Bayerischer Landtag

02.02.2010 - Gelungener Auftakt von "Kino im Landtag": "Es war ein wunderbarer Abend"

Die neue Veranstaltungsreihe „Kino im Landtag“ hat einen furiosen Start hinter sich. Fast 400 Gäste kamen am Dienstagabend ins Maximilianeum, um das Bergsteigerdrama „Nanga Parbat“ zu sehen und dabei Regisseur Joseph Vilsmaier, den Extrembergsteiger Reinhold Messner und einen der beiden Hauptdarsteller, den Schauspieler Andreas Tobias zu erleben.

Studentinnen und Studenten der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) nutzten die Chance, mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen und ihnen ihre Arbeit vorzustellen. Das „Maximilianeum öffnet sich für einen medienpolitischen Diskurs“, umriss Präsidentin Barbara Stamm das Anliegen der neuen Reihe, die der Bayerische Landtag gemeinsam mit dem FilmFernsehFonds Bayern und der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) veranstaltet.

Abgeordnete haben oft gar nicht die Zeit, ins Kino zu gehen und sich über die neuesten Filme zu informieren. Das hat Franz Maget, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, in einem Gespräch mit Markus Aicher, dem Kinoredakteur des Bayerischen Rundfunks, gestanden. Dabei bewilligt der Landtag die Gelder für die Filmförderung. - Die Idee für „Kino im Landtag“ war geboren: Herausragende Persönlichkeiten der bayerischen und der deutschen Filmbranche sollten im Maximilianeum ihre neuesten Produktionen vorstellen können! Landtagspräsidentin Barbara Stamm unterstützte das Projekt von Anfang an. „Der Medienstandort Bayern ist ein Juwel, und wir müssen gemeinsam alles tun, damit dieses Juwel erhalten bleibt“, betonte die Gastgeberin bei der Auftaktveranstaltung (Fortsetzung unten).

Eindrücke von Kino im Landtag 

Freute sich über die große Resonanz des Kino-Abends: Landtagspräsidentin Barbara Stamm | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm begrüßte Prof. Dr. Gerhard Fuchs, Präsident der Hochschule für Fernsehen und Film. Die Münchner Filmhochschule war Mitveranstalterin von Kino im Landtag. | Foto: Rolf Poss
Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, mit dem Extrembergsteiger Reinhold Messner. | Foto: Rolf Poss
Bildeten eine erfolgreiche Seilschaft: Regisseur Joseph Vilsmaier (links) und Autor Reinhold Messner (rechts). Ernst Vogt, Leiter der Bergsteigerredaktion beim Bayerischen Rundfunk, bat beide Protagonisten auf die Bühne. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit Prof. Dr. Klaus Schaefer, Geschäftsführer des FilmFernsehFonds Bayern (links) sowie Regisseur Joseph Vilsmaier und Extrembergsteiger Reinhold Messner (rechts). | Foto: Rolf Poss
Prof. Dr. Gerhard Fuchs bezeichnete die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film als Leuchtturm und Talentschmiede. | Foto: Rolf Poss
Franz Maget, Zweiter Vizepräsident des Bayerischen Landtags (li.), mit Markus Aicher, Leiter der Kinoredaktion im Programmbereich Bayern 3. | Foto: Rolf Poss
Steinerner Saal: Blick ins Publikum | Foto: Rolf Poss
In einer Reihe: Karin Seehofer, Gattin des Ministerpräsidenten, und Reinhold Messner. | Foto: Rolf Poss
Der Senatssaal als Kinosaal: Fast 400 Zuschauer verfolgten gebannt das Bergdrama Nanga Parbat | Foto: Rolf Poss
Unter der Moderation von Ernst Vogt, Leiter der Bergsteigerredaktion beim Bayerischen Rundfunk (Mitte), diskutierten Joseph Vilsmaier und Reinhold Messner nach der Filmvorführung mit den Zuschauern. | Foto: Rolf Poss
Kino im Landtag als Auftakt zum medienpolitischen Dialog (v.l.): BR-Redakteur Markus Aicher, Heidi Wolf, Pressesprecherin des Bayerischen Landtags, Regisseur Joseph Vilsmaier, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Reinhold Messner und BR-Redakteur Ernst Vogt | Foto: Rolf Poss

Professor Klaus Schaefer, Geschäftsführer des FilmFernsehFonds (FFF) Bayern, nannte Zahlen: Fast 28 Millionen Euro sind im vergangenen Jahr in die Filmförderung geflossen; der FFF unterstützt den bayerischen Film in all seinen Entwicklungsstufen. Professor Gerhard Fuchs, Präsident der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF), berichtete von der herausragenden Rolle, die Filme aus Bayern in Deutschland und in der Welt spielen. Die Filmhochschule in München, habe daran einen entscheidenden Anteil. „Keine andere vergleichbare Institution kann auf so viele Preise und Preisträger verweisen“, sagte Fuchs. Als Beispiele nannte der HFF-Präsident den OSCAR-gekrönten Abschlussfilm „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck oder den Welterfolg „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ von Byambasuren Davaa und Luigi Falorni. Professor Gerhard Fuchs dankte, dass Studentinnen und Studenten der HFF im Rahmen von „Kino im Landtag“ die Möglichkeit haben, ihre Arbeiten vorzustellen. Den Anfang machte Fabio Stoll mit seinem Schwarz-weiß-Kurzfilm „Ohne Atem“ – ein beeindruckendes Erstlingswerk, bei dem viele Zuschauer den Atem anhielten.

Hundert Minuten lang zog dann das Bergsteigerdrama „Nanga Parbat“ die Gäste in seinen Bann: „Zwei Brüder. Ein Berg. Ihr Schicksal.“ Der Film handelt von der tragischen Expedition der Südtiroler Bergsteiger Reinhold und Günther Messner im Juli 1970 in den Himalaya, von der nur Reinhold Messner lebend zurückkam. Für die Veranstaltung hatten Profis den Senatssaal und das Konferenzzimmer im Maximilianeum mit aufwändigster Technik in Kinosäle verwandelt – großzügiges Sponsoring von Partnern aus der Medienbranche. Joseph Vilsmaier und Reinhold Messner standen nach dem Film für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Ernst Vogt, Leiter der Bergsteigerredaktion beim Bayerischen Rundfunk, moderierte die Gesprächsrunde, die Regisseur und Produzent Joseph Vilsmaier mit dem energischen Satz beschloss: „Mit dem heutigen Abend ist der „Nanga Parbat“ für mich abgehandelt. Die Veranstaltung im Landtag ist ein wunderbarer Schluss.“

„Es war ein wunderbarer Abend!“ – Das war der meist gehörte Satz am Ende dieses ersten Kinoabends im Maximilianeum, der mit intensiven Gesprächen ausklang. Überaus glücklich waren die Studentinnen und Studenten der Hochschule für Fernsehen und Film: Sie nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu den Großen der Filmbranche zu knüpfen, nahmen strahlend Visitenkarten entgegen und machten Fotos von den anwesenden Stars. „Kino im Landtag“ – öffnet Türen. /hw

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