Verleihung des Bayerischen Integrationspreises 2026 am 4. Mai 2026 in München

 

Es gilt das gesprochene Wort.

 

Anrede

 

Meine Damen und Herren, 

wenn wir über Integration sprechen 
– die Medien, die Politik, die Wissenschaft – 
sprechen wir viel über Zahlen. 

Wir messen Integration an 

  • Beschäftigungsquoten,
  • Bildungsabschlüssen,
  • Aufenthaltsdauer. 

Das ist per se nichts Schlechtes.

Tabellen, Statistiken und Prozentwerte geben uns Orientierung. 

 

Aber neben all diesen Zahlen und Fakten gibt es eine viel grundlegendere Frage:

  • Wer kann überhaupt mitreden?
  • Wer versteht, was um ihn herum geschieht –
  • und wer bleibt außen vor? 

 

Wer einmal umgeben war von Menschen, 
deren Sprache er oder sie nicht spricht, 
– auf Dienstreise oder im Urlaub – der weiß: 
Unsere Sprache ist nicht nur Kommunikationsmittel. 

Worte schaffen Verständigung, Verbindung und Anschluss.

 

Wer die Sprache seines Gegenübers spricht, 

  • kann seine Gedanken teilen,
  • Gefühle ausdrücken,
  • Missverständnisse überwinden. 

Wer die Sprache eines Landes spricht, 
kann am Leben teilhaben: 

  • Arzttermine vereinbaren,
  • Elternabende besuchen,
  • Bewerbungsgespräche führen,
  • Nachbarn grüßen. 

Sprache ermöglicht Orientierung, Mitsprache, Teilhabe. 

Sie ist das Fundament für gelungene Integration!

 

Auch das lässt sich durch Studien belegen.

So erkennt das ifo-Institut 
den Spracherwerb als Schlüsselfaktor bei der Integration von Zugewanderten und Geflüchteten. 

Es kommt in seinen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass der Spracherwerb entscheidend ist für 

  • den Zugang zum Arbeitsmarkt,
  • die Teilnahme an Bildung
  • und schlussendlich die Interaktion mit der Gesellschaft.

 

Und eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2022 ergab, dass Zugewanderten 
mit entsprechenden Fach- und Deutschkenntnissen 
rund ein Drittel mehr Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. 

Sprache kann also – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels – der entscheidende Türöffner sein!

 

Es ist also längst überfällig, dass wir 
die Bedeutung von Sprache zum Thema 
des Bayerischen Integrationspreises machen. 

Heute stellen wir in den Mittelpunkt, 
was im Prozess des Zusammenkommens 
eigentlich ganz an den Anfang gehört.

Es geht um Menschen, die sich 
für den Spracherwerb und die Sprachförderung 
von Zuwanderern stark machen.

 

Liebe Preisträgerinnen und Preisträger, 

  • Sie helfen anderen dabei, sich zurechtzufinden.
  • Sie geben Orientierung und die Chance zur echten Mitwirkung.
  • Und Sie setzen auf Miteinander statt Ausgrenzung.

Ihr Engagement macht Sie zu echten Hoffnungsträgern des Zusammenhalts in unserer Gesellschaft!

Ihr Engagement kann nicht hoch genug geschätzt werden.

Denn eines wissen wir alle: 
Integration ist keine Einbahnstraße. 

Einerseits: 
Es reicht nicht, zu sagen: „Lernt unsere Sprache“. 

Integration braucht von unserer Seite ein: 

  • „Wir machen es möglich“.
  • „Es geht uns darum, dass Ihr ankommt!“
  • „Kommt in unsere Mitte!“

Auf der anderen Seite: Integration lebt vom Entschluss der zugewanderten Menschen, die Sprache zu erlernen. 

Sich aufzumachen, sich zu trauen, ja, sich auch zu bekennen.

 

Am Ende muss es das Bekenntnis sein zur Sprache, 
aber auch zu unseren Werten, die sich äußern: 

  • in Rechtsstaatlichkeit,
  • in freiheitlicher Demokratie und vor allem
  • in einem friedlichen Miteinander.

Jede Form von Ausgrenzung, jede Form von Hass, 
und ganz besonders der Angriff auf jüdisches Leben in Deutschland, 
ist ein Angriff auf die Grundpfeiler unserer offenen Gesellschaft!

 

Das sagt sich leicht, bleibt aber eine große Herausforderung.

Die Geschichte ausgebliebener Integration ist auch eine Geschichte großer Versäumnisse. Von Untätigkeit.

Wo es nicht nur zumutbar ist, sondern verpflichtend sein müsste, seinen Teil zu leisten.

Denn wer hier lebt, ist eingeladen, Teil des Ganzen zu werden.

Mit Rechten, ja – und mit Verantwortung.

Integration gelingt da, wo Menschen sagen: 

  • Ich gehöre dazu.
  • Ich bringe mich ein.
  • Ich stehe ein für das, was unsere Gemeinschaft trägt!

 

Dabei gilt auch: 

Integration heißt nicht, seine Herkunft zu verlieren.

Im Gegenteil:

Wer mehrere Sprachen spricht, 
versteht mehrere Perspektiven. 

Kann vermitteln.

Kann Brücken bauen.

Mehrsprachigkeit und gelebte Weltoffenheit sind ein Gewinn – für jeden Einzelnen und für unsere Gesellschaft!

 

Jeder, der im Erwachsenenalter noch einmal versucht hat, eine neue Sprache zu lernen weiß: 

Das braucht viel Zeit und viel Geduld.

Und vor allem braucht es Menschen, die das ermöglichen. 

Bayern investiert hier viel 
in Integrationskurse, Sprachkurse oder Schulprojekte. 

Aber der Staat alleine kann diese Aufgabe nicht bewältigen.

 

Den Unterschied machen 
die unzähligen Vereine, Projekte und Initiativen. 

Sie machen sich für das Erlernen und Anwenden der deutschen Sprache bei zugewanderten Menschen in Bayern stark. 

Man muss es ganz klar so sagen: 

Sie sind ein unverzichtbarer Partner des Freistaates und eben der Menschen, die zu uns kommen und 
sich aktiv einbringen wollen in unser Zusammenleben!

 

Die nachweisbaren Erfolge der Projekte und Initiativen, die für den diesjährigen Integrationspreis zur Auswahl standen, zeigen eindrucksvoll: 

Was überall in Bayern an Integrationsarbeit geleistet wird – und das nicht selten im Ehrenamt – 
berührt und beeindruckt mich immer wieder aufs Neue.

Wie viele Menschen da mit dem Herzen und 
aus vollster Überzeugung dabei sind. 

  • Nicht für die Kamera,
  • nicht für die Öffentlichkeit,
  • nicht für das große Geld – 

das ist einfach nur großartig – 
und deshalb gilt mein Dank allen, auch über diesen Saal und über die Siegerinnen und Sieger hinaus, die sich einbringen.

Danke!

 

Leider können wir nur 
drei Preisträgerinnen und Preisträger auszeichnen.

Diese Auszeichnung soll alle motivieren: 

  • Bleiben Sie so standhaft in Ihrem Engagement!
  • Setzen Sie sich weiter für Zusammenhalt und Offenheit in unserer Gesellschaft ein!
  • Jeder und jede von uns kann einen Beitrag leisten!

 

Heute stellen wir die Menschen in den Mittelpunkt, die diese Zukunft gestalten. 

 

 

 

 

Liebe Preisträgerinnen und Preisträger,

  • Sie tragen Tag für Tag dazu bei, 
    dass die Integration in unserem Land gelingt.
  • Ihre Projekte helfen zugewanderten Menschen 
    beim Erlernen der deutschen Sprache: 
    einer unverzichtbaren Alltagskompetenz.
  • Sie geben Orientierung, 
    stärken Selbstbewusstsein, 
    schaffen Nähe und Vertrauen.
  • Und Sie ermöglichen zugewanderten Menschen 
    echte Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben und erleichtern Ihnen damit, 
    sich hier bei uns heimisch zu fühlen.

 

Das ist ganz im Sinne 
des diesjährigen Mottos des Integrationspreises 
„Sprache schafft Heimat – Integration leben“! 

  • Von der spielerischen Verbindung von Bewegung und Sprach- und Leseförderung in der Ballschule,
  • über vielfältige Sprachpatenschaften
  • bis hin zu Workshops für 
    selbstgeschriebene Rap- und Hip-Hop Songs.

Ihre Kreativität und Ihr Engagement sind einfach spitze!

Sie geben Menschen mit Migrationshintergrund 
eine Stimme und ein Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein.

Dafür danke ich Ihnen! 

 

Nehmen wir uns alle ein Beispiel an jenen, 
die wir heute auszeichnen. 

Machen wir uns stark für Verständigung und Zusammenhalt in unserem Land!

 

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