Bayerischer Landtag

28.11.20213 - Barbara Stamm: Preisverleihung und Ausstellungseröffnung Pressefoto Bayern 2013

Sehr geehrter Herr Busch,
sehr geehrter Herr Hess,
sehr geehrter Herr Professor Leistner,
sehr geehrte Gäste,
liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich darf Sie alle ganz herzlich begrüßen und freue mich sehr darüber, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Preisverleihung und Ausstellungseröffnung „Pressefoto Bayern“ hier im Landtag durchzuführen, ist ja eine gute Tradition. Und auch in diesem Jahr habe ich die Schirmherrschaft über die Veranstaltung gern übernommen. Begleitet haben mich dabei über viele Jahre hinweg Sie, lieber Herr Dr. Stöckel. Über zwei Jahrzehnte waren Sie Vorsitzender des Bayerischen Journalistenverbandes und haben für Ihr Lebenswerk mit Recht viel Lob erhalten. Mittlerweile hat Sie der Deutsche Journalistenverband sogar zu seinem Ehrenmitglied ernannt. Dazu möchte ich Ihnen an dieser Stelle von Herzen gratulieren und Sie hier bei uns ganz besonders willkommen heißen.

Zusammen mit meinem Kollegen, dem Ersten Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, Reinhold Bocklet, der Vizepräsidentin, Frau Ulrike Gote, sowie meinem Präsidiumskollegen Hans Herold begrüße ich:

• die stellvertretende Vorsitzende der CSU-Fraktion, Frau Gudrun Brendel-Fischer, die den Fraktionsvorsitzenden Thomas Kreuzer vertritt

• den Vorsitzenden der SPD-Fraktion, Herrn Markus Rinderspacher

• die Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Frau Margarete Bause

• den Vorsitzenden des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen, Peter Winter, und seinen Stellvertreter, Herrn Volkmar Halbleib

• den stellvertretenden Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, Herrn Martin Stümpfig
• den Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel sowie
• alle anderen Kolleginnen und Kollegen, die dieser Einladung gefolgt sind.

Ich freue mich über die Anwesenheit des Vorstands der Stiftung Maximilianeum, Herrn Hanspeter Beißer.

Mein Gruß gilt den Vertreterinnen und Vertretern des konsularischen Korps.

Und ich grüße die Damen und Herren der Medien.

Sehr geehrte Gäste,

Politik und Journalismus gehören zusammen. Politik und Foto-Journalismus auch. Nicht nur wenn es um die lichtbildnerische Behandlung der eigenen Person geht. Es geht schon auch um die Wahrnehmung politischer und sozialer Wirklichkeit. Kurz: Es geht um das, was ist, und wie es mit dem Objektiv „gesucht“ oder besser „gefunden“ wird.

Finden macht nun einmal mehr Freude als Suchen. Und das ist gut so. Denn der Beruf des Pressefotografen ist schon schwer genug.

Eine Ausgabe einer großen französischen Tageszeitung ist vor wenigen Wochen ohne Fotos erschienen. Die Redaktion wollte damit auf die schwierige Situation von Pressefotografen aufmerksam machen, wollte im Wortsinn anschaulich machen, wie wichtig Fotos für eine Zeitung sind.

Gewiss: Es gibt Vergütungsregeln mit Mindesthonoraren für hauptberufliche Fotografinnen und Fotografen bei Tageszeitungen. Doch leider zahlen viele Häuser, wie ich höre, nach wie vor Honorare, die weit unter diesen Empfehlungen liegen. Und nur wenige, wenn überhaupt, setzen den Vertrag über gemeinsame Vergütungsregeln für freie Journalisten um.

Ich kann nur hoffen, dass wir diesem unseligen Trend mit der Ausstellung hier im Landtag ein klein wenig gegensteuern. Denn die gezeigten und prämierten Werke sind ein Beweis für die hohe Qualität der Pressefotografie in Bayern.

Und diese hohe Qualität sollte auch den Auftraggebern etwas Wert sein - in Form einer angemessenen Bezahlung und ohne allzu „kreative“ Auslegung von Verwertungsrechten.

In der Berufsgruppe der Pressefotografen stehen etwa 80 Prozent Männern 20 Prozent Frauen gegenüber. Das sagt viel über die Härte des Jobs.

Umso wichtiger sind Preise und Ausstellungen. Denn sie vermitteln das, was wir, wenn wir ehrlich sind, alle brauchen: Anerkennung.

Das muss schon beim Nachwuchs beginnen. Deshalb begrüße ich es sehr, dass der Bayerische Journalistenverband zum zweiten Mal einen eigenen Preis für Fotografinnen und Fotografen unter 30 Jahren ausgelobt hat. Denn gerade hier ist die Alterspyramide der Berufsgruppe ziemlich dünn.

Rund 75 Prozent der Fotografinnen und Fotografen sind zwischen 36 und 55 Jahren alt, aber nur 15 Prozent unter 35. Die Nachwuchsgewinnung ist offenbar ein Problem. Zumal der Konkurrenzkampf immer härter wird und das Internet des 21. Jahrhunderts es erforderlich macht, Journalismus von Grund auf neu zu denken.

Im 19. Jahrhundert hat die Fotografie wie kein anderes Medium grundlegende Veränderungen in der Kunst bewirkt. Vermutlich mussten auch Wilhelm von Kaulbauch und Philipp Foltz, die die beiden Bilder zu Ihrer Linken geschaffen haben, die Malerei zu ihrer Zeit neu denken. Die Fotografie war ja - wenn auch nur in ihren Anfängen - schon erfunden.

Wegen der Detailtreue, die beide Werke auszeichnet, glaubt man das auch zu spüren. Das hat schon etwas Fotografisches, ohne eine Fotografie zu sein. Denn die Maler hatten ja die Freiheit der Komposition.

Fotografen dagegen müssen mit dem zurechtkommen, was gegeben ist. Und sie arbeiten in der Regel mit viel kleineren Formaten, die es erschweren, etwas zu schildern.

Sie müssen also einen Sinn für den „sprechenden Moment“ haben, der in der Fantasie des Betrachters etwas bewegt. Dann vermitteln auch Fotografien Gefühle und Einsichten, die lange nachwirken.

Davon können wir uns im Anschluss bei einem Gang durch die Ausstellung überzeugen.

Allen, die diese Leistungsschau der bayerischen Pressefotografie ermöglicht haben, danke ich von Herzen und wünsche Ihnen, sehr geehrte Gäste, einen angenehmen Aufenthalt hier bei uns im Landtag.

Seitenanfang