Die Gewinner des Bayerischen Integrationspreises 2026 stehen fest
- Aus insgesamt 113 Bewerbungen für den Bayerischen Integrationspreis 2026 bestimmte eine unabhängige Jury des Bayerischen Integrationsrates drei Preisträger.
- Das Motto des Preises lautete in diesem Jahr: „Sprache schafft Heimat – Integration leben“.
- Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann und der Bayerische Integrationsbeauftragte Karl Straub werden die Preise am 04. Mai 2026 im Maximilianeum überreichen.
MÜNCHEN. Die Gewinner des diesjährigen Integrationspreises stehen fest: Drei Projekte, die sich in nicht kommerzieller Weise für das Erlernen und Anwenden der deutschen Sprache bei zugewanderten Menschen in Bayern stark machen, wurden von der unabhängigen Jury des Bayerischen Integrationsrates ausgewählt. Das Gremium hat entschieden, in diesem Jahr einen 1. und zwei 2. Preise zu vergeben. Das Interesse an der Ausschreibung war auch heuer wieder sehr groß: 113 Bewerbungen gingen für den Integrationspreis 2026 ein. Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und der Bayerische Integrationsbeauftragte Karl Straub werden die Preise am 04. Mai 2026 im Bayerischen Landtag überreichen.
Die Preisträger des Integrationspreises 2026 sind:
1. Preis (4.000 Euro): HipHop Heroes – Sprache schafft Heimat, Ingolstadt
Projektträger: INfreestyle e.V. / Projektverantwortlicher: Khodr Abou Riche
Der Verein INfreestyle e.V. aus Ingolstadt steht für kreative, inklusive und niedrigschwellige Jugendarbeit. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 schafft der gemeinnützige Träger vielfältige Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche – bewusst kostenfrei und offen für alle. Im Mittelpunkt der Arbeit von INfreestyle stehen kreative Ausdrucksformen wie Musik, Film, Medien, Kunst und Naturpädagogik. Ziel ist es, jungen Menschen Räume zu eröffnen, in denen sie ihre Talente entdecken, ihre Persönlichkeit entwickeln und Gemeinschaft erleben können. INfreestyle nutzt Rap, Jugendkultur und Medienarbeit, um Kindern und Jugendlichen in Ingolstadt einen Ort zu geben, an dem Sprache nicht nur gelernt, sondern auch gelebt wird. Das Projekt HipHop Heroes ist ein Rap-Projekt, das junge Stimmen mit Beats und Botschaften stärkt. Durch Rap, kreatives Schreiben und Medienarbeit erzählen Kinder und Jugendliche ihre eigenen Geschichten und können so Sprache aktiv erleben. In wöchentlichen Workshops entwickeln sie Texte, produzieren Musik und arbeiten gemeinsam an kreativen Ergebnissen wie Songs, Videos oder Präsentationen. Dabei steht nicht Perfektion im Vordergrund, sondern der persönliche Ausdruck – mit dem Ziel, Hemmungen abzubauen und durch kreative Arbeit eine Gemeinschaft zu schaffen, in der aus Unsicherheit Selbstbewusstsein und aus Sprache ein Stück Heimat wird.
2. Preis (2.500 Euro): Reden. Begegnen. Dazugehören: Sprachpatenschaften für alle Lebenslagen, Passau
Projektträger: Gemeinsam leben & lernen in Europa e.V. / Projektverantwortliche: Perdita Wingerter
Der Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.“ wurde 2008 von engagierten Bürgerinnen und Bürgern und der Medienwelt Vesper in Passau gegründet. Als gemeinnützige Organisation schafft der Verein seit vielen Jahren vielfältige, niedrigschwellige Angebote, die Menschen zusammenbringen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen ehrenamtlich getragene Projekte, die Sprache, Austausch und Miteinander fördern.
Das Projekt vereint mehrere regelmäßig stattfindende Sprachpatenangebote, wie individuelle 1:1-Sprachförderung an Schulen für Kinder aus aller Welt und zeitlich begrenzte Sprachpatenschaften für Jugendliche und junge Erwachsene. Diese Angebote richten sich gezielt an unterschiedliche Altersgruppen und Lebenssituationen und ermöglichen damit praxisnahes Deutschlernen. Für Migrantinnen und geflüchtete Frauen gibt es mehrteilige Trainings, die speziell auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Ergänzend fördern Angebote wie Kreativwerkstätten, gemeinsames Kochen oder andere Gruppenaktivitäten das Sprachenlernen durch gemeinsames Tun und Begegnung. Ob Sprachpatenschaften, Bildungsangebote oder interkulturelle Begegnungsformate – stets geht es darum, Hemmschwellen abzubauen, Vertrauen zu stärken und Menschen unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation aktiv in die Gesellschaft einzubinden. Dabei wird Integration nicht als abstraktes Ziel verstanden, sondern als gemeinsamer Prozess im Alltag.
2. Preis (2.500 Euro): FCA-Ballschule mit Sprach- und Leseförderung, Augsburg
Projektträger: Fußball-Club Augsburg 1907 e.V. / Projektverantwortlicher: Alexander Del Sorbo
Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie unter dem Motto „Brücken bauen. Menschen bewegen. Umwelt schützen.“ kommt der FC Augsburg seiner Kernaufgabe als Fußballverein nach: Die Förderung von Bewegung und Sport, insbesondere bei jungen Menschen.
Im Mittelpunkt des Projektes steht die Ballschule, in der spielerisch motorische Grundfähigkeiten und die Freude an Bewegung gefördert werden. Gleichzeitig wird diese Begeisterung gezielt genutzt, um Sprach- und Leseförderung in den Alltag zu integrieren. Ein fester Bestandteil jeder Einheit ist das gemeinsame Lesen: Übungsleitende lesen vor, stellen Verständnisfragen und motivieren die Kinder, sich aktiv mit Geschichten auseinanderzusetzen. Über das Schuljahr hinweg werden mehrere Bücher erarbeitet und von den Kindern selbst präsentiert – so werden neben Lesekompetenz auch Ausdrucksfähigkeit und Selbstvertrauen gestärkt.
So entstehen niedrigschwellige Bildungsräume, in denen Bewegung, Sprache und Gemeinschaft miteinander verbunden werden und die Kindern neue Zugänge zu Lernen und Teilhabe eröffnen.
(PR)