Das sind die Preisträger des Bürgerpreises 2026

  • Fünf Projekte aus ganz Bayern erhalten den Bürgerpreis 2026 des Bayerischen Landtags.
  • Die Initiativen aus der Oberpfalz, Schwaben, Mittelfranken und Oberbayern wurden vom Beirat aus 262 Bewerbungen ausgewählt.
  • Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Die Preisträgerinnen und Preisträger leisten im Kleinen ganz Großes: Sie bringen einsame Menschen ins Miteinander und helfen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement nicht nur den Einzelnen, sondern der gesamten Gesellschaft!“

 

MÜNCHEN.     In diesem Jahr erhalten fünf Initiativen den Bürgerpreis des Bayerischen Landtags. Dieser stand unter dem Motto „Gemeinsam weniger einsam – Wegbereiter für ein Miteinander“. Der unabhängige Beirat wählte aus insgesamt 262 Bewerbungen fünf herausragende Projekte aus. Alle Preisträgerinnen und Preisträger zeigen Menschen ganz unterschiedlicher Altersgruppen auf besondere Weise Wege aus der Einsamkeit auf und tragen so entscheidend zum Zusammenhalt in der Gesellschaft bei.
 

Landtagspräsidentin Ilse Aigner: “Einsamkeit ist ein lang unterschätztes Problem unserer Gesellschaft: Denn wer sich von der Gesellschaft und den Mitmenschen nicht gesehen fühlt, baut großen Frust auf. Die ausgewählten Preisträgerinnen und Preisträger leisten einen herausragenden Beitrag dagegen: Sie engagieren sich in ihrer Freizeit mit großem Einsatz für Kinder und Jugendliche, Familien mit krebskranken Kindern, Behinderte und Nicht-Behinderte und Seniorinnen und Senioren und zeigen so, dass diese der Gesellschaft nicht egal sind, sondern jede und jeder Einzelne zählt. Dafür bedanke ich mich von ganzem Herzen bei den Ausgezeichneten – und zugleich bei allen Bewerberinnen und Bewerbern. Denn als Beirat ist uns die Auswahl sehr schwergefallen, angesichts der unglaublichen Anzahl an tollen Projekten. Das zeigt, wie vielfältig sich Menschen in Bayern engagieren, um andere nicht im Stich zu lassen. Das rührt mich sehr.“ 

Der Beirat besteht aus je einem Vertreter bzw. einer Vertreterin der Fraktionen im Bayerischen Landtag, des Bayerischen Gemeindetags und des Bayerischen Städtetags sowie des Vereins Bayerische Landtagspresse und wird von Landtagspräsidentin Ilse Aigner geleitet. Er bewertete insgesamt 262 Bewerbungen. Die Mitglieder entschieden sich dafür, das Preisgeld von 50.000 Euro aufzuteilen. 

Die Preisverleihung findet am 29. Oktober 2026 im Bayerischen Landtag statt.

 

Platz 1 – dotiert mit 14.000 Euro – geht an: 

Kopfhoch – Krisenberatungsstelle für Kinder und Jugendliche in der Oberpfalz (Regensburg, Oberpfalz) 

Gerade Kinder und Jugendliche sind seit der Covid-Pandemie besonders von Einsamkeit betroffen und leiden auch dadurch zunehmend unter psychischen Erkrankungen. Die Initiative "kopfhoch" setzt hier an: Schon seit 2009 hat sie sich als niedrigschwellige, rund um die Uhr erreichbare Angebotsplattform für Heranwachsende in der Oberpfalz etabliert. Durch Einzelberatung per Telefon oder Chat, Aufklärung an Schulen und Angeboten wie Podcasts und Inhalten auf den Social-Media.-Plattformen verbindet das Projekt Prävention und Krisenintervention, um Selbstwirksamkeit, Resilienz und Selbstvertrauen zu stärken. In einer Kombination aus 24/7 Erreichbarkeit von ehrenamtlichen Fachkräften, gezielter Sichtbarkeit auf Social Media und im unmittelbaren Lebenskontext Jugendlicher sowie der Vernetzung in der Region mit Beratungsstellen in der Oberpfalz arbeitet die Initiative daran, das Gefühl der Isolation Jugendlicher zu verringern und so zu ihrer psychischen Gesundheit beizutragen. 

 

Die weiteren Preisträger erhalten je 9.000 Euro
 

  • in der Kategorie Familien: 

Gemeinsam Stark – Begegnung für betroffene Familien (Kempten, Schwaben) 

Das ehrenamtliche Projekt organisiert erlebnisorientierte Begegnungen von Familien mit krebskranken Kindern im Allgäu. Denn soziale Kontakte dieser Familien brechen häufig nach der Diagnose ab. Mit Ausflügen oder Familiennachmittagen schaffen die Ehrenamtlichen, die das Schicksal aus eigener Perspektive kennen, seit fast 40 Jahren geschützte Räume für Begegnung und Austausch. Unbeschwerte Erlebnisse für die betroffenen Kinder, ihre belasteten Geschwister, die oft im Schatten der erkrankten Kinder stehen, und ihre Eltern lassen die Familien wieder Kraft schöpfen und führen sie aus der oft stillen Isolation in die Gemeinschaft mit anderen, die ein ähnliches Schicksal teilen. 
 

  • In der Kategorie Inklusion: 

Brügg’nbauer (Nürnberg, Mittelfranken) 

Das Projekt „Brügg’nbauer“ schafft niedrigschwellige Begegnungsräume für Menschen mit und ohne Behinderung aller Altersgruppen. Durch monatlich stattfindende Aktionen wie ein Begegnungs-Café, den Besuch von Kulturveranstaltungen oder gemeinsame Reisen sowie wöchentliche Trainingseinheiten inklusiver Sportteams wird die soziale Isolation von Menschen, deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oft durch Barrieren erschwert ist, vermindert. So tragen die Ehrenamtlichen dazu bei, Vorurteile gegenüber Behinderten abzubauen und stärken zugleich den gesellschaftlichen Zusammenhalt. 
 

  • In der Kategorie Senioren: 

Telefon-Engel – Gespräche gegen Einsamkeit im Alter (München, Oberbayern) 

Das Projekt bieten Seniorinnen und Senioren ein leicht zugängliches Hilfsangebot per Telefon. Mehr als 1000 Ehrenamtliche engagieren sich den Angaben des Trägervereins Retla e.V. zufolge als „Telefon-Engel“. Sie sorgen dafür, dass passgenaue Telefonpatenschaften entstehen und die Seniorinnen und Senioren so einen regelmäßigen, gleichbleibenden Gesprächspartner bzw. -partnerin haben. Dafür werden die Ehrenamtlichen jeden Alters gezielt geschult und erhalten Fortbildungen zu Fachthemen wie Demenz oder Resilienz. Damit steigern sie die Lebensqualität, schaffen ein Gefühl der Gemeinschaft und der Teilhabe bei Seniorinnen und Senioren – und ihnen selbst als „Telefon Engeln“. 
 

Senioren- und Heimatverein Feldkirchen-Westerham e.V. von 1871 (Feldkirchen-Westerham, Oberbayern)

Der Verein bietet älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Heimat, Gesellschaft und Unterhaltung in Verbindung mit gesellschaftlichen Aufgaben: Die Seniorinnen und Senioren besuchen nicht nur Veranstaltungen oder machen Ausflüge, sondern betreuen zugleich die heimatkundliche Sammlung der Gemeinde Feldkirchen-Westerham – auch als Online-Archiv -, unterstützen bei der Ahnenforschung und sind Teil des ehrenamtlichen Mobilitätsprojektes „Gmoabus“. So helfen sie gemeinsam mit, einerseits das lokale Kulturgut zu bewahren, erhöhen andererseits die Mobilität der Menschen und tragen zum Wohlbefinden der Seniorinnen und Senioren bei. 

 

(CK)

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