Bayerischer Landtag

Barbara Stamm: Begrüßung zum Bürgerfest anlässlich 25 Jahre Deutsche Einheit

Liebe Gäste,
gemeinsam mit den vielen Kolleginnen und Kollegen aus dem Bayerischen Landtag, insbesondere mit dem ersten Vizepräsident Reinhold Bocklet, mit Herrn Vizepräsident Peter Meyer und Frau Vizepräsidentin Ulrike Gote, begrüße ich Sie alle sehr herzlich zu unserem Bürgerfest im Bayerischen Landtag. Musikalisch eröffnet wurde es von der Musikgruppe „Studio D“ von der Blindeninstituts-Stiftung Rückersberg.

Studio D ist ein Projekt, bei dem sehbehinderte und blinde Jugendliche in unterschiedlichen Bereichen gefördert werden. Wie gut dies im Musikalischen gelingt, haben wir gerade gehört. Ich danke sehr herzlich Torsten Nowitzki und Fritz Schumacher und natürlich den Jugendlichen. Ihr habt das ganz toll gemacht! Herzlichen Dank!

Mit Euch und mit Ihnen allen, liebe Gäste, wollen wir heute 25 Jahre Deutsche Einheit hier im Bayerischen Landtag feiern. Dazu haben sich auch einige Ehrengäste angemeldet, die im Laufe des Nachmittags hier eintreffen werden, unter anderem erwarten wir auch den bayerischen Ministerpräsidenten, Horst Seehofer, die Vorsitzenden der Fraktionen im Bayerischen Landtag, Mitglieder der Staatsregierung, die Regierungspräsidenten von Oberfranken und Niederbayern sowie Vertreterinnen und Vertreter des Konsularischen Korps.

Anwesend ist bereits – und darüber freue ich mich sehr – die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden, Frau Dr. Charlotte Knobloch. Seien Sie uns herzlich willkommen. (Ebenso begrüße ich weitere Vertreter der Kirchen: Herrn Prälat Dr. Lorenz Wolf, Leiter des Katholischen Büros Bayern, und den Erzpriester der Griechisch-orthodoxen Kirche in Bayern, Herrn Apostolos Malamoussis.) Besonders herzlich willkommen heiße ich auch die Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister ehemaliger Grenzorte aus Nordbayern, Thüringen und Sachsen.

Meine Damen und Herren, in Bayern leben derzeit rund 3 Millionen Menschen, die nach 1990 geboren sind – das heißt, die das geteilte Deutschland selbst nie erlebt haben. Das sind rund 25 Prozent unserer Bevölkerung, also immerhin schon jeder Fünfte.

Es ist mir deshalb ein sehr wichtiges Anliegen, dass auch die junge Generation an diesem Bürgerfest teilnimmt. Wir begrüßen dazu Schülerinnen und Schüler aus München und Bamberg, die sich im Rahmen von Projekten zum Thema „25 Jahre Deutsche Einheit“ besonders engagiert haben. Und wir werden rund 50 Schülerinnen und Schüler aus Augsburg heute hier begrüßen, die den musikalischen Abschluss mit gestalten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
der 3. Oktober 1990 ist das bedeutendste Datum in der jüngeren Geschichte Deutschlands – ein Datum, das uns bis heute mit Glück und Freude erfüllt.

Natürlich konnte in 25 Jahren staatlicher Einheit nicht alles zusammengeführt werden, was in 40 Jahren Teilung auseinander gedriftet ist. Aber niemand kann ernsthaft bestreiten, dass das wiedervereinigte Deutschland seit 1990 unglaublich viel geleistet und erreicht hat.

Dabei sind es vor allem auch die vielen persönlichen Begegnungen, an denen sich das Gelingen der Deutschen Einheit deutlich ablesen lässt. Die Deutschen sind sich insgesamt näher gekommen, weil sie alle zusammen in den vergangenen 25 Jahren eine große Gemeinschaftsleitung vollbracht haben. Eine Gemeinschaftsleistung, die über die Grenzen Deutschlands hinausgestrahlt hat. Denn die Wiedervereinigung war auch ein Motor für das Zusammenwachsen Europas. Was jahrzehntelang getrennt war, ist heute freundschaftlich verbunden. Bayerisch-tschechische Begegnungen sind eine Selbstverständlichkeit. Und ich denke, wir sollten uns gerade in diesen Tagen und Wochen, in denen wir vor gewaltigen Herausforderungen in der Flüchtlingshilfe stehen, darauf besinnen, was damals dank des Zusammenstehens und der Unterstützung in ganz Europa möglich wurde: Das wiedervereinigte Deutschland lebt in Frieden und Eintracht mit seinen europäischen Nachbarn und Freunden.

Wir Deutsche haben damals eine einzigartige Chance bekommen und genutzt. Jetzt und in Zukunft haben wir die Verantwortung, die Freiheit zu bewahren, den Frieden zu sichern und entschieden für ein einiges Europa einzutreten – gerade wenn es schwierig wird!


Liebe Gäste,
im Rahmen des Bürgerfestes eröffnen wir heute auch die Ausstellung „Der Weg zur deutschen Einheit“. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Auswärtige Amt haben gemeinsam mit über 150 Fotos und Ausstellungstexten den Weg zur Deutschen Einheit von der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 nachgezeichnet. Die Aufstellung ist hinter uns im Kreuzgang aufgebaut.

Sehr herzlich begrüße ich dazu Frau Dr. Anna Kaminsky von der Bundesstiftung Aufarbeitung. Herzlichen Dank, dass Sie uns und unseren Gästen für diesen besonderen Anlass diese interessante Ausstellung zur Verfügung stellen. Schön, dass Sie heute persönlich hier sind und sicher auch unseren Gästen noch mehr Informationen zur Ausstellung an die Hand geben können.

Liebe Gäste,
25 Jahre Deutsche Einheit sind ein Geschenk und eine Leistung, die wir nicht hoch genug schätzen können. Das wollen wir heute gemeinsam mit Ihnen hier feiern. Wir haben ein buntes Programm für Sie bis heute Abend zusammengestellt; für ausreichend Speis und Trank ist natürlich auch gesorgt. Schön, dass Sie bei uns sind! Fühlen Sie sich wohl bei uns im Bayerischen Landtag!

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