Bayerischer Landtag

30.01.2009 - Bayerischer Landtag veranstaltete Planspiel "Der Landtag sind wir!"

Der Landtag hat am vergangenen Freitag die Türen für 146 Schülerinnen und Schüler geöffnet: Beim Planspiel mit dem Titel „Der Landtag sind wir!“ schlüpften die Jugendlichen für einen Tag in die Rolle von Abgeordneten und erlebten dabei als „Politiker“ in den Räumen und Sälen des Maximilianeums, wie im Bayerischen Landtag Gesetze erarbeitet und verabschiedet werden.

Bild: Abstimmung im Plenum per Handzeichen. | Foto: Rolf Poss
Abstimmung im Plenum per Handzeichen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

„Wahlrecht für 16-Jährige“ und „Video-Überwachung von Marktplätzen“ hießen die beiden Themenschwerpunkte, die als fiktive Gesetzesinitiativen für das Planspiel vorgegeben waren. „Unsere Demokratie lebt davon, dass Sie mitmachen und dass Sie sich einmischen“, hatte Landtagsvizepräsident Prof. Dr. Peter Paul Gantzer den jungen Gästen in seiner Begrüßung zugerufen – eine Aufforderung, der die Jugendlichen aus Landsberg am Lech, Mallersdorf-Pfaffenberg, Marktheidenfeld, München und Neusäß mit großem Eifer nachkamen. Die Einladung der Schulklassen war auf Vermittlung der fünf jugendpolitischen Sprecher des Landtags erfolgt.

Wie im wirklichen politischen Leben . . .

Bevor sich die Schülerinnen und Schüler aber so richtig in die parlamentarische Arbeit stürzen konnten, wurden sie zunächst per Losverfahren auf die fünf Fraktionen des Landtags aufgeteilt. Dann galt es, für die CSU-Fraktion als Mehrheitsfraktion einen Kandidaten für das Amt des Landtagspräsidenten zu bestimmen. Die Wahl fiel mit großer Mehrheit auf „Frau Dr. Finsterli“ alias Astrid Uretschläger, eine 15-jährige Gymnasiastin aus Geiselhöring. Ebenfalls im Vorfeld gewählt wurden die Vorsitzenden der Fraktionen und die Besetzungen der Ausschüsse. Dann konnte es losgehen. Wie im wirklichen politischen Leben wurden Anträge studiert, Fraktionspositionen beraten und schließlich im Plenum öffentlich diskutiert.

Eindrücke vom Planspiel

146 Schülerinnen und Schüler zu Besuch im Landtag. | Foto: Rolf Poss
Die Landtagspräsidentin wacht über die Debatte der Abgeordneten. | Foto: Rolf Poss
Abstimmung per Handzeichen im Ausschuss. | Foto: Rolf Poss
In den Ausschusssitzungen formulierten die Schülerinnen und Schüler ihre Positionen. | Foto: Rolf Poss
Die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen und Michael Schmitt, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, gaben auf alle Fragen ausführlich Antwort. | Foto: Rolf Poss
Julika Sandt (FDP) im Gespräch mit den Jugendlichen. | Foto: Rolf Poss
Interner Meinungsbildungsprozess im Ausschuss. | Foto: Rolf Poss
Landtagsvizepräsident Gantzer forderte die Jugendlichen auf: Machen Sie mit! | Foto: Rolf Poss
Die Jugendlichen im Mittelpunkt des Medieninteresses. | Foto: Rolf Poss
Gedankenaustausch im Lesesaal. | Foto: Rolf Poss
Diskussion in der CSU-Fraktion. | Foto: Rolf Poss
Applaus der Jugendlichen: Es hat Spaß gemacht. | Foto: Rolf Poss
Bild: Die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen und Michael Schmitt, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, gaben auf alle Fragen ausführlich Antwort. | Foto: Rolf Poss
Die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen und Michael Schmitt, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, gaben auf alle Fragen ausführlich Antwort. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

„Ich könnte mir schon vorstellen, mich später politisch zu engagieren“, sagt Aljosha Speth alias „Sebastian Mutschler“, dem seine Rolle als CSU-Fraktionsvorsitzender sichtlich Spaß machte. Interesse für die Politik wecken und den Jugendlichen vermitteln, wie die parlamentarische Arbeit in der Praxis funktioniert – das sind wichtige Ziele des Planspiels.

Dialog mit den jugendpolitischen Sprechern

Für alle Fragen, die nach dem Spiel noch offen waren, standen in der Abschlussrunde die jugendpolitischen Sprecher Rede und Antwort: „Müssen Abgeordnete viel arbeiten?“, „Wie lange dauert es, bis ein Gesetz verabschiedet werden kann?“ oder: „Gibt es auch in Bayern einen Bundesrat?“, wollten die Jugendlichen zum Beispiel wissen. Josef Zellmeier (CSU), Dr. Linus Förster (SPD), Günther Felbinger (Freie Wähler) und Ludwig Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) gaben darauf ausführlich Antwort. Julika Sandt, jugendpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, hatte sich bereits am Vormittag den Schülerinnen und Schülern vorgestellt.

Erfahrungsaustausch München - Belgrad

Beeindruckt von der Durchführung zeigte sich übrigens auch eine Delegation des serbischen Parlaments: „In Serbien haben wir im vergangenen Herbst ebenfalls ein parlamentarisches Planspiel eingeführt. Wir nehmen ein ganzes Bündel wertvoller Anregungen von München mit nach Belgrad“, erzählt Rodoljub Dinic, Koordinator in der Öffentlichkeitsarbeit des serbischen Parlaments. „Was wir heute hier gesehen haben, hat für uns Vorbildfunktion.“

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