Bayerischer Landtag

Barbara Stamm: Grußwort anlässlich der Preisverleihung des Bayerischen Clubs 2015

Gemeinsam mit dem Ersten Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, Herrn Reinhold Bocklet, begrüße ich Sie ganz herzlich zur diesjährigen Preisverleihung des Bayerischen Clubs. Es ist ja mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden, dass diese Feierstunde hier in den Räumen des Maximilianeums stattfindet. Der Erbauer und Stifter, König Max der Zweite, schuf ursprünglich mit dem Gebäude ein Domizil für die junge geistige Elite Bayerns. Noch heute ist die Studienstiftung Eigentümerin des Maximilianeums. Somit „wohnen“ gewählte Vertreterinnen und Vertreter des Volkes und die besten Abiturientinnen und Abiturienten hier quasi unter einem Dach. Für eine Veranstaltung, bei der die herausragenden Leistungen von jungen Leuten gewürdigt werden, kann man sich kaum einen passenderen Ort vorstellen.

Es heißt ja so schön „das Glück ist mit den Tüchtigen“. Beim diesjährigen Sommerempfang des Bayerischen Landtags hat sich das einmal mehr bestätigt. Eine der letztjährigen Preisträgerinnen des Bayerischen Clubs durfte sich nämlich bei der Tombola über den Hauptgewinn, einen Neuwagen von BMW freuen.

Der Bayerische Club hat sich seit seiner Gründung Mitte der Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts dem Ziel verschrieben, bayerische Kultur und Traditionen zu pflegen und zu erhalten. Das geschieht unter anderem durch die Stiftung von  Förderpreisen. Und so werden seit dem Jahr 2000 die besten Seminararbeiten mit einem besonderen Bezug zur Geschichte, Sprache und Kultur des Freistaats ausgezeichnet.

Ich begrüße sehr herzlich den Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Herrn Dr. Ludwig Spaenle, der anschließend auch ein Grußwort sprechen wird.

Ein herzliches Willkommen sage ich den Kolleginnen und Kollegen aus dem Bayerischen Landtag,
-    dem Vorsitzenden des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie regionale Beziehungen, Herrn Kollegen Dr. Franz Rieger und
-    den Mitgliedern des Bildungsausschusses
o    Frau Kollegin Margit Wild
o    Herrn Kollegen Peter Tomaschko sowie
o    Herrn Kollegen Berthold Rüth, der auch Vorsitzender der Enquete-Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern“ ist.

Ein herzliches Grüßgott sage ich den Mitgliedern des Bayerischen Clubs, besonders dem Vorsitzenden, Herrn Professor Albert Scharf.

Herzlich Willkommen heiße ich natürlich die Preisträgerinnen und Preisträger, ihre Eltern, die Direktorinnen und Direktoren ihrer Gymnasien, die Ministerialbeauftragten und die Lehrkräfte, die ihre Seminararbeiten betreut haben.

Ich danke den jungen Musikern der Jazz Combo des Pestalozzi-Gymnasiums München unter der Leitung von Herrn Erich Mayer für die musikalische Umrahmung der heutigen Preisverleihung.

Anrede
Ein bekannter Schriftsteller [Fjodor Dostojewski] hat einmal festgestellt: „Ohne Heimat sein, heißt leiden.“

Der Verlust des vertrauten Umfelds entwurzelt die Menschen und lässt sie verunsichert zurück. Aktuell lassen uns die Bilder von Flüchtlingen erahnen, was es heißt, seine Heimat verlassen zu müssen und in eine ungewisse Zukunft zu gehen.
Daneben gibt es aber auch eine geistige Heimat. Christian Morgenstern hat dazu den bekannten Satz geschrieben: „Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird.“

Beides ist für den Menschen von grundlegender Bedeutung: Wir alle brauchen Orte, wo uns Freunde, Verwandte und Bekannte nah sind. Jeder von uns sehnt sich nach einer geistigen Heimat, nach der Kultur, die uns geprägt hat, und nach der vertrauten Sprache. Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, befinden sich gerade in einer interessanten Zeit der Veränderung in Ihrem Leben. Sie freuen sich darauf, Neues zu erkunden, in die Welt hinauszuziehen, Ihren Horizont zu erweitern. Und das ist gut und richtig. Es wird Ihre persönliche Entwicklung in hohem Maße fördern. Die Faszination des Neuen beflügelt die Menschen schon immer. Dagegen erscheint das Bekannte und Vertraute oft blass. Aus der Nähe betrachtet verliert es oftmals unsere Wertschätzung. Erst wenn wir die vertraute Nähe und Geborgenheit verloren haben, wird uns bewusst, was uns fehlt. Heimat – geographische wie geistige – schafft Zugehörigkeit und damit auch ein Gefühl der Verbundenheit. In einer globalisierten Welt, die dem Einzelnen immer mehr Mobilität und Flexibilität abverlangt, können Heimat und das Gefühl, hier zuhause zu sein, Orientierung und Halt geben.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum es dem Bayerischen Club – und auch dem Bayerischen Landtag – ein so großes Anliegen ist, Arbeiten zu würdigen, die die bayerische Geschichte, Gegenwart und Kultur behandeln: Heimat braucht Menschen, die sie kennen, die sie mögen und die sie gestalten. Sie, liebe Preisträgerinnen und Preisträger, haben sich in Ihren Seminararbeiten intensiv mit Dingen befasst, die Ihre nahe Umgebung, ihre Heimat betreffen. Selbstverständlich ist das nicht, denn auf den ersten Blick sind die „großen“ Themen der Welt oft interessanter als die „kleinen“, die vor der Haustür liegen. Aber es ist nun mal die Welt vor unserer Haustür, die wir unmittelbar mit-gestalten können. Und dazu haben Sie mit Ihren Seminararbeiten einen ersten Schritt getan.

Anrede
Ich begrüße es sehr, dass die Lehrerinnen und Lehrer an unseren Gymnasien für die Seminararbeiten immer auch bayerische Themen stellen. Und die Preisverleihung des Bayerischen Clubs beweist jedes Jahr aufs Neue eindrucksvoll: Diese Themen stoßen bei den Schülerinnen und Schülern auf großes Interesse und motivieren viele von ihnen zu eindrucksvollen Leistungen.

Heute dürfen wir die besten Seminararbeiten prämieren. Sie wurden in diesem Jahr in den Fächern Geschichte, Chemie und Geographie angefertigt. Dabei ist das Fach Geschichte mit vier Arbeiten naturgemäß wieder am stärksten vertreten, im Fach Chemie hat der Bayerische Club zwei Arbeiten ausgezeichnet und eine im Fach Geographie. Der Landessiegerpreis geht in diesem Jahr nach Oberbayern (West).

Im Namen des Bayerischen Landtags und ganz persönlich gratuliere ich Ihnen zu Ihrem großartigen Erfolg sehr herzlich!

Dem Bayerischen Club darf ich an dieser Stelle ein herzliches Wort des Dankes sagen. Wie jedes Jahr unterstützen Sie die Bemühungen und das großartige Engagement der Abiturientinnen und Abiturienten durch Ihren großzügig dotierten Förderpreis. Und heuer werden die prämierten Arbeiten zum zweiten Mal in einer gedruckten Auflagen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies ist ein sichtbares und bleibendes Zeichen für Ihre großartigen Leistungen. Und ich bin mir sicher: Es wird kommenden Abiturienten-Jahrgängen ein Ansporn sein!

Jetzt bitte ich den Herrn Staatsminister um sein Grußwort und freue mich auf die anschließende Würdigung der Preisträgerinnen und Preisträger durch Herrn Professor Scharf. Und danach darf ich Sie alle zu einem kleinen Imbiss einladen, der sich am Thema des Landessiegers [„Wie gelingt eine Schweinebratenkruste aus naturwissenschaftlicher Sicht?“ Fach Chemie] orientieren wird.

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