Trauer um Hans Maier

Der frühere Kultusminister gehörte dem Landtag bis 1987 an

9. Juni 2026

MÜNCHEN.  Der Bayerische Landtag trauert um den langjährigen Kultusminister Prof. Hans Maier. Er gehörte dem Landtag von 1978 bis 1987 an. Landtagspräsidentin Ilse Aigner würdigte seine Verdienste.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner und der Bayerische Landtag trauern um das langjährige Mitglied des Landtags, den früheren Kultusminister Hans Maier. „Hans Maier hat die bayerische Schul- und Hochschullandschaft neu geordnet und damit die Grundlagen für den hervorragenden Ruf unseres Landes gelegt“, so Ilse Aigner. Mit einer Gedenkminute zu Beginn der Plenarsitzung würdigte der Bayerische Landtag Hans Maier: „Mit seinem Tod verliert Bayern, verliert Deutschland eine intellektuelle Größe, einen echten Vordenker und eine moralische Instanz. Der Bayerische Landtag trauert mit seinen Angehörigen und wird Hans Maier ein ehrendes Gedenken bewahren“, sagte die Landtagspräsidentin im Plenum. 

Akademische Laufbahn und Wechsel in die Politik

Hans Maier wurde 1962 als ordentlicher Professor für politische Wissenschaft an die Ludwig-Maximilians-Universität München berufen. Von 1966 bis 1970 wirkte er als stellvertretender Vorsitzender der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates.

Ende 1970 wechselte er in die bayerische Landespolitik und übernahm das Amt des Staatsministers für Unterricht und Kultus, welches er bis Oktober 1986 innehatte. Neben seinen ministeriellen Aufgaben engagierte sich Maier in zahlreichen gesellschaftlichen und kulturellen Institutionen. So stand er dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken als Präsident vor. Darüber hinaus war er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Abgeordneter, Wissenschaftler und vielfach Geehrter

Maier gehörte dem Bayerischen Landtag von 1978 bis 1987 als Mitglied der CSU-Fraktion an. Nach seinem Ausscheiden aus der Staatsregierung kehrte er an die LMU zurück und übernahm bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 den Guardini-Lehrstuhl für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie. Seit 2004 war er Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Maier wurde für seine politischen und gesellschaftlichen Verdienste mit zahlreichen hohen Auszeichnungen geehrt. Dazu gehören der Bayerische Verfassungsorden, der Bayerische Verdienstorden, der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst sowie das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterblatt der Bundesrepublik Deutschland.

Hans Maier ist gestern im Alter von 94 Jahren in München verstorben. Bis zuletzt verfolgte er die Entwicklungen in Wissenschaft, Zeitgeschichte und Politik mit großem Interesse und blieb ein überzeugter Fürsprecher der christlichen Demokratie.

/ TK

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