Bayerischer Landtag

20.11.2014 - Barbara Stamm zur Preisverleihung des Bayerischen Clubs

Anrede

ganz herzlich begrüße ich Sie hier im Bayerischen Landtag. Welcher Ort könnte geeigneter sein, um herausragende Seminararbeiten zu würdigen, als das Maximilianeum? Auch sein Erbauer und Stifter, König Maximilian der Zweite, war schließlich ein großer Förderer von Wissenschaft und Kunst.

Mit dem Maximilianeum hat er eine Heimstätte für die klügsten jungen Köpfe seiner Zeit errichten lassen. Und dank der Studienstiftung Maximilianeum, die auch Eigentümerin des Gebäudes ist, werden bis heute die besten bayerischen und pfälzischen Abiturientinnen und Abiturienten in besonderer Weise gefördert.

Ich begrüße sehr herzlich
-    als Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Herrn Ministerialdirigenten Walter Gremm, der anschließend auch ein Grußwort sprechen wird, sowie
-    die Mitglieder des Bayerischen Clubs, besonders
o    den Vorsitzenden, Herrn Prof. Albert Scharf und
o    Seine Königliche Hoheit Wolfgang Prinz von Bayern.

Ein herzliches Willkommen sage ich auch
-    unserem Hausherrn, dem Vorstand der Stiftung Maximilianeum, Herrn Hanspeter Beißer und
-    natürlich ganz besonders den Preisträgerinnen und Preisträgern, ihren Eltern, den Direktorinnen und Direktoren ihrer Gymnasien, den Ministerialbeauftragten und den Lehrkräften, die ihre Seminararbeiten betreut haben.

Ich danke den jungen Musikern des „kleinen privaten Lehrinstituts Derksen“, unter der Leitung von Herrn Claus Redl, für die musikalische Umrahmung der heutigen Preisverleihung.

Anrede

Ein österreichischer Schriftsteller [Jean Amery] hat einmal die Frage gestellt: „Wie viel Heimat braucht der Mensch?“ Die Antwort darauf kann nur heißen: Mehr denn je. Unsere moderne Zeit macht es möglich, dass wir uns jederzeit und an jedem Ort über aktuelle Ereignisse aus aller Welt informieren können. Ohne großen Aufwand können wir Länder bereisen, von denen die Menschen früher gar nicht wussten, dass es sie gibt. Die globalisierte Welt ist durch die moderne Technik ein Dorf geworden.

Das bietet einerseits ungeahnte Chancen und Möglichkeiten. Vieles davon möchten wir nicht mehr missen. Aber eine Folge dieses Wandels ist ein zunehmender Verlust von Identität und Individualität. Die Unterschiede zwischen den Nationen und Ländern scheinen zu verschwinden. Der Weltmarkt gibt den Takt vor. Für viele wird es immer schwieriger, Orientierung zu finden. Umso wichtiger ist da die Schaffung eines Heimatbewusstseins!

Heimatgefühl ist keineswegs mit Rückständigkeit oder Fortschrittsfeindlichkeit gleichzusetzen. Gerade wir in Bayern erfahren immer wieder, wie gut Tradition und Innovation zusammenpassen. Bayern hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einem Agrarstaat zu einem erstrangigen Hoch-Technologie-Standort entwickelt. Heute sind wir sehr stolz darauf, dass wir in einem Land leben, das wie kaum ein anderes für moderne Forschung, Aufgeschlossenheit und Innovationen steht.

Aber um die Zukunft erfolgreich zu gestalten, muss man auch seine Wurzeln kennen. Zukunft hat nur das Land, das auf Fortschritt und Tradition setzt.

Wo der Zusammenhalt fehlt, ist die Gesellschaft von Zerfall bedroht. Der heutige Mensch braucht – bei aller Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit für Neues – die Einbindung in überschaubare Gemeinschaften und soziale Netzwerke, etwa in Familie und Nachbarschaft, Kindergarten und Schule, Verein und Verband. Dieser Zusammenhalt ist eine ganz entscheidende Stärke Bayerns.

Der Bayerische Club hat es sich zur Aufgabe gemacht, bayerisches Selbstverständnis und bayerische Kultur und Traditionen in unserem Land zu pflegen und zu fördern. Mit der Auslobung von Preisen bietet der Club Schülerinnen und Schülern ein reizvolles Angebot, sich vertieft mit unterschiedlichsten Themen unserer bayerischen Heimat zu beschäftigen.

Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, haben sich in Ihren Seminararbeiten in hervorragender Weise mit der bayerischen Kultur auseinandergesetzt. Sie haben Ihre Beobachtungen und Überlegungen eindrucksvoll und präzise dargelegt. Ihre Arbeiten zeugen von außerordentlicher Kreativität, hohem Einsatz und großem Engagement. Heute können Sie Ihren Erfolg genießen und sich über die Anerkennung freuen.

Ich begrüße es sehr, dass die Lehrerinnen und Lehrer an den bayerischen Gymnasien immer wieder für die Seminararbeiten bayerische Themen stellen. Und was mich besonders freut: Diese Themen stoßen bei den Schülerinnen und Schülern auf große Resonanz. Alle hervorragenden Arbeiten der letzten Jahre belegen dies in eindrucksvoller Weise.

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

heute dürfen wir die besten Seminararbeiten prämieren. Sie wurden in den Fächern Geschichte, Kunst, Mathematik und Physik angefertigt. Dabei ist das Fach Geschichte mit fünf Arbeiten auch in diesem Jahr wieder stark vertreten, in den anderen genannten Fächern hat der Bayerische Club jeweils eine Seminararbeit ausgezeichnet. Der Landessiegerpreis geht in diesem Jahr in die Oberpfalz. Und es freut mich natürlich ganz besonders, dass die Arbeit ein politisches Thema mit Bezug zum Hohen Haus behandelt, nämlich die Viererkoalition hier im Landtag von 1954 bis 1957.

Ich gratuliere unseren Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich!

Dem Bayerischen Club möchte ich an dieser Stelle ein herzliches Wort des Dankes sagen. Wie jedes Jahr unterstützen Sie die Bemühungen und das große Engagement der Abiturientinnen und Abiturienten durch Ihren großzügig dotierten Förderpreis. Und heuer erleben wir eine Premiere: Es ist überaus erfreulich, dass die Arbeiten erstmals in einer Publikation gedruckt und gesammelt veröffentlicht werden. Durch das vorliegende Buch sind die interessanten Ausführungen jetzt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Zudem ist es ein sichtbares und bleibendes Zeichen für Ihre großartigen Leistungen. Und ich bin mir sicher: Es wird kommenden Abiturienten-Jahrgängen ein Ansporn sein!

Jetzt bitte ich Herrn Gremm um sein Grußwort und freue mich auf die anschließende Würdigung der Preisträgerinnen und Preisträger durch Herrn Professor Scharf.
Nach der Preisverleihung darf ich alle Anwesenden zu einem kleinen Imbiss in den Wandelgang einladen.

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