Landtagspräsidium auf Regionalbesuch in der Oberpfalz

Wirtschaft, Verteidigung und Ehrenamt im Fokus

17. April 2026

MÜNCHEN / STEINBERG AM SEE / GRAFENWÖHR.    Der dritte Regionalbesuch der 19. Legislaturperiode führt das Präsidium des Bayerischen Landtags unter der Leitung von Landtagspräsidentin Ilse Aigner am Freitag in die Oberpfalz. Die Abgeordneten besuchten verschiedene Einrichtungen und Unternehmen in dem Regierungsbezirk. Ziel der traditionsreichen Regionalbesuche ist es, vor Ort aktuelle Entwicklungen zu erkennen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Während einer Wahlperiode soll jeder Regierungsbezirk bereist werden.

Vier Stationen standen auf dem Programm. Thematischer Schwerpunkt bei dem Termin am Vormittag war der Tourismus: Die Abgeordneten bestiegen die 40 Meter hohe Erlebnisholzkugel in Steinberg am See, die größte begehbare Holzkugel der Welt. Sie ist Teil eines Mehrgenerationenparks und wurde im Jahr 2019 eröffnet. Den Besuchern ermöglicht sie einen Ausblick über das Oberpfälzer Seenland - und eine schnelle Rutschpartie anstelle des Abstiegs, die Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die Vizepräsidenten Ludwig Hartmann und Markus Rinderspacher sowie Präsidiumsmitglieder und Abgeordnete vom Erlebnisfaktor des Parks überzeugte. 

Der Erfinder des Projekts und Geschäftsführer der inMotion PARK Seenland GmbH, Tom Zeller, schilderte die Grundidee: Er wolle mit seinem Park „Menschen in Bewegung setzen, um Neues zu schaffen". Eröffnet wurde die Holzkugel 2019, nun kommen laut Zeller 280.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr, so dass das Projekt einen wichtigen touristischen Standort in der Region darstelle. Der Landrat des Landkreises Schwandorf, Thomas Ebeling (CSU), der derzeit auch Präsident des Tourismusverbandes Ostbayern e.V  ist, informierte die Abgeordneten zudem über Entwicklungen im Tourismus in der Gesamtregion. 

Mittags ging es weiter zum Unternehmen CUBE Bikes in Waldersdorf. Dieses wurde 1993 im oberpfälzischen Waldershof im Fichtelgebirge gegründet, hat sich seither zu einem der weltgrößten Fahrradhersteller entwickelt und ist bis heute inhabergeführt. Trotz des stetig wachsenden internationalen Erfolgs in weit über 60 Ländern ist das Unternehmen am Standort geblieben und mit 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. 

Rund 5000 Fahrräder gehen täglich aus der Produktion – vom klassischen Mountainbike über E-Bikes bis zu Rennrädern, die auch bei der Tour de France zum Einsatz kommen. Die Abgeordneten erhielten eine Führung durch das Logistikzentrum sowie die Produktionshalle der Firma mit dem Gründer Marcus Pürner und dem Geschäftsführer Andreas Foti. Danach besichtigte die Delegation den Showroom.

Viel Zeit nahmen sich die Abgeordneten für den Besuch des NATO-Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Mit seinen über 22.000 ha Fläche gehört dieser zu den größten Übungsplätzen Europas. Er wird von der US-Armee verwaltet und ist Teil der U.S. Army Garrison Bavaria. Er dient auch der Bundeswehr und anderen NATO-Staaten als Übungseinrichtung. Der Truppenübungsplatz ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und einer der größten Arbeitgeber in der Region. 

Brigadegeneral Terry R. Tillis betonte vor der Delegation aus dem Bayerischen Landtag die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb der NATO: „Wir arbeiten wirklich für das Bündnis und klar ist auch: Wir brauchen uns gegenseitig“, so Tillis, Der stellvertretende Garnisonskommandeur Dwayne D. Key II verwies in diesem Zusammenhang auch auf die hohen Investitionen der USA in den Standort. In Bayern sei die höchste Anzahl an Kampftruppen der US Army außerhalb der USA stationiert und Investitionen von 1,3 Milliarden Dollar seien für Grafenwöhr in Planung, um den Standort auf hohem Niveau zu erhalten und beispielsweise auch Schulen für die Familien der US-Soldaten zu bauen. Edgar Knobloch (CSU), Erster Bürgermeister der Stadt Grafenwöhr, der zu diesem Termin dazugekommen war, betonte, dass dies für Grafenwöhr auch Standortsicherheit bedeute.

Colonel Frank Maxwell ermöglichte dem Präsidium und den Abgeordneten aus der Oberpfalz auch Einblick in neueste Militärtechnik: Mitglieder der von ihm geführten 41st Field Artillery Brigade zeigten Landtagspräsidentin Ilse Aigner und der Delegation Raketenwerfer und die mobile Kommandozentrale, so dass deutlich wurde, wie Ausrüstung und Training der Brigade aussehen.   

Landtagspräsidentin Ilse Aigner zeigte sich beeindruckt: „Niemand hätte sich vorstellen können, dass wir in Europa sicherheitspolitisch so im Fokus stehen werden“, so Aigner. Nicht nur für Grafenwöhr sei die Präsenz der US Army daher von Bedeutung: „Es ist sehr beruhigend, dass es hier dabei bleiben wird. Das ist nicht nur für die Sicherheit Europas wichtig, sondern auch für den Standort und die Region."

Der traditionelle Abendempfang fand in der Eventlocation PANORAMA an der Holzkugel statt, wo die Delegation bereits am Vormittag Station gemacht hatte. Landtagspräsidentin Ilse Aigner bedankte sich mit dem Einladung bei den ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern der Oberpfalz, ohne die Rettungswesen, Sozialleben und das gesamte Miteinander in der Region nicht denkbar wären, so Aigner. 

/ Pressestelle

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