Kinderkommission macht Vorschläge für Verbesserungen für Kinder von Inhaftierten

Handlungsempfehlungen an die Justiz

MÜNCHEN.  Die Kinderkommission des Bayerischen Landtags hat Empfehlungen erarbeitet, wie die Lage von Kindern von Inhaftierten der bayerischen Justizvollzugsanstalten weiter verbessert werden könnte. Den Forderungskatalog zur Verbesserung des familienfreundlichen Vollzugs übergaben die Mitglieder der Kinderkommission unter ihrer Vorsitzenden Melanie Huml an den Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz. 

In mehreren Sitzungen hat sich die Kinderkommission des Bayerischen Landtags mit ihrer Vorsitzenden Melanie Huml (CSU), Stellvertreterin Marina Jakob (FREIE WÄHLER) sowie den Mitgliedern Franz Schmid (AfD), Mia Goller (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Doris Rauscher (SPD) mit der besonderen Situation von Kindern befasst, deren Elternteil in einer der bayerischen Justizvollzugsanstalten inhaftiert ist. Mit Experten wie Christiane Paulus, der Leiterin der Landesfachstelle Netzwerk Kinder von Inhaftierten (KvI) Bayern, entwickelten die Mitglieder der Kinderkommission die konkreten Handlungsempfehlungen an die Justiz: 

  1. Ausbau und Verstetigung der Schulungsangebote für Bedienstete, insbesondere Integration in die Anwärterausbildung, um den Umgang mit Kindern zu professionalisieren.
  2. Weiterentwicklung und flächendeckende Umsetzung kinderfreundlicher Besuchsräume mit spielerischer Gestaltung, um die Besuchssituation für Kinder zu entspannen.
  3. Erweiterung der technischen Möglichkeiten für den Kontakt zwischen Kindern und inhaftierten Eltern, insbesondere durch Ausbau von Videotelefonie und Telefonie.
  4. Verbesserung der Feedbackmechanismen, etwa durch Nutzung der Postkästen, um Besuchsabläufe kontinuierlich zu evaluieren und zu verbessern.
  5. Berücksichtigung der unterschiedlichen baulichen Gegebenheiten der Justizvollzugsanstalten bei der Planung und Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen, um passgenaue Lösungen zu gewährleisten.
  6. Sicherstellung einer bedarfsgerechten, einzelfallbezogenen sozialdienstlichen Beratung für Inhaftierte mit familiären Anliegen.
  7. Langfristige Planung und Budgetierung zur nachhaltigen Weiterentwicklung familienbezogener Angebote, abhängig von der Haushaltslage.

Die Vorsitzende der Kinderkommission, Melanie Huml, betonte: „Wir versuchen Stück für Stück, die Interessen der Kinder auch in besonderen Lebenslagen stärker in den Fokus der Politik zu rücken. Dabei haben wir uns bewusst der Lage von Kindern gewidmet, deren Mutter oder Vater in Haft ist: Die Kinder tragen für deren Taten keine Verantwortung und haben ein Recht darauf, auch mit diesem Elternteil in Verbindung bleiben zu können. Denn die Kinder sollen nicht bestraft werden.“

Dr. Winfried Brechmann, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz, nahm die Vorschläge entgegen. „Kinder sind oft die Leidtragenden, wenn die Eltern eine Haftstrafe absitzen müssen. Die bayerische Justiz setzt sich seit Jahren für Verbesserungen im Strafvollzug ein, beispielsweise durch Investitionen in kindgerechte Besuchsräume und den Ausbau der Familienangebote wie Vater-Kind-Gruppen“, so Dr. Brechmann. 

/CK

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