Bayerischer Landtag

Bayerisch-ungarischer Gedankenaustausch im Maximilianeum

Besuch im Amtszimmer des Ersten Landtagsvizepräsidenten: Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó und Konsulin Rita Chiovini | Bildarchiv Bayerischer Landtag

Montag, 17. Dezember 2018

Erster Landtagsvizepräsident Karl Freller hat Gábor Tordai-Lejkó, den Generalkonsul Ungarns in München, und Konsulin Rita Chiovini in seinem Amtszimmer im Maximilianeum empfangen. Die Gesprächspartner unterstrichen die langjährigen freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen Bayern und Ungarn bestehen.

Es sei unverzichtbar miteinander zu reden, auch wenn es Fragezeichen in der aktuellen ungarischen Regierungspolitik gebe, erklärte Freller. Seit 2007 ist er Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Vor dem Hintergrund der hohen Zahl ungarischer Opfer während des Holocaust pflegt er auch in dieser Funktion einen regelmäßigen Austausch mit Vertretern der ungarischen Erinnerungskultur und des konsularischen Korps. Auch viele Reisen durch das Land zu den Gedenkstätten und eine seit Jahrzehnten währende enge Freundschaft seiner Familie mit einer am Plattensee lebenden ungarischen Familie verbinden Freller mit Ungarn auf besondere Weise.

Der Generalkonsul bedankte sich für den freundlichen Empfang: „Ihre Arbeit ist unglaublich wertvoll“, betonte Tordai-Lejkó gegenüber Freller und verwies auf Ungarns Hauptstadt Budapest, die – nach New York – über die zweitgrößte jüdische Gemeinde außerhalb von Israel verfügt. Ungarn habe einen Gedenktag für die Opfer des Holocaust eingeführt, außerdem würden Synagogen im Land mit staatlichen Mitteln wieder aufgebaut und renoviert.

Für Gesprächsstoff sorgte auch die Entwicklung der deutschsprachigen Universität in Budapest, die nach Aussage von Tordai-Lejkó auf einem guten Weg sei, und gemeinschaftlich von Österreich, Baden-Württemberg und Bayern finanziert werde. Mit Blick auf die Wiedervereinigung, die sich 2019 zum 30. Mal jährt, sind ebenfalls bayerisch-ungarische bzw. deutsch-ungarische Begegnungen geplant. Ungarn, so Freller, hatte damals Flüchtlingen aus der DDR den Weg in die Freiheit ermöglicht und so die Wiedervereinigung Deutschlands mit unterstützt.
Der Landtagsvizepräsident und die Gäste aus Ungarn waren sich einig, die bisherige gute Kooperation weiter fortzusetzen.

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