaft zu finden. Das allein sei ein bisher einmaliger Vorgang, erinnerte Landtagspräsidentin Barbara Stamm in der Gesprächsrunde am 27. März 2012. Vor einem Jahr hatte schon einmal ein runder Tisch in Sachen Glasmuseum Frauenau stattgefunden, bei dem eine Lösung greifbar nahe war, sich aber dann wegen verschiedener Umstände im Landkreis Regen nicht verwirklichen ließ.
Jetzt sollen endgültig Nägel mit Köpfen gemacht werden.

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