Ein Leben für das Parlament

Landtagsdirektor Peter Worm verabschiedet sich

26.03.2026

MÜNCHEN.       Nach 40 Jahren im Dienst des Bayerischen Landtags verabschiedet sich Landtagsdirektor Peter Worm mit Wirkung zum 1. April in den Ruhestand. Seit 2009 stand der gebürtige Oberfranke an der Spitze der Parlamentsverwaltung – und hat das Haus in dieser Zeit nachhaltig geprägt.

Seine Laufbahn im Maximilianeum begann der Jurist im Jahr 1986 in der Rechtsabteilung. Es folgten Stationen als Büroleiter des damaligen Landtagspräsidenten Wilhelm Vorndran sowie als Leiter des Plenarreferats – Aufgaben, in denen Peter Worm früh sein Gespür für parlamentarische Abläufe und sein hohes Verantwortungsbewusstsein unter Beweis stellte. Mit der Ernennung zum Landtagsdirektor im Jahr 2009 übernahm er schließlich die Gesamtverantwortung für die Verwaltung des Bayerischen Landtags.

Dass er dieses Amt weit über die reguläre Altersgrenze hinaus ausübte, ist Ausdruck seines außergewöhnlichen Engagements. Auf Bitten von Landtagspräsidentin Ilse Aigner verlängerte Peter Worm seine Amtszeit gleich dreimal um jeweils ein Jahr. „Das Maximilianeum war für mich immer mehr als ein gewöhnlicher Arbeitsplatz: Es war etwas ganz Besonderes, das politische Ringen um die besten Ideen und Lösungen zum Wohle Bayerns hautnah miterleben zu dürfen. Arbeitsatmosphäre wie Herausforderungen waren stets – im Juristendeutsch würde man sagen – ‚sui generis‘, von besonderer Art also“, wie es Peter Worm in seiner Abschiedsrede zusammenfasste. 

Seine Amtszeit war geprägt von besonderen Herausforderungen – und von Momenten, die in Erinnerung bleiben. Dazu zählen die intensiven parlamentarischen Auseinandersetzungen um das Schwangerenberatungsgesetz im Jahr 1996, bei denen Peter Worm als Hüter der Geschäftsordnung gefordert war. Später folgten die Realisierung des Konferenzbaus, eines der ersten Passiv-Bürohäuser in Bayern, sowie das mittlerweile nicht mehr wegzudenkende Kinderhaus des Bayerischen Landtags. Und nicht zuletzt die Corona-Pandemie, während der ein funktionierender, rechtssicherer und zugleich infektionsschutzgerechter Parlamentsbetrieb sichergestellt werden musste.

 

Gleichzeitig steht seine Amtszeit für grundlegenden Wandel: Unter der Leitung von Peter Worm wurde die Verwaltung des Bayerischen Landtags konsequent digitalisiert. Was früher mit tausenden gedruckten Seiten täglich verbunden war, läuft heute weitgehend elektronisch – von Gesetzesvorlagen bis zur internen Kommunikation. Auch strukturell setzte er Akzente, etwa durch die Stärkung von Frauen in Führungspositionen. Zuletzt fiel in seine Amtszeit zudem der Start des größten Sanierungsprogramms im Maximilianeum seit dessen Errichtung.

Mit einer Feierstunde im Senatssaal des Bayerischen Landtags wurde Peter Worm offiziell verabschiedet. Zahlreiche Weggefährten aus Politik und Verwaltung, Mitglieder des Präsidiums und der Staatsregierung, Abgeordnete sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzten die Gelegenheit, um persönlich Danke zu sagen und auf gemeinsame Jahre zurückzublicken.

Auch über Bayern hinaus genießt Peter Worm hohe Anerkennung: Stellvertretend für die Konferenz der Landtagsdirektorinnen und Landtagsdirektoren würdigte Armin Tebben, Landtagsdirektor in Mecklenburg-Vorpommern, sein Engagement und hob die Vorbildfunktion hervor, die der Bayerische Landtag unter Worms Leitung für andere Landesparlamente eingenommen hat.

Der Personalratsvorsitzende des Landtagsamts bedankte sich bei Peter Worm für den stets konstruktiven, wertschätzenden und vertrauensvollen Austausch während seiner Amtszeit.

Für einen besonders persönlichen Moment sorgte der Landtagschor: Unter der Leitung von Peter Ringlstetter wurde eigens zwei Lieder für den scheidenden Landtagsdirektor umgetextet – ein ebenso ungewöhnlicher wie herzlicher Abschiedsgruß, der den Charakter der Abschiedsfeier eindrucksvoll unterstrich.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner brachte die Bedeutung von Peter Worm für das Haus auf den Punkt: „Dieses Haus, wir alle und die Demokratie in Bayern haben dir sehr zu danken. Mit Deiner Erfahrung, Deinem klaren Blick und Deinem feinen Gespür warst Du uns an der Spitze des Amtes immer ein verlässlicher Ratgeber. Im Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hast Du jeder und jedem zugehört und stets versucht, für alle das Beste zu erreichen – diese menschliche Größe zeichnet Dich aus.“

Mit Andreas Kamml übernimmt nun der Nachfolger die Amtsgeschäfte. Der Ministerialdirigent, der Ilse Aigner seit vielen Jahren in unterschiedlichen Funktionen begleitet, zuletzt als Büroleiter und Leiter des Leitungsstabs im Bayerischen Landtag, wird die Leitung der Parlamentsverwaltung übernehmen und den eingeschlagenen Modernisierungskurs fortführen. /SM

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