Bayerischer Landtag

Rede bei der Gedenkfeier der Föderation der Jüdischen Gemeinden und des Stiftungsfonds für die Opfer des Holocaust am 27. Januar 2017 im Tschechischen Senat

Sehr verehrte Überlebende,
sehr geehrte Vorredner,
meine sehr geehrten Damen und Herren.

Vor wenigen Monaten ist in München ein Mann gestorben, der unsere beiden Länder durch sein Leben miteinander verbunden hat: Max Mannheimer.

1920 in der damaligen Tschechoslowakei geboren, musste er als junger Mann all die Verbrechen erleiden, die das nationalsozialistische Deutschland den Menschen in Ihrem Land und insbesondere den Juden angetan hat: Demütigung, Internierung, Tod fast der gesamten Familie in der Gaskammer, Hunger, Krankheit und Misshandlung.

Max Mannheimer hat die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz, Warschau und Dachau überlebt. Nie wieder, so schwor er sich nach der Befreiung, wollte er zurück nach Deutschland.
Und doch hat er genau dies schließlich getan. Bis zu seinem Tod hat Max Mannheimer als Zeitzeuge unzählige Gespräche geführt, um seine Erinnerungen weiterzugeben, vor allem an die junge Generation:
Er war Mahner und Versöhner, wofür wir ihm zutiefst dankbar sind. Seine Botschaft an unsere Generation war – und hier darf ich ihn zitieren: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dafür, dass es nicht wieder geschieht – dafür schon“. – Zitat Ende

Max Mannheimer wäre heute sicherlich gerne dabei gewesen bei diesem ersten gemeinsamen Gedenken Tschechiens und Bayerns.

Sehr geehrte Herr Štĕch,
sehr geehrter Herr Papoušek,
sehr geehrter Herr Klíma,

im Namen des gesamten Bayerischen Landtags und auch stellvertretend für die Stiftung Bayerische Gedenkstätten und ihren Direktor Karl Freller, vor allem aber auch ganz persönlich, bedanke ich mich, dass wir heute bei Ihnen zu Gast sein dürfen. Ich weiß, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Ich weiß, dass es Viele von Ihnen auch Überwindung gekostet hat, denn Ihre Heimat hat unter den Verbrechen der Nationalsozialisten früh und ganz besonders gelitten.

Und deshalb sind wir heute voller Dankbarkeit hierher nach Prag gekommen: Um an diese schrecklichen Gräueltaten zu erinnern, und um zu gedenken.

Seien Sie versichert: Der Bayerische Landtag ist sich dieser großen Geste der Versöhnung sehr bewusst. Wir wissen sie mit ganzem Herzen zu schätzen.

Ich bin in diesen Stunden zutiefst bewegt. Sie sind für mich Auftrag und persönliche Verpflichtung für unsere künftige, eng verbundene Zusammenarbeit.

Ich danke Ihnen.

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