Bayerischer Landtag

Barbara Stamm: Eröffnung Infotag Genussregion Oberfranken

Herzlich willkommen im Bayerischen Landtag zu diesem kulinarischen Infotag. Immer wieder bieten wir ja den unterschiedlichen Regionen gerne die Möglichkeit, sich mit ihren Spezialitäten zu präsentieren. An einem Plenartag wie heute interessieren sich dann nicht nur die Kolleginnen und Kollegen, sondern auch die vielen Besucherinnen und Besucher im Haus für das, was hier angeboten wird.

Gemeinsam mit meinem Kollegen, Herrn Vizepräsidenten Peter Meyer, der ja Mitglied im Beirat des Vereins Oberfranken offensiv ist, begrüße ich die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bayerischen Landtag.
Ich freue mich insbesondere, dass auch Frau Staatsministerin Melanie Huml heute hier ist. Liebe Melanie, als Vorsitzende des Vereins Oberfranken offensiv wirst du ja später auch ein paar Worte sagen.
Ich begrüße außerdem
-    den Vorsitzenden der Genussregion Oberfranken, Kulmbachs Landrat Herrn Klaus Peter Söllner,
-    den Oberbürgermeister der Stadt Hof, Herrn Dr. Harald Fichtner, und
-    den Hofer Landrat Dr. Oliver Bär
sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Betriebe aus der Genussregion Oberfranken, die heute hier ausstellen. Schön, dass Sie sich trotz der Entfernung auf den Weg gemacht haben und Ihre Produkte heute hier präsentieren.

Ich heiße Sie alle sehr herzlich willkommen und freue mich, dass Sie hier sind.

Heute steht  Oberfranken im Mittelpunkt, genauer gesagt – die Genussregion Oberfranken. Und in puncto Genuss ist Oberfranken wirklich Rekordhalter: Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es hier die höchste Brauereidichte der Welt (mehr als 200 Brauereien), die meisten Bäcker und Konditoren (knapp 520)  und die meisten Metzger (ca. 714).
Tatsächlich steckt hinter dem oberfränkischen Genuss aber mehr als die reine Anzahl der kulinarischen Betriebe. Es ist die Produktion mit Herz und Hand, die diese Genusskultur auszeichnet. Und die Tatsache, dass das Wissen seit jeher von Generation zu Generation weitergegeben wird. Und dieses Wissen ist tatsächlich sehr speziell: An der Zusammensetzung einzelner Rezepte, ich denke da zum Beispiel an Bratwurst oder an Presssack, kann der Kenner sogar herausschmecken, woher das Produkt stammt. Sie können’s nachher ja gleich selbst mal testen.

Regionale Zutaten, traditionelle Zubereitung, sorgsam überliefertes Brauchtum – das alles ist Teil der kulinarischen Identität Oberfrankens. Und dabei ist es nebensächlich, ob das dann Laabla, Weckla, Schäuferla oder Knöchla sind. Ob es um Spezialitäten aus der Bäckerei, der Metzgerei oder vielleicht um Bier, Obstbrände und andere Köstlichkeiten geht. Eines ist allen gemeinsam: Das Bewusstsein für die Region und den Zusammenhang von Heimat und den dort hergestellten Lebensmitteln.

Gerade in der heutigen Gesellschaft ist das Leben der Menschen ja von vielen Veränderungen geprägt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass unser heimatliches Brauchtum gepflegt und erhalten wird, damit es den Mitmenschen weiterhin Halt und Orientierung bieten kann. Und in diesen Zusammenhang passt gut, was ein französischer Philosoph einmal gesagt hat (ich zitiere): „Tradition heißt nicht, Asche verwahren, sondern eine Flamme am Brennen halten“ (Ende Zitat).
Seit 2007 verwaltet der Verein Genussregion Oberfranken das kulinarische und kulturelle Erbe der Region und hält so die Flamme für die Tradition am Brennen.
In Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer für Oberfranken wurde eine Datenbank erstellt, in der sich unter anderem über 300 regionale Spezialitäten wiederfinden – und ich bin mir sicher, dass wir heute davon auch die ein oder andere probieren können.

Über die äußerst geschmackvolle, kalt geräucherte Hofer Rindfleischwurst kann man in der Datenbank zum Beispiel nachlesen, dass sie im abgegrenzten geographischen Gebiet von Stadt und Landkreis Hof eine über 50-jährige Tradition besitzt – und dass man dazu am besten ein fränkisches Landbier trinkt. Darüber hinaus findet man in der Datenbank wertvolle Hinweise, wann und wo diese Spezialitäten erzeugt und verkauft werden, wo sie erlebbar sind (z. B. Feste und Veranstaltungen, Verkostungen) und sogar, wo man ihre Herstellung erlernen kann.

Mit diesen Informationen und durch Ihren Einsatz fördert der Verein Genussregion Oberfranken das Bewusstsein für Kultur und die Bedeutung traditioneller regionaler Lebensmittel. Das hat auch die Deutsche Kommission der UNESCO erkannt, die letztes Jahr den Verein ins „deutsche Register guter Praxisbeispiele der Erhaltung des immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen hat.

Damit sind Sie, meine Damen und Herren, ein leuchtendes Vorbild für bürgerschaftliches Engagement zur Bewahrung der oberfränkischen Identität.
Ich wünsche Ihnen viele Besucherinnen und Besucher, die sich von der Qualität und Köstlichkeit Ihrer Produkte überzeugen und einen schönen Tag hier im Maximilianeum.

Seitenanfang