Bayerischer Landtag

Landtag eröffnet Ausstellungen zu „Fremde in Franken. Migration und Kulturtransfer“ und „kunstvereint“

Dienstag, 5. Juli 2016

In zeitlicher Nähe zum „Tag der Franken“, der seit 2006 jährlich am 2. Juli oder am darauf folgenden Wochenende in Ober-, Mittel- und Unterfranken gefeiert wird, richten zwei Ausstellungen im Landtag ebenfalls den Fokus auf die nordbayerischen Regierungsbezirke: Bis zum 22. Juli sind im Ausstellungsfoyer sowie im Kreuzgang des Maximilianeums „Fremde in Franken. Migration und Kulturtransfer“ sowie „kunstvereint“ zu sehen. „Beide Ausstellungen zeigen in eindrucksvoller Weise zwei Dinge über Franken: den kulturellen Reichtum des Landes, den es dort gibt, und die beeindruckende Vielfalt und Kreativität des fränkischen Volkes“, hob Landtagspräsidentin Barbara Stamm anlässlich der Ausstellungseröffnungen hervor.

In der Ausstellung „kunstvereint“ spiegelt sich die ganze Bandbreite kreativen Wirkens in der mittelfränkischen Region wider – in den Städten und im ländlichen Raum, im gegenständlichen sowie im abstrakten Arbeiten. 25 Künstlerpersönlichkeiten zeigen dabei auf vielfältige Weise ihre Interpretationen der Gegenwart. „Das ist spannend und aufregend, fordert teilweise heftige Reaktionen heraus, die aber meistens durchaus gewollt sind“, erklärte Norbert Mager vom Künstlerbund Schwabach e.V.  – einer von elf in Mittelfranken aktiven Künstlervereinen, die den Austausch der Kunstschaffenden untereinander und mit der Öffentlichkeit fördern.

Spaziergang durch 1500 Jahre Migrationsgeschichte in Franken

„Migration und Kulturtransfer“ stehen thematisch im Mittelpunkt der zweiten Ausstellung. So hat sich Franken kontinuierlich unter dem Einfluss von Migration verändert – und das schon seit mehr als 1500 Jahren. Neben einem direkten Kulturtransfer – etwa durch Pilger, Reisende, Kaufleute, Handwerker oder Künstler – haben auch Menschen, die sich aus ökonomischen, sozialen, religiösen oder politischen Gründen dauerhaft in Franken niedergelassen haben, diese Region mitgeprägt. „Ein Blick in die Geschichte tut gut, zeigt er doch, dass Migration stets ein wichtiger Teil für gesellschaftliche Transformationen und sozialen Wandel gewesen ist", führte dazu Dr. Andrea Kluxen, Kulturreferentin und Bezirksheimatpflegerin des Bezirks Mittelfranken, aus. Sie erinnerte daran, dass typische fränkische Spezialitäten wie etwa Spargel und Wein, Karpfen und Obstanbau den Römern zu verdanken seien. Das erste Kaffeehaus Süddeutschlands sei 1697 in Würzburg von einem türkischen Migranten eröffnet worden. Die Hugenotten hätten das Märchen von Rotkäppchen aus Frankreich mitgebracht, und auch die heutige Einteilung der bayerischen Bezirke gehe auf den Einfluss der Franzosen mit ihrem Départmentsystem zurück.  

„Franken ist weltoffen, ist vielfältig, ist kreativ", unterstrich Landtagspräsidentin Barbara Stamm in ihrem Grußwort. Innenminister Joachim Herrmann stellte ebenfalls fest, dass gelungene Integration kulturell bereichernd sei. Er verwies auf die vielen positiven Impulse, die etwa die Hugenotten in Erlangen, die Heimatvertriebenen in Fürth oder die mehr als 100.000 nach dem Zweiten Weltkrieg in Nürnberg angekommenen Flüchtlinge und deren Nachkommen gesetzt haben. Richard Bartsch, Präsident des Bezirkstags Mittelfranken, freute sich, mit der Ausstellung zu Migrations und Kulturtransfer ein sehr aktuelles Thema einbringen zu können. Die Ausstellung, die 2015 zum „Tag der Franken“ erstmals in Erlangen gezeigt worden war, habe mittlerweile in vielen bayerischen Städten Station gemacht und sei bis 2018 ausgebucht, berichtete er.  /kh

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch das Ensemble „Schmitts Katze“. Dr. Christian Hartung (Violine, Viola, Gesang), Matthias Grob (Klarinette, Gesang), Marcel Largé (Mandoline, Gitarre, Gesang) und Dr. Armin Griebel (Kontrabass, Gesang) spielten dazu Klezmer und jiddische Lieder auf.

Die Ausstellungen sind bis zum 22. Juli im Maximilianeum zu sehen. Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 16.00 Uhr, Freitag von 9.00 bis 13.00 Uhr sowie sonntags im Rahmen der zum Sonntagscafe angebotenen Hausführungen um 13 und 15 Uhr.

Adresse: Bayerischer Landtag, Maximilianeum, Max-Planck-Str. 1, 81675 München U4/U5 Max-Weber-Platz, Straßenbahn 19 Haltestelle Maximilianeum. Der Eintritt ist frei.

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