Bayerischer Landtag

Barbara Stamm beim Festakt „10 Jahre Ambulantes Kinderhospiz München“

Sehr geehrte Frau Staatsministerin, liebe Frau Huml,
sehr geehrte Frau Bronner,
sehr geehrte Festgäste,

herzlich willkommen hier im Senatssaal des Maximilianeums; ich freue mich sehr, dass dieser Festakt hier stattfinden kann. Zum einen gebührt dem Ambulanten Kinderhospiz München mit seinen vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an diesem besonderen Tag ein besonderer Rahmen.
Zum anderen haben wir fast auf den Tag genau vor 10 Jahren den Erlös, den die Versteigerung unserer Abgeordnetenstühle aus dem alten Plenarsaal erbracht hat, dem ersten bayerischen Kinderhospiz in Bad Grönenbach überreicht.

Wir hätten kaum einen besseren Termin für das Ihr Jubiläum finden können: Dass vor 10 Jahren auch das Ambulante Kinderhospiz in München gegründet wurde, wollen wir heute hier würdigen.
Meine Damen und Herren, die Nachricht, dass ein Kinde sterben muss, gehört mit zu dem Schlimmsten, was uns widerfahren kann. Nichts ist mehr so, wie es vorher war. Alles gerät aus den Fugen, die Welt stürzt ein.
Man muss es sich nicht vorstellen können und man muss sich auch nicht im „Vorhinein“ vorstellen, ob man dieses Schicksal meistern würde. Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: „Die Kraft, die wir brauchen, bekommen wir nicht im Voraus.“ Ich glaube, die meisten wachsen über sich hinaus.

Wichtig sind aber die Fragen: Was stärkt die sterbenden Kinder, ihre Eltern und ihre Geschwister? Was brauchen sie? Eine Diplom-Pädagogin und Seelsorgerin an der Universitäts-Kinderklinik Würzburg hat einmal über drei wichtige Punkte in diesem Zusammenhang gesprochen:
-    Offenheit
-    Wahrheit sowie
-    Lebensfreude und Lebensqualität.

Und gerade beim letzten Punkt leistet das Ambulante Kinderhospiz München einen beeindruckenden Beitrag. Lebensfreude und Lebensqualität können im Krankenhaus und zu Hause erfahren werden; gerade zu Hause ist die Umgebung vertrauter, hier ist mehr Raum für Selbstbestimmung und hier ist mehr Familie, hier sind die Geschwisterkinder. Die Begleiterinnen und Begleiter vom Ambulanten Kinderhospiz München kennen diese Situationen. Sie sind da, wenn sie gebraucht werden: sei es in der Betreuung der Geschwisterkinder, beim Arzt- oder Klinikbesuch oder bei Behördengängen. Eine Mutter eines todkranken Kindes hat einmal gesagt: „Dann kam der Zeitpunkt, dass wir erkannt haben: Jetzt brauchen wir jemanden, der uns zur Seite steht.“

Dass sich in 10 Jahren ein solch großartiges Projekt entwickelt hat, ist zunächst dem Engagement von Christine und Florian Bronner zu verdanken. Sie haben im Laufe der Zeit viele Mitstreiter – Ehrenamtliche und Geld-Spender – von ihrer Idee überzeugt. Mit Ihrem Einsatz haben Sie vielen Kindern und Familien in einer der schwierigsten Situationen, die das Leben für uns bereithält, beigestanden. Dafür kann man Ihnen nicht genug danken.

Und ich habe mich sehr gefreut, liebe Frau Bronner, dass Ihr Projekt einen Sonderpreis im Rahmen unserer Ausschreibung Bürgerkulturpreis erhalten wird. Wir werden uns am 4. Dezember auf dieser Bühne hier im Senatssaal wiedersehen!

Was am Ende zählt, sind die Momente des Glücks; das sind die Erfahrungen, von denen betroffene Familien immer wieder berichten.

Sie, liebe Frau Bronner, und alle, die beim Ambulanten Kinderhospiz München tätig sind, sorgen dafür, dass es solche Momente gibt. Ein herzliches Vergelt’s Gott dafür! Ich wünsche Ihnen weiterhin die Beharrlichkeit und Kraft, ihr Engagement fortzuführen.

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