Bayerischer Landtag

Trauerakt für Opfer des Amoklaufs in München

Trauerakt im Bayerischen Landtag. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Landtagspräsidentin Barbara Stamm wandte sich direkt an die Angehörigen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Bundespräsident Joachim Gauck wurde von Barbara Stamm in Empfang genommen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

München, 31. Juli 2016

Eine Woche nach dem Amoklauf in München haben auf Einladung des Bayerischen Landtags, der Staatsregierung und der Landeshauptstadt München Angehörige und Vertreter aller Verfassungsorgane der Opfer des Amoklaufs von München gedacht. Bei dem gemeinsamen Trauerakt im Landtag sprachen Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bundespräsident Joachim Gauck, Ministerpräsident Horst Seehofer und Oberbürgermeister Dieter Reiter. Unter den Gästen waren auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesratspräsident Stanislaw Tillich, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, Kardinal Reinhard Marx und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Alle Redner wandten sich direkt an die anwesenden Angehörigen der insgesamt neun Todesopfer des Amoklaufs vom 22. Juli. Landtagspräsidentin Barbara Stamm appellierte daran gerade in schweren Zeiten zusammen zu stehen: „Wir trauern mit den Eltern, den Geschwistern und allen Angehörigen, die ihr Liebstes verloren haben. Wir trauern um die, die nie mehr zu ihren Familien und Freunden zurückkehren werden. Wir wollen Ihnen heute sagen: Sie sind nicht allein. Wir sind bei Ihnen, und wir sind mit Ihnen. Ich weiß: Niemand kann den Schmerz lindern, den Sie empfinden. Aber unsere Gedanken und Gebete sind bei Ihnen. Dabei spreche ich für viele, viele Menschen in Bayern, und weit darüber hinaus. Wir fühlen mit Ihnen. Wir alle wollen die Schwere der Last mit Ihnen gemeinsam tragen.“

Bundespräsident Gauck rief zu mehr Aufmerksamkeit für psychisch Kranke auf. «Die Gesellschaft muss über die Ursachen nachdenken, die Menschen wie den Täter von München zu derart mörderischen Taten treiben.“ Gleichzeitig betonte Gauck, dass die Zivilgesellschaft von Gewalt und Terror nicht in die Knie zwingen lasse. „Sie werden uns nicht zwingen zu hassen, wie sie hassen. Sie werden uns nicht in der Gefangenschaft immerwährender Furcht halten. Wir werden nämlich bleiben, was wir sind: eine mitmenschliche, solidarische Gesellschaft.“
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer erinnerte an die Pflicht des Staates, die Menschen zu beschützen. „Sicherheit ist das höchste Gut einer Demokratie, die oberste Pflicht des Staates. Die Menschen haben ein Recht darauf, dass sich die Politik entschlossen gegen jede Form von Gewalt und Terror stellt.“

Oberbürgermeister Reiter verwies darauf, dass sich München auch in einer dunklen Stunde als funktionierende Solidargemeinschaft gezeigt habe, in der Menschen sich gegenseitig geholfen hätten. „München bleibt eine bunte, weltoffene Stadt für alle.“ Die Stadt München werde die Opfer nicht vergessen und den Angehörigen zur Seite stehen.  /zg

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Bundespräsident Joachim Gauck. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
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