Bayerischer Landtag

Verleihung des Bürgerpreises des Bayerischen Landtags am Donnerstag, 20. Oktober im Landtag

Donnerstag, 13.10.2016

MÜNCHEN.        Der Bürgerpreises 2016 des Bayerischen Landtags wird im Rahmen einer Feierstunde am kommenden Donnerstag, 20. Oktober, um 12.30 Uhr im Senatssaal des Maximilianeums verliehen. Die Moderation übernimmt der bekannte Münchner Schauspieler Udo Wachtveitl. Ehrengast ist Dr. Hans-Jochen Vogel, der im Gespräch mit dem Moderator auf Aspekte der Bayerischen Verfassung eingehen wird.  

Unter dem Vorsitz von Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat die Jury aus 72 Bewerbungen die Preisträger für den ersten, zwei zweite sowie zwei dritte Preise ausgewählt und einen Sonderpreis vergeben. Auf die Preisträger verteilen sich insgesamt 50.000 Euro. Das Preisgeld wurde im Vergleich zum Vorjahr um 20.000 Euro aufgestockt.

Seit dem Jahr 2000 zeichnet der Bayerische Landtag mit seinem Bürgerpreis jährlich vorbildliches bürgerschaftliches Engagement in Bayern aus. Aus Anlass des runden Geburtstages der Bayerischen Verfassung steht der Bürgerpreis 2016 unter dem Leitthema „70 Jahre in guter Verfassung. Wir leben und gestalten Demokratie!“.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm sieht in dem diesjährigen Motto die Chance zur Besinnung auf die wesentlichen Werte unserer Gesellschaft, die in Bayerns Verfassung festgeschrieben sind: „Frieden, Freiheit und Demokratie erscheinen uns heute beinahe selbstverständlich. Aber die Werte der Verfassung müssen auch gelebt werden, und dafür setzen sich zahlreiche Gruppierungen und Bündnisse in Bayern ehrenamtlich ein. Das ist auch bei den vielen hervorragenden Bewerbungen zum diesjährigen Bürgerpreis sichtbar geworden.“

Die Preisträger sind:

1. Preis: Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg, Nürnberg/ Mittelfranken.
Die Allianz gegen Rechtsextremismus ist eine bundesweit einzigartige Netzwerkorganisation. Sie vereint zivilgesellschaftliche Organisationen und Gebietskörperschaften in der Arbeit gegen Rechtsextremismus und für die im Grundgesetz verankerten gesellschaftlichen Werte. Insgesamt sind 315 Organisationen Mitglied in der Allianz. Die Tätigkeit erstreckt sich auf das gesamte Gebiet der Metropolregion, sowohl auf den urbanen als auch auf den ländlichen Raum. Ziele sind die Stärkung des Widerstands gegen rechtsextremistische Aktivitäten, die Förderung der Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Kommunen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Erfahrungsaustausch und die Organisation von regionalen und überregionalen Aktionen gegen Rechtsextremismus. Beispielhafte Aktionen sind etwa: Aktionen bei rechtspopulistischen/-extremen Aufmärschen, Bildungsprojekte/-veranstaltungen für Multiplikatoren sowie Langzeitprojekte, z.B. eine „Gastro-Initiative“, bei der Gastronomen und Brauereien über rechtsextreme Gruppen informiert und über rechtliche Möglichkeiten zur Verhinderung von entsprechenden Veranstaltungen aufgeklärt werden.

2. Preis: Schul- und Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., München/ Oberbayern
Der Verein betreibt seit langem eine völkerverständigende und friedenspädagogische Jugendarbeit, indem er Jugendliche aus der ganzen Welt zusammenbringt und aktiv Erinnerungskultur betreibt. Die Jugendlichen kommen in so genannten internationalen „Camps“ zusammen, die der Landesverband Bayern organisiert und setzen sich dort unter anderem mit den Themen Krieg und Gewaltherrschaft auseinander. Um die Erinnerung an die Kriegstoten lebendig zu halten, beschäftigen sich die Jugendlichen in den Camps auch intensiv mit Materialien (Fotos, Briefe etc.) über die Toten. Eine weitere Aktion des Jugendarbeitskreises Bayern ist die gemeinsame Arbeit auf Kriegsgräberstätten, wo die Jugendlichen unter anderem Grabsteine beschriften.

2. Preis: Musical „Mademoiselle Marie“, Cadolzburger Burgfestspiele e.V., Cadolzburg/ Mittelfranken
Bereits 2015 brachte der Verein Cadolzburger Burgfestspiele unter großem ehrenamtlichen Einsatz das Musical-Stück „Mademoiselle Marie“ zur Aufführung, das das deutsch-französische Verhältnis thematisiert. Mit insgesamt 24 Vorstellungen wurden rund 14.000 Besucherinnen und Besucher erreicht. Im Rahmen des deutsch-französischen Friedensfestes in Oradour-sur-Glane – einem Ort, an dem die SS im Zweiten Weltkrieg ein schreckliches Verbrechen verübte – soll das Musical erneut und bei freiem Eintritt in Frankreich zur Aufführung gebracht werden.


3. Preis: Radio LORA, München/ Oberbayern
Radio Lora ist ein unabhängiges, demokratisches und nichtkommerzielles Bürgerradio aus München. An den Sendungen arbeiten 250 Ehrenamtliche und über 40 Vereine und Initiativen. Das Radio bietet den verschiedensten gesellschaftlichen Organisationen eine Plattform und hat etwa eigens zwei Redaktionen für Menschen mit Behinderung und drei Redaktionen für vielfältige sexuelle Orientierungen. Darüber hinaus ermöglicht der Radiosender eine Ausbildung für Jugendliche und Erwachsene und arbeitet mit Migrantinnen und Migranten zusammen.

3. Preis: Radio Z / R.A.D.I.O. e.V., Nürnberg/ Mittelfranken
Wie Radio LORA ist auch Radio Z aus Nürnberg ein nichtkommerzielles und unabhängiges Radioformat, das sich alleine dem gesellschaftlichen Mehrwert verschrieben hat. Durch die ehrenamtliche Mitarbeit wird bürgerschaftliches Engagement gefördert und trägt zu demokratischer Teilhabe und Medienvielfalt bei. Bei Radio Z bekommen Minderheiten eine Stimme, zum Beispiel mit dem Projekt „Radio Ohrenblicke“, bei dem Blinde und Sehbehinderte gemeinsam Radiosendungen gestalten oder bei „Refugees Welcome“, das Flüchtlingen eine medienpädagogische Fortbildung anbietet.

Sonderpreis: Bürgerinitiative gegen Rechtsextremismus „Wunsiedel ist bunt“, Wunsiedel/ Oberfranken
Die Bürgerinitiative bringt die verschiedenen Akteure gegen Rechtsextremismus zusammen, vernetzt sie und stärkt dadurch ihr Engagement. So findet über die Initiative ein Austausch zu aktuellen Tendenzen und Entwicklungen der rechten Szene in der Region Wunsiedel statt. Wunsiedel ist seit der Errichtung der Grabstätte von Rudolf Heß im Jahr 1987 ein Ort für Aufmärsche Rechtsextremer, auch wenn die Grabstätte zwischenzeitig aufgelöst wurde. Die Bürgerinitiative gegen Rechtsextremismus organisiert außerdem Aktionen wie den Spendenlauf „rechts-gegen-rechts“ oder die jährlich stattfindende Protestaktion gegen die rechte Szene.

Als Medienvertreter sind Sie zur Berichterstattung herzlich eingeladen. Wir bitten um kurze Anmeldung unter pressesprecher@bayern.landtag.de. Mitglieder der Landtagspresse sind automatisch akkreditiert.

Fotos der Preisträger stehen Ihnen nach der Veranstaltung unter www.bayern.landtag.de/aktuelles/presse/pressefotos zur Verfügung./ap


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