Bayerischer Landtag

2. Juni 2016

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich darf Sie herzlich willkommen heißen zu einer ganz besonderen Veranstaltung: Zum Parlament der Generationen. Die kommenden beiden Tage werden Sie alle in eine Rolle schlüpfen und „Abgeordnete“ dieses Parlaments sein. Deshalb fühlen Sie sich hier im Plenarsaal und in den anderen Räumlichkeiten wie zu Hause, das Maximilianeum gehört sozusagen Ihnen!

Uns „echten“ Abgeordneten begegnet immer wieder einmal die Frage, wie denn eigentlich der Alltag hier im Parlament aussieht:
•    Wie wir eigentlich miteinander diskutieren hier im Plenarsaal?
•    Ob wir uns auch über die Fraktionsgrenzen hinweg miteinander unterhalten?
•    Wie Entscheidungen in einer Fraktion vorbereitet werden?
•    Und natürlich: Wie am Ende diese oder jene Entscheidung zustande kommt!

Sie können nach diesen beiden Tagen „Parlament der Generationen“ einige dieser Fragen sicherlich ganz gut beantworten. Und deshalb ist es uns als Landtag und mir auch ganz persönlich ein großes Anliegen, möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern immer wieder einmal diese Möglichkeit zu geben, wirklich „hineinzuschnuppern“.
Das machen wir durch die vielen Besuchergruppen, die das ganze Jahr über hier im Haus sind und mit denen die Kolleginnen und Kollegen immer auch intensiv diskutieren. Das machen wir durch Planspiele insbesondere für junge Leute, angefangen vom „Kinderparlament“ bis hin zu dem Programm „Der Landtag sind wir!“, das an die Schulen vor Ort in die Regionen geht.

Und das machen wir heute und morgen durch dieses wirklich ganz besondere Ereignis „Parlament der Generationen“.
Ich muss Ihnen sagen, ich bin selbst gespannt, was dabei herauskommt! Es ist ja ein Experiment, und deshalb möchte ich mich auch schon jetzt zu Beginn ganz herzlich bei Ihnen bedanken: Für Ihre Bereitschaft, mitzumachen und auch für Ihren Mut. Denn es braucht ja auch immer ein wenig Mut, sich an so etwas heranzuwagen und zwei Tage in eine ungewohnte Rolle zu schlüpfen. Deshalb ganz herzlichen Dank dafür, dass Sie alle da sind!

Mir ist das „Parlament der Generationen“ aber auch noch aus einem anderen Grund ganz besonders wichtig. Wir reden so oft über das Thema „demographischer Wandel“ – das tun wir hier im Parlament, das passiert in der Kommunalpolitik vor Ort, und das geschieht bestimmt auch bei Ihnen zu Hause am Küchentisch immer mal wieder. Heute sind 21 Prozent der Bevölkerung über 67 Jahre alt. Im Jahr 2050 werden es mit 39 Prozent fast doppelt so viele Menschen sein. Das sind die Zahlen – und wenn davon die Rede ist, dann schwingen da immer viele dunkle Wolken mit. Irgendwie geht man stillschweigend davon aus, dass der demographische Wandel etwas Bedrohliches sein muss.

Ich glaube aber, dass das keineswegs der Fall ist.
Es ist nämlich erstens eigentlich eine gute Nachricht, wenn wir älter werden, und wenn sich die älteren Menschen auch länger einbringen können.
Und zweitens zeigen uns Studien auch immer wieder, dass das Verständnis der Generationen untereinander vor allem im Kleinen, also in den Familien, ganz hervorragend funktioniert. Dass es da kein Gegeneinander und keine Konkurrenz, sondern viel Hineinfühlen in die Bedürfnisse der jeweils anderen Generation gibt. Ich persönlich bin felsenfest davon überzeugt: Der demographische Wandel ist nichts, vor dem wir Angst haben müssen – sondern etwas, das wir gemeinsam gestalten können und auch wollen!

Aber: Ich will den Ergebnissen des Parlaments der Generationen natürlich nichts vorweg nehmen! Sie haben heute und morgen die spannende Chance, dieser Frage wirklich nachzugehen und Antworten selbst zu erarbeiten!

Unterstützt werden Sie dabei von Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und von vielen fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Akademie für politische Bildung Tutzing und der Landtagsverwaltung hier im Haus. Bei Ihnen allen möchte ich mich auch schon jetzt ganz herzlich bedanken: Sie haben schon eine Menge Mühen hinter sich, damit heute und morgen alles gut klappt, und Sie sind auch diese beiden Tage und im Nachgang mit großem Engagement dabei. Liebe Frau Professor Münch, liebe Frau Lux: Ihnen stellvertretend für Ihre gesamten Teams ganz herzlichen Dank für den tollen Einsatz!

Und ein herzlicher Dank geht auch an die Kolleginnen und Kollegen, die sich schon im Vorfeld für das „Parlament der Generationen“ stark eingebracht haben und die auch die kommenden zwei Tage zum Teil mit dabei sein werden.

Nun mache ich hier aber sozusagen die Bühne frei für Sie! Frau Professor Münch wird Ihnen noch einige Dinge über die kommenden beiden Tage mit auf den Weg geben. Und dann tauchen Sie ein in das „Abgeordnetenleben“, diskutieren Sie, verhandeln Sie – und lassen Sie auch die Möglichkeit, miteinander einfach gute Gespräche zu führen und sich auszutauschen, nicht zu kurz kommen. Und wer weiß: Vielleicht bekommt der ein oder andere von Ihnen nach dieser „Simulation“ heute und morgen ja Lust darauf, sich auch im echten Leben politisch zu engagieren bzw. das noch stärker zu tun als bislang.

Ich wünsche Ihnen allen interessante zwei Tage und bin selbst schon sehr gespannt darauf, was bei Ihrem gemeinsamen Experiment herauskommen!

Vielen Dank!

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