75. Todestag von Dr. h.c. Georg Stang
Erinnerung an ehemaligen Landtagspräsidenten
12. Mai 2026
MÜNCHEN / WAAL. Am 10. Mai 2026 jährte sich der Todestag von Dr. h.c. Georg Stang, ehemaliger Präsident des Bayerischen Landtags, zum 75. Mal. Mit einer Kranzniederlegung an seinem Grab in Waal im Ostallgäu hat die bayerische Volksvertretung an den unbeugsamen Politiker erinnert. Stang stand dem Parlament in zwei Amtszeiten vor – von 1929 bis 1933 sowie erneut von 1950 bis zu seinem Tod im Jahr 1951.
Georg Stang setzte während seiner ersten Amtszeit als Landtagspräsident klare Zeichen zur Wahrung der Würde des Parlaments und Einhaltung demokratischer Regeln. So entschied er 1932, Abgeordnete wegen Verstößen gegen das Uniformverbot sowie aufgrund daraus resultierender Tumultszenen zeitweise vom Parlamentsbetrieb auszuschließen. Damit stellte er sich entschieden gegen nationalsozialistische Provokationen und verteidigte die Ordnung des demokratischen Systems.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Stang politischer Verfolgung ausgesetzt. Im März 1933, wenige Wochen nach der Machtübernahme durch das NS-Regime, wurde er festgenommen und misshandelt. Im Juni desselben Jahres wurde er für mehrere Tage in sog. „Schutzhaft“ genommen. Auch in den folgenden Jahren blieb er im Fokus der Nationalsozialisten: 1939 wurde er durch den Sicherheitsdienst (SD) der SS erfasst und 1944 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert.
Rückkehr in die Politik nach 1945
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Stang in die Politik zurück und wurde 1950 erneut zum Landtagspräsidenten gewählt. Das Amt hatte er bis zu seinem Tod am 10. Mai 1951 inne. Stang gehörte zunächst dem Zentrum an, später der Bayerischen Volkspartei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Mitglied der CSU.
Die Grabstätte von Dr. h.c. Georg Stang befindet sich auf dem Friedhof Waal im Landkreis Ostallgäu. Sie erinnert an einen Politiker, der sich auch unter schwierigen Bedingungen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eingesetzt hat.
/ TK