Mehr Bio-Essen, mehr Regionales - aber wie?

Der Bayerische Landtag möchte Vorbild sein und in der hauseigenen Kantine mehr regionale Produkte und Bio-Essen anbieten. Die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit sucht dafür nach Lösungen.

Gut schmecken soll es, nicht zu teuer sein - und bald auch noch möglichst regional und bio: Über die Ziele sind sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe zum Thema Nachhaltigkeit völlig einig: „Denn wir haben uns mit der Verabschiedung des Artenschutzgesetzes verpflichtet, in allen staatlichen Kantinen dafür zu sorgen, dass mindestens die Hälfte der Produkte aus regionaler Herkunft stammen oder bio sind“, so der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Vizepräsident Thomas Gehring (Bündnis 90/Die Grünen). Der Bayerische Landtag möchte seiner Vorbildfunktion da natürlich gerecht werden. Deswegen tagen unter Gehrings Vorsitz regelmäßig Mitarbeiter des Landtagsamtes, Vertreter des Kantinenbetreibers sowie die Abgeordnete Angelika Schorer (CSU) und Angelika Reiter-Nüssle, Referatsleiterin Ernährungsstandards und Qualitätssicherung im Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, über die Frage, wie das in der Kantine und in der Gaststätte des Landtags erreicht werden kann.

Allerdings ist die Antwort darauf nicht einfach: Lediglich ein Bio-Gericht pro Tag anzubieten - das dann meist teurer ist - und darauf zu hoffen, dass die Gäste das gerne essen, verspreche keinen Erfolg. Das stellte Sebastian Hermann von der Beratungsfirma für Großküchen Reisner & Frank in der Arbeitskreissitzung dar. Stattdessen sei eine behutsame, aber umfangreiche Umgestaltung des Speiseplans notwendig hin zu einem etwas moderneren Angebot: Zum Beispiel könnte eine etwas kleinere Bio-Fleischportion durch mehr Beilagen ausgeglichen werden. Das wäre nötig, um die höheren Kosten für regionale und Bio-Produkte auszugleichen.

Der Preis spielte bei den Beratungen der Arbeitsgruppe mit dem Titel „Nachhaltigkeit, Bio, Fairtrade und Müllvermeidung in der Landtagsgastronomie“ eine wichtige Rolle. Berater Herrmann zufolge sind die Gäste durchaus bereit, etwas mehr für Bio-Gerichte zu bezahlen, wie er aus seiner Erfahrung bei anderen Unternehmenskantinen in Süddeutschland berichtete. Diese Zahlungsbereitschaft bewege sich jedoch in einem engen Rahmen: Mehr als fünf Euro möchte demnach keiner in der Kantine für ein reguläres Gericht ausgeben. 

Der entscheidende Hebel sei daher der Speiseplan, ist sich die Arbeitsgruppe einig. Nun wollen sich die Mitglieder Ideen und Konzepte anschauen - auch vor Ort bei anderen Kantinen. Denn am Ende zähle für den Gast, was auf den Teller kommt: Das müsse gut schmecken - sonst seien alle Konzepte hinfällig.  

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