Ungarns Außenministerin zu Besuch im Bayerischen Landtag
Ilse Aigner empfängt Anita Orbán
MÜNCHEN. Landtagspräsidentin Ilse Aigner hat die neue ungarische Außenministerin Anita Orbán im Bayerischen Landtag empfangen. Gemeinsam berieten die beiden Frauen über die deutsch-ungarischen Beziehungen nach dem Regierungswechsel in Ungarn, die wirtschaftliche Lage sowie außenpolitische Fragen.
“Die deutsch-ungarischen Beziehungen haben einen besonderen Platz in der ungarischen Geschichte. Auf dieser Grundlage möchten wir unsere bilateralen Beziehungen wieder neu starten." Damit beginnt die ungarische Außenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin das Gespräch: Erst seit Mai ist sie im Amt, doch Anita Orbán betont, dass es der neuen Regierung mit Ministerpräsident Péter Magyar von der pro-europäischen TISZA nach der Abwahl der Fidesz-Partei darum geht, die Nachwirkungen der Ära des Ministerpräsidenten Viktor Orbàn (zufällige Namensgleichheit) abzubauen. Dies nahm Landtagspräsidentin Ilse Aigner erfreut zur Kenntnis.
Bei dem Gespräch, bei dem die Außenministerin von Botschafter Dr. Peter Györkös sowie Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó und dem Konsul der Republik Ungarn in München, Peter Lorenz, flankiert wurde, ging es zu einem relevanten Teil auch um die wirtschaftlichen Beziehungen. Landtagspräsidentin Ilse Aigner sprach von den starken wirtschaftlichen Verbindungen Bayerns nach Ungarn, insbesondere in der Automobilindustrie. Anita Orbán betonte, es sei das Ziel Ungarns, dass die deutsche und ungarische Wirtschaft Hand in Hand liefen - zum Wohl beider Seiten. Der Erfolg Ungarns erkläre sich dabei längst nicht nur durch billige Arbeitskräfte.
Anita Orbán legte wert darauf, dass auch in der Außenpolitik ein grundlegender Wechsel durch die neue Regierung erfolgt sei. “Wir haben eine Außenpolitik geerbt, in der Ungarn sehr extreme Positionen einnahm”, so die Außenministerin. Es sei nicht klar, welchen Interessen dies gedient habe. Nun wende Ungarn den Blick deutlich Richtung EU: “Wir in Europa sind für unsere eigene Sicherheit verantwortlich und müssen unsere Fähigkeiten verbessern”, so Anita Orbàn. Man habe sich in der Vergangenheit zu stark auf die USA verlassen, waren sich die beiden Frauen einig. “Der Drang nach Resilienz ist bei allen Ländern Europas inzwischen stärker vorhanden”, so Aigner.
/CK