Südtiroler Landtagspräsidium zu Gast im Bayerischen Landtag

Olympische Spiele und Sport im Mittelpunkt des Austauschs der Alpen-Länder

MÜNCHEN. Landtagspräsidentin Ilse Aigner und ihr Präsidium haben eine Delegation rund um den Südtiroler Landtagspräsidenten Arnold Schuler und Vizepräsident Angelo Gennaccaro in München empfangen. Hauptthema des Besuches ist der Sport: Während Südtirol die anstehenden Olympischen Winterspiele Milano Cortina mit austrägt, will sich München um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. 

Es ist eine seit Jahrzehnten gepflegte Freundschaft: Bayern und Südtirol verbindet vieles – nicht zuletzt enge Bande zwischen den beiden Landtagen. Erst im vergangenen Frühjahr war das Präsidium des Bayerischen Landtags in der autonomen Provinz auf der Alpen-Südseite zu Gast. „Dort sind wir mit offenen Armen empfangen worden“, schwärmt Landtagspräsidentin Ilse Aigner. „Deshalb war es mir ein großes Anliegen, die Delegation des Südtiroler Landtags in Bayern zu begrüßen und unseren Südtiroler Gästen mit Blick auf die Münchner Olympia-Bewerbung die großen Sportstätten der Stadt zu zeigen.“ Die Idee: Von den Erfahrungen lernen.

 

Denn Südtirol ist Teil der anstehenden Olympischen Winterspiele Milano Cortina. Der traditionelle Biathlon-Standort in Antholz ist seit Jahrzehnten regelmäßiger Austragungsort internationaler Wettbewerbe – unter anderem Weltcups und Weltmeisterschaften – und wird nun bei den Winterspielen in der „Olympic Arena Südtirol Alto Adige“ die Biathlon-Wettbewerbe beherbergen, wie Landtagspräsident Arnold Schuler (SVP) berichtet. Schnell wird bei den Gesprächen über die Konzepte der Olympia-Bewerbung Münchens und dem der Winterspiele 2026 klar, was beiden gemein ist: Bestehende Sportstätten sollen für die Olympischen Spiele optimiert, vor allem aber hinterher weitergenutzt werden – Stichwort Nachhaltigkeit. Nachdem die Sportstätten der Olympischen Spiele in Turin von 2006 vielfach verfielen, sei für „Milano Cortina 2026“ eines klar gewesen, so Landtagspräsident Schuler: „Man wollte aus den alten Fehlern lernen und hat von Anfang an die Frage einbezogen, wie es danach weitergeht."

In der Vorstellung des Konzeptes der Münchner Olympia-Bewerbung um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044, betont Michael Asbeck, der im Sportamt der Stadt München dafür zuständig ist, dass auch in München dieser Gedanke zentral sei: Ein Neubau von Sportstätten sei nicht geplant, stattdessen sei die Nutzung der Anlagen von 1972 zentral – insbesondere auch im Olympiapark. Dieser sei einzigartig in seiner Größe und Nachhaltigkeit, da er über die Jahrzehnte mit einer Milliarde Euro erhalten und modernisiert worden sei und noch immer positive Erträge abwerfe. 

 

Die Gesprächspartner waren sich einig, dass Infrastruktur und Logistik zu den größten Herausforderungen bei der Organisation von Sportgroßveranstaltungen gehören, betonten aber auch die positiven gesellschaftlichen Auswirkungen der Ausrichtung solcher Veranstaltungen, wie etwa soziale Teilhabe, Investitionen und Sichtbarkeit. Die Südtiroler Gäste ermunterten die Präsidiumsmitglieder, trotz bestehender Bedenken geschlossen hinter der Bewerbung zu stehen. Zugleich empfahlen sie aufgrund der eigenen Erfahrungen, unter anderem mit Sponsoring oder dem Internationalen Olympischen Komitees, auch die bestehenden Schattenseiten transparent zu kommunizieren. 

Vor der Abreise besuchte die Delegation auch das Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus: „Angesichts des Gedenktages, der am kommenden Dienstag, den 27. Januar, begangen wird, und dem Gedenken an die Opfer des Holocaust gewidmet ist, hatte der Besuch dieser Einrichtung eine besondere Bedeutung und war sehr bewegend", so Schuler. 

/CK

 

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