Grundsteinlegung des Hospizes in Polling am 24. April 2026

 

Es gilt das gesprochene Wort.

 

Anrede

 

Ein Hospiz – da schlagen doch immer zunächst zwei Herzen in unserer Brust.

Ein Hospiz ist ein Ort für die letzten Meter des Lebens.

Es ist eine schmerzliche Vorstellung mit Menschen vor Augen, die diesen Weg von Krankheit gezeichnet antreten müssen.

Wenn das Zuhause nicht mehr der beste Ort der Pflege ist,
wenn die Gewissheit da ist, dass das Ende absehbar ist.

Und wenn wir als Menschen feststellen müssen:

  • Unsere Macht ist begrenzt.
  • Der Verlauf ist nicht aufzuhalten.
  • Wir können das Leben nicht retten.

Das ist ein Eingeständnis.

Es macht uns traurig und es tut sehr weh.

Und unsagbar ist der Schmerz, wenn wir an Kinder denken, die an sich ihr Leben noch vor sich hätten:

Da ist man den Tränen nahe.

Dafür gibt es kaum die richtigen Worte!

 

Das ist die eine Seite. 

Die uns enorm anrührt – 
selbst als Außenstehende, als nicht unmittelbar Betroffene, heute nur als Gäste der Veranstaltung.

Rührung also, Mitgefühl – und auch Traurigkeit.

Aber dann ist da die andere Seite:

Dass es Menschen gibt, 

  • die sich nicht davon überwältigen lassen.
  • Die sich nicht runterziehen lassen.
  • Die nicht den Kopf sinken lassen und 
    die Hände in den Schoß legen. Ohnmächtig. 

Nein, es gibt Menschen, die sagen:

Gerade weil das Leid so groß ist, 
gerade weil die Betroffenheit so groß ist, helfen wir.

Weil der einzelne Mensch als Patient oder gerade, 
weil Familien in Sorge um das eigene Kind 
mit ihren Kräften oft am Ende sind, 
helfen wir zusammen: 

  • Wir bündeln unsere Kräfte, 
    wir krempeln die Ärmel hoch und packen an!
  • Wir bauen ein Haus, erst ein Hospiz, 
    dann ein Kinderhospiz.
  • Wir statten es aus.
  • Wir holen die richtigen Leute.
  • Wir machen das Angebot auch ambulant nutzbar.
  • Wir wachsen für bessere Möglichkeiten.

Und genau so geben wir dem Leben Würde, bis zuletzt!

Gerade dann, bis zuletzt!

 

Und das, das ist einfach nur großartig!

Ich bin heute hier zum einen, 
weil Renate Dodell mich gefragt hat – 
wir kennen uns so lange, 
sind Weggefährtinnen über Jahrzehnte, 
und ich bin nach wie vor begeistert von ihrem Elan, 
von ihrem Einsatz für den Mitmenschen: 

Als Kollegin – rund 20 Jahre im Bayerischen Landtag professionell. Aber eben auch im Ehrenamt 
immer mit viel Herz und Leidenschaft dabei. 
Langjährige Vorsitzende und nun 
mit Ihnen, Herr Schaetz, im Bunde.

Und die Ergebnisse stimmen, Ihr erreicht was: 
Liebe Renate, das Projekt trägt wesentlich Deine Handschrift – und ich danke Dir dafür!

Ich weiß ganz genau, dass ein solches Großprojekt 
keine Einzelleistung sein kann und auch nicht ist.

Schwester Raphaela, Sie haben den Weg bis hierhin bereitet und ihn mit viel Weitblick gar für die Zukunft vorgezeichnet. 

Die Stiftung Sankt Dominicus 
gibt allen, die hier engagiert sind, Planungssicherheit.

  • Sie haben die Mittel gesichert, die es braucht.
  • Sie haben Entscheidungen getroffen und 
    die Möglichkeiten zum Ausbau geschaffen.
  • Sie haben allen hier Vertrauen geschenkt.

Sie waren damit Rückhalt und Inspiration.

Ich danke Ihnen sehr!

Es ist für mich ein durch und durch christlicher Gedanke.

Ein Hospiz als Ort für eine letzte Lebensphase – 
von der wir auch oft nicht genau wissen, wie lange sie dauert.  

Dieses Hospiz ist ein Ort gelebter Nächstenliebe. 

  • Den Patienten Raum zu geben.
  • Den Patienten Ansprache zu bieten.
  • Den Patienten professionellen Beistand zu garantieren.

Das Hospiz in Verbindung mit der Palliativmedizin 
ermöglicht schwerstkranken und sterbenden Menschen 

  • ein Leben in Selbstbestimmung,
  • Lebensqualität am Lebensende und
  • einen Abschied in Würde.

Ich bin zutiefst bewegt, wenn ich mir vor Augen halte, 
wie ehrenamtliche Hospizhelferinnen und Hospizhelfer sterbende Menschen auf ihrem Weg begleiten.

  • Sie leisten Beispielloses.
  • Sie praktizieren christliche Nächstenliebe und
  • bringen menschliche Zuwendung und Wärme 
    in die letzte Phase des Lebens – eine Phase, 
    die oft von Angst und Krankheit dominiert wird.

Die Ehrenamtlichen sind da zu nennen – 
aber auch die Profis, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

  • Sie legen sich jeden Tag ins Zeug.
  • Sie sind mit dem Herzen dabei.

Es ist der vielleicht wichtigste Dienst am Menschen, danke!

Mit der Botschaft ist es uns ernst:

  • Wir lassen niemanden allein.
  • Wir helfen, weil wir die Menschenwürde ernstnehmen und den Menschen lieben.

Auch die letzte Lebensphase ist Leben! 

 

Wenn wir an die Kriege dieser Welt denken, 
die auch Auswirkungen auf unser Leben hier haben, 
dann bin ich oft erschrocken:

Über die Gründe wie Großmannssucht und Imperialismus. 

Aber noch mehr bin ich erschrocken darüber, 
wie wenig im Angriffsmodus ein Leben zählt!

Wie zehntausende, hunderttausende Leben an der Front einfach weggeworfen werden.

Wir – wir können da als Einzelne nicht viel machen. 

Aber wir können es hier anders machen – 

  • in unserem Gestaltungsraum,
  • in unserer Heimat,
  • und das landkreisübergreifend.

Als solidarische, empathische Menschen handeln.

Einfach Menschen sein mit der ganz klaren Devise:

Jedes einzelne Leben zählt!

 

Sie hier tun das im Team – 
fast alle im Ehrenamt engagiert und doch multiprofessionell. 
Renate Dodell ist voller Begeisterung 
für Sie alle, die mitwirken:

  • Ob für Sie, lieber Rudolf Mitterhuber, 
    als Sachwalter des Klosters
  • oder für Dich, liebe Andrea Jochner-Weiß – 
    als Landrätin seit 10 Jahren im Vorstand dabei. 
    Ein Bekenntnis!
  • Diese selbst gehäkelten Glückswürmchen von 
    Doris Bäumer und ihren Helferinnen: 
    demütiger Angang, gigantisches Ergebnis 
    mit 150.000 Euro Spenden – 
    einfach sensationell!

Mir ist klar: Wer ein solches Großprojekt umsetzt, 
hat manche Anstrengung zu bewältigen.

  • Die Vorschriften, die Verzögerung,
  • acht Jahre Kampf um die Erweiterung auch mit den Behörden –
  • das war nicht immer leicht. 
    Da reißt normalerweise jedem der Geduldsfaden.

Dass Sie es dennoch durchgebracht haben – 
riesengroßen Respekt!

 

 

 

Und dennoch – ich will eine Beamtin loben. 

Frau Dr. Mutert hat im bayerischen Gesundheitsministerium mehr gemacht als nur ihren Job.

Auch meine Leute haben oft mit Ihnen und Ihrem Team gesprochen: 
Das Hospizwesen, es war Ihnen immer 
eine echte Herzensangelegenheit, 
vom ersten Tag an in dieser Aufgabe. 
Sie haben so viel Mut gemacht!

Ich sage danke für Ihre fachkundige und leidenschaftliche Unterstützung!

 

Alle herauszuheben, ist unmöglich: 
Vor allem, wenn ich an den Hospizverein denke.

Denn dieser Hospizverein ist keine überschaubare Runde. Kein Hinterzimmerklüngel.

Dieser Hospizverein ist eine richtige Volksbewegung.

1.500 Mitglieder machen mit, fördern, 
bekennen sich zur Sache.

Wir denken doch so oft 
angesichts des ganzen Ego-Wahns in der Weltpolitik, 
auch bei uns auf Social Media:

„Es sind Zeiten eines neuen Gegeneinanders.

Und am besten jeder gegen jeden.“

Und dann schaue ich hierher und 
erkenne dieses Miteinander. 

Dass so viele Menschen sich zusammentun 
für die gute Sache. Konstruktiv. Wertvoll.

Ich bin voller Bewunderung und sage jedem Einzelnen: 

Danke, bleiben Sie dabei!

Es gibt nichts, was mehr Sinn macht:
Sie leisten einen Dienst für das Leben!

 

Es ist ein Dienst am Menschen, 
wie er solidarischer und herzlicher nicht sein könnte!

 

Meine Damen und Herren,

ich bin stolze Schirmherrin. Und das seit Jahren.

 

Ich habe jetzt viel und vielen gedankt.

Und ich danke noch ein letztes Mal Ihnen allen,

weil Sie mit Ihrem Einsatz letztlich zeigen:

Wir sind doch nicht machtlos!

 

Und so schlagen nicht zwei Herzen in meiner Brust.

Es ist eines: neu ermutigt und voller Hoffnung.

Durch zwei Hospize in Polling.

Vielen Dank!

 

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