Bayerischer Landtag

Barbara Stamm: Rede zum Parlamentarischen Abend der bayerischen Sparkassen

Sehr geehrter Herr Dr. Netzer, [Präsident des Sparkassenverbands Bayern]
sehr geehrter Herr Professor Reuter, [Erster Verbandsvorsitzender der bay. Sparkassen und Landrat LK Aschaffenburg]
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

gemeinsam mit meinen Kollegen aus dem Präsidium, Herrn Vizepräsidenten Peter Meyer, Herrn Professor Peter-Paul Gantzer und Herrn Hans Herold darf auch ich Sie ganz herzlich hier im Senatssaal des Maximilianeums zum Parlamentarischen Abend der bayerischen Sparkassen begrüßen.

Es freut mich, dass so viele Kolleginnen und Kollegen gekommen sind. Der heutige Abend bietet wieder die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen, sich zu informieren und sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen.

Ihnen, lieber Herr Dr. Netzer, und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, danke ich ganz herzlich, dass Sie mit der Organisation dieses Abends die Rahmenbedingungen dafür geschaffen haben.

Anrede
Denn zweifellos gibt es Redebedarf. Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise sind nach wie vor spürbar. Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank bringt viele Unternehmen in der Banken- und Versicherungsbranche in Bedrängnis. Das bisherige Geschäftsmodell verspricht nur noch wenig Gewinn.

Sparer, die nur geringe oder keine Risiken eingehen wollen, erhalten auf ihr Geld praktisch keine Zinsen mehr. Die wenigsten unserer Bürgerinnen und Bürger  wissen, wie sie mit diesen neuen Entwicklungen umgehen sollen. Darum war es wichtig, dass Sie, lieber Herr Dr. Netzer, kürzlich angekündigt haben, zumindest Kleinst-Sparer von Strafzinsen zu verschonen. Die Menschen sehnen sich nach Verlässlichkeit. Umso mehr hat aber die Nachricht von vergangener Woche, dass nun erste – auch bayerische – Sparkassen [z.B. Sparkasse Mittelfranken-Süd] Gebühren für Abhebungen am Automaten verlangen, viele Kunden sehr beunruhigt. Für Irritation sorgt in diesem Zusammenhang auch, dass der Präsident des deutschen Sparkassenverbands, Georg Fahrenschon, noch im vergangenen September angekündigt hat, ich zitiere:

„Abhebungen an unseren Geldautomaten sind für Sparkassenkunden kostenlos – und das wird auch so bleiben.“

Wenn sich Kunden nicht mehr auf solche Garantien verlassen können, ist das bedenklich. Und diese Kosten treffen nun gerade jene Menschen, die wenig zur Verfügung haben und sich nur die günstigen Kontomodelle leisten können. Da kann ich Sie nur bitten, dass Sie das nicht aus dem Blick verlieren. Denn die Sparkassen haben sich ja bisher während all der Turbulenzen als Hort der Stabilität erwiesen. Und Sie, lieber Herr Dr. Netzer, haben die Geschäfte trotz des schwierigen Umfelds kürzlich als gut und stabil bezeichnet. Die Sparkassen standen und stehen für verantwortungsvolles Wirtschaften und kamen bisher im Großen und Ganzen unbeschadet durch die Finanzkrise. Auch darum vertrauen Ihnen Ihre Kundinnen und Kunden. Und es ist wichtig, dass das auch künftig so bleibt.

Anrede
Die bayerischen Sparkassen pflegen eine im besten Sinne konservative Kundenbetreuung, professionell und mit einem Blick für die wirklichen Bedürfnisse der Menschen. Sie haben schon immer den engen und persönlichen Kontakt zu ihren Kunden gesucht und erhalten trotz der Schließungen von 200 Filialen noch immer ein engmaschiges Netz an Filialen aufrecht. Und Sie haben ja geäußert, dass damit die große Schließungswelle beendet ist. Das ist sehr wichtig. Denn die Menschen wissen es zu schätzen, dass sie vor Ort Ansprechpartner haben, die sich um ihre Belange kümmern.

Darüber hinaus ist es für die Sparkassen gute Tradition, ihren wirtschaftlichen Erfolg mit Engagement für das Allgemeinwohl zu verbinden. Mit der finanziellen Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen in den Bereichen Sport, Kultur, Jugend, Soziales, Umweltschutz oder Forschung haben die bayerischen Sparkassen in der Vergangenheit viel Positives bewirkt.  
Sie sind ein verlässlicher Partner für die Menschen vor Ort und tragen zur Entwicklung der Regionen und zur Gestaltung von Heimat und von Identität bei.

Auch beim alljährlichen Parlaments- und Medien-Schafkopfen hier im Landtag stehen uns die Sparkassen treu zur Seite. Der Erlös dieser wunderbaren Tradition geht ja an die Aktion Sternstunden.
Dafür sage ich Ihnen am heutigen Abend ein herzliches Vergelt`s Gott.
 
Ein schottischer Schriftsteller [Samuel Smiles] hat einmal gesagt:

„Sparsamkeit ist die Tochter der Weisheit, die Schwester der Mäßigkeit und die Mutter der Freiheit.“

Vielleicht kann man ergänzen: Sparsamkeit ist zweifellos die beste Grundlage für lang anhaltenden Erfolg und ein Leben in materieller Sicherheit.

Beides ist wichtig – sowohl für unsere Wirtschaftsbetriebe als auch für jeden Einzelnen. Deshalb muss es unsere gemeinsame Aufgabe sein, gute Grundlagen zu bieten für nachhaltiges Wirtschaften, für Möglichkeiten zur Vermögensbildung und Altersvorsorge aller Bürgerinnen und Bürger und für Innovationsfähigkeit. Hier sind wir gefordert, die wir in der Politik in der Verantwortung stehen – und hier sind die bayerischen Sparkassen gefordert.

Im Zusammenhang mit den Brüsseler Plänen für ein europäisches Sicherungssystem für Bankeinlagen zeigt sich wieder ganz konkret, wie wichtig der regelmäßige Austausch ist. Heute bietet der parlamentarische Abend dazu eine hervorragende Gelegenheit.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen und vor allem informativen Abend mit guten Gesprächen und interessanten Begegnungen.


 

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