Bayerischer Landtag

20.11.2014 - Barbara Stamm zur Verleihung des Bayerischen Integrationspreises

Liebe Frau Staatsministerin,
lieber Herr Kollege Neumeyer,
liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Landtag,
sehr geehrte Mitglieder des Bayerischen Integrationsrates,
vor allem liebe Mitglieder der Jury,
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlichen Willkommen zur Verleihung des Bayerischen Integrationspreises. Zum ersten Mal verleihen drei Institutionen – das Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung und der Bayerische Landtag – den Bayerischen Integrationspreis. Diese Zusammenarbeit macht deutlich, dass es um unser gemeinsames Anliegen geht und dass Integration eine gemeinsame Kraftanstrengung braucht.

Es geht heute Abend hier um Engagement für Integration und um Engagement für Flüchtlinge. In diesen Tagen und Wochen war und ist das Thema Flüchtlinge, Asyl und Integration sehr aktuell. Sie alle kennen die Zahlen, Sie alle kennen die Bilder aus den Krisenländern und Sie kennen die weltpolitische Situation. Fest steht, dass wir auch in den kommenden Wochen und Monaten mit einer hohen Zahl von Flüchtlingen rechnen müssen.

Vieles ist in den letzten Tagen und Wochen kritisiert worden; vieles ist undifferenziert an den Pranger gestellt worden; ich gebe auch zu: Vieles kann man sicherlich noch besser machen.

Wichtig ist uns aber auch, einmal herauszustellen, was gut funktioniert, wo Hilfe für Asylanten wunderbar gelingt, wo Integration gelebt wird, nachhaltig, und wo ehrenamtlich Vieles auf den Weg gebracht wird. Über Alltagshelden hört man nicht so viel. Wir wollen heute gerade über diese Alltagshelden, über die Leuchttürme reden und sie auch auszeichnen.

Sie sollen Vorbilder für viele andere sein. Denn wir haben ein gemeinsames Ziel: Uns geht es um das Gelingen eines gleich berechtigten, friedlichen Miteinanders von Menschen mit unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Sprachen.

Das ist kein „Päckchen“, das jeder selbst zu tragen hat, sondern ein Gesamtpaket, an dem viele mitschnüren müssen: die unmittelbar Beteiligten, die Politik, und auch Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Betrieben oder in öffentlichen Ämtern, Arbeitgeber, Sportvereine, medizinische Berufe – um nur einige wenige Beispiele aufzuzählen. Integration geht uns alle an – und deshalb ist es eine Gemeinschaftsaufgabe.

Integration kann nicht verordnet werden, sondern muss mit den Menschen zusammen geschehen – je näher, desto besser. Integration will und muss gelebt werden. Der Wohnort, der Stadtteil, die Nachbarschaft, die Kindergärten und Schulen, die Jugendclubs und Vereine, aber auch die vielen Arbeitsstellen sind die Orte und Räume, an denen Integration konkret und spürbar wird. Hier entscheidet sich Tag für Tag, ob Schulabschlüsse gelingen, ob eine Bewerbung erfolgreich war, ob Freundschaften entstehen und ob nachbarschaftliche Netzwerke geknüpft werden. Das sind die Fundamente für eine gelingende Integration. Teilhabe, Vertrauen, Wertschätzung und Anerkennung sind für ein friedliches Miteinander unverzichtbar.

Anrede,
ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem Bayerischen Integrationspreis einen wichtigen und richtigen Weg gehen. Unsere Vision ist, dass wir irgendwann niemanden mehr für gelungene Integrationsprojekte auszeichnen, weil Integration in unserer Gesellschaft selbstverständlich geworden ist.
Solange dies noch nicht der Fall ist, freuen wir uns sehr über das, was vor Ort in ganz Bayern für ein gelingendes Miteinander geleistet wird. Die große Anzahl der Bewerbungen (insgesamt waren es 49 Bewerbungen) sind der beste Beweis dafür.

Ein besonders herzliches Dankeschön auch von meiner Seite an die Jury, die sich wirklich sehr intensiv mit jeder einzelnen Bewerbung auseinandergesetzt und darüber diskutiert hat.

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